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Porree für Herbst und Winter

Porree, geerntet
© Stein, Dagmar
Porree, geerntet

Oktober 2013 Wie schön, wenn man im Garten ernten kann − vor allem im Herbst und im frostigen Winter! Porree oder Lauch, wie man ihn im Süden nennt, ist ein uraltes Gemüse. Schon die Ägypter konnten sich für ihn begeistern, zugleich ist er aber auch ein gefragter Fitmacher.


Vermutlich haben ihn die Römer aus dem Mittelmeerraum über die Alpen gebracht. Seitdem bereichern seine je nach Sorte mehr oder weniger langen Stangen fast ganzjährig die Speisekarte.

Der Geschmack ähnelt der nahe verwandten Zwiebel. Er fällt jedoch viel milder aus, vor allem im Sommer und Herbst. Zum Winter hin nehmen die Inhalts- und Geschmacksstoffe zu.

Porree enthält viele Ballaststoffe, aber wenig Kalorien. Viel Kalium, Calcium, Natrium, Phosphor und Eisen, die Vitamine B₁, B₂, C und Provitamin A sowie seine schwefelhaltigen Inhaltsstoffe machen ihn zu einem ausgesprochen gesunden Gemüse und zu einem natürlichen Antibiotikum. In der kalten Jahreszeit beugt Porree Infektionen und Erkältungskrankheiten vor, wirkt heilend und entschlackend.

Eine Delikatesse sind dünne Schäfte gedünstet, mit Schinken und Käse überbacken. Als Rohkost passen sie dünn geschnitten in Salate aller Art auch als Alternative zur schärferen Zwiebel, als Knabbersnack und zum Dippen in schmackhafte Soßen. Gekocht eignet sich Porree als Gemüsebeilage, verleiht Muschelgerichten und Suppen herzhafte Würze, verfeinert die Füllung in Aufläufen und herzhaften Quiches.

nach obenTipps zur Porreekultur

Porree ist ein Starkzehrer und braucht daher zum guten Gedeihen volle Sonne oder Halbschatten und einen durchlässigen, tief gelockerten, humosen und nährstoffreichen Boden. Die Pflanzen sind dankbar für viel Kompost (5 bis 8 l/m²) zur Bodenverbesserung und während der Kultur für 2 bis 3-malige schnell wirkende Düngergaben, organisch oder mineralisch. Verzichten Sie auf Mist, denn der lockt nur Schädlinge an.

Neben dem Blattwerk entwickeln die Pflanzen ein großes Wurzelsystem, das nach der Ernte als organische Nährmasse den Boden belebt. Der Vorfruchtwert ist daher hoch.

Porree ist ideal für die Mischkultur geeignet, denn er ist ein guter Nachbar zu Gurken, Möhren, Rettich, Sellerie, Kohlrabi, Salat und vertreibt mit seinem Geruch Gemüsefliegen. Mit Busch- und Stangenbohnen, Erbsen und Roter Bete verträgt er sich schlecht.

nach obenAussaat und Anbau

Wer Porree im Garten anbauen will, greift auf vorgezogene Pflanzen vom Gärtner zurück oder sät selber aus. Frühe Sommersorten werden unter Glas ab März gesät. Für die ertragreichen Herbst- und Wintersorten mit guter Frosthärte sind Ende April bis Mitte Juni gerade richtig.

Man kann die schwarzen, körnigen Samen dünn verteilt direkt ins Freie säen, in Reihen von 40 bis 60 cm Breite und nach dem Aufgang auf 15 cm Abstand vereinzeln.

Das ist bequem, aber platzraubend und wenig praktisch, weil der Samen langsam keimt und die weitere Entwicklung viel Zeit und Pflege braucht.

Besser ist eine Vorkultur in Topfplatten (2 bis 3 Samen/ Topf) oder breitwürfig gesät in einer Schale. Den Samen 0,5 cm flach mit Substrat bedecken und bei 16 bis 18 °C feucht halten. Nach 3 Wochen ist der Samen gekeimt, nach 5 bis 6 Wochen die pflanzfertige Größe erreicht.

Wer keine besonderen Wünsche hegt, kürzt Blätter und Wurzeln der Jungpflanzen etwas ein und zieht mit dem Harkenstiel oder dem Spaten eine 10 bis 15 cm tiefe Rille. Im Abstand von 12 bis 15 cm wird nun gepflanzt, gut angedrückt und reichlich angegossen. Im Sommer werden die Rillen eingeebnet. Zusätzlich häufelt man Erde an − das zieht die Schäfte in die Länge und bewirkt eine zarte, weiße Schaftzone.

Porree: Lochpflanzung
© Stein, Dagmar
Porree: Lochpflanzung
Bei der Lochpflanzung lugt meist gerade noch eine Blattspitze hervor. Dies fördert die Streckung der Pflanzen.
© Stein, Dagmar
Bei der Lochpflanzung lugt meist gerade noch eine Blattspitze hervor. Dies fördert die Streckung der Pflanzen.

nach obenFür lange Schäfte gibt es Tricks

Was im Herbst auf dem Markt angeboten wird, kann puren Neid erwecken. 40 bis 50 cm lange Schäfte, weiß und appetitlich schön, sind die Regel. Keine Kunst, wenn man sich mit der Lochpflanzung auskennt. Hierzu wird der Boden gut vorbereitet, vor allem tief gelockert. Mit dem Pflanzholz oder einem Harkenstiel stanzt man nun 15 bis 20 cm tiefe Löcher aus und lässt die Setzlinge hineingleiten. Meist lugt gerade noch eine Blattspitze hervor, aber das macht nichts − die Pflanzen werden sich schon strecken. Die Brause schlämmt mit feinem Wasserstrahl Erde hinab − das reicht zum Anwachsen. Später häufelt man noch zweimal zusätzlich Erde an. Je breiter die Reihe ist, desto mehr kann man zusammenkratzen.

nach obenNetz gegen Schädlinge

Porree braucht immer gleichmäßig viel Wasser, will weder hungern noch dürsten. Entsprechend viele Schädlinge finden sich ein, um vom reich gedeckten Tisch zu profitieren.

Thripse verursachen silbrigweiße Fraßgänge, Läuse saugen an zarten Blattspitzen, Zwiebelfliegen bohren sich mit Madengängen in den Schaft und die tückischen Lauchmotten können sich in den Blattwinkeln geschützt und geborgen fühlen. Innerhalb weniger Tage haben ihre Maden dann das Beste zerstört.

Anstatt mit harmlosen Spritzmitteln keinen Erfolg zu haben oder mit starken Giften zu arbeiten, breitet man sogleich Kulturschutznetze über die Pflanzen. Bewährt hat sich dafür eine Tunnelkonstruktion. Diese biologische Methode schützt wirksam bis zur Ernte vor den vielen Angreifern.

Porree im Winter
© Stein, Dagmar
Porree im Winter
Späte Sorten durchstehen normale Winter mit Minus-Temperaturen von 15 bis 20 °C.
© Stein, Dagmar
Späte Sorten durchstehen normale Winter mit Minus-Temperaturen von 15 bis 20 °C.

nach obenPorree überwintern

Die meisten Schäfte wandern schon im Herbst in die Küche. Späte Sätze kann man ausgraben und im Frühbeet mit etwas Schutz durch Matten bis zum Verzehr einschlagen. Reizvoll ist aber gerade das Überwintern mit Ernte im März bis Mai. Späte Sorten durchstehen normale Winter mit Minus-Temperaturen von 15 bis 20 °C. Bittere Kälte und Wind können trotzdem zu Totalschäden führen. Das Abdecken mit den erwähnten Netzen oder Vliesen zahlt sich aus − es bricht den Wind, schattiert und bewahrt die Pflanzen vor dem Ärgsten.

Gute Sorten sollen ertragreich, langschäftig, glatt und ohne Zwiebelbildung sowie widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten sein (wie z.B. Virus, Papierfleckenkrankheit oder Rost). Außerdem wird auf frische, dunkelgrüne Farbe geachtet.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Herbstsorten mit Ernte bis Weihnachten sind zum Beispiel

Gute Wintersorten mit Ernte bis April sind dagegen

Porree im Gemüsegarten
© Stein, Dagmar
Porree im Gemüsegarten

nach obenLauch setzt blaue Akzente

Porree ist jedoch nicht nur lecker, sondern mit seinen langen, geraden Schäften und mit dunklen Blättern auch äußerst zierend, vor allem im winterlichen Beet. Besonders dekorativ ist die nostalgisch wirkende Sorte 'Bleu de Solaise' mit violettem Schimmer. Es gibt sie jedoch bislang nur in Frankreich. Zum Porree passt eine Unterpflanzung mit einem dunkelgrünen Teppich aus
  • Petersilie
  • Löffelkraut (Cochlearia officinalis)
  • Winterportulak (Claytonia perfoliata)
  • Salatrauke (Eruca sativa, ein- zweijährig) und
  • Wilder Rauke (Diplotaxis tenuifolia, mehrjährig) oder
  • Feldsalat (Valerianella locusta).

So lassen sich Nutzen und Schönheit perfekt vereinen.

Gemüse ernten im Hochbeet.
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