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Trockenheit und Sonnenbrand

Sonnenbrand mit verkorktem Fruchtfleisch
© von Soosten, Rolf
Sonnenbrand mit verkorktem Fruchtfleisch

September 2013 Heiße Sommertage spiegeln sich in unseren Gärten nicht nur positiv wider. Wer Pflanzen und Tiere genau betrachtet, erkennt einen gewissen Wasserbedarf. Schlappende Gemüsepflanzen und Sommerblumen lassen sich meist leicht wiederbeleben. Bei den mehrjährigen Gewächsen aber sind manche Vorgänge äußerlich nicht zu entdecken. Die Wirkungen werden erst später, vielleicht erst im Folgejahr, sichtbar. Aber auch hier lassen sich Schäden abwenden.


Bekanntlich ist die Erdbeerernte Mitte Juli beendet und nach einer kurzen Pause beginnt das Wachstum neuer Blätter. Während die alten Blätter vollgestopft mit Ballaststoffen sind, die eine Pflanze im Gegensatz zu den Tieren nicht ausscheiden kann, werden die neu entstehenden Blätter für die Bildung der Blütenknospen des Folgejahres benötigt. Dieser Prozess beginnt um die Tag-und-Nacht-Gleiche, also um den 21. September herum. Anzahl und Qualität dieser Knospen hängen wesentlich von der Sonnenstundenzahl und der Lichtintensität ab. Diese Entwicklung reicht bis in den November hinein.

Die noch vorhandenen alten und ausgedienten Blätter scheinen diesen Prozess zu bremsen. Im Erwerbsobstbau beseitigt man sie daher durch Abmähen. Man verspricht sich davon auch eine den Pflanzenschutz unterstützende Wirkung.

Bleiben Niederschläge aus, sollte bewässert werden, damit das Wachstum einen guten Start hat. Dabei ist der Wurzelhorizont zu bedenken. Erdbeerwurzeln gehen bis 60 cm tief! Die Wassergaben sollten so bemessen werden, dass die trockene obere Krume bis zum Anschluss der unteren Bodenschicht durchnässt ist. Dies erreicht man durch mehrere Einzelgaben, die sich im Folgejahr bezahlt machen.

nach obenHimbeeren

Bei Himbeeren sieht es ähnlich aus, obwohl unter jeder Pflanze einige "Pfahlwurzeln" in Tiefen von 80 bis 100 cm vordringen. Schlappende Himbeeren habe ich noch nicht gesehen. Die für die Ernährung zuständigen feinen Wurzeln verlaufen jedoch nur sehr flach. Und ohne Wasser keine Nährstoffaufnahme. Also entfernen Sie sofort nach Ende der Ernte die alten Ruten, zum Schutz vor unnötiger Verdunstung und als vorbeugenden Pflanzenschutz. Schützen Sie während des ganzen Sommers den Boden mit einer Mulchschicht vor der fast nutzlosen Verdunstung des Wassers. Kräftige Jungruten im Frühjahr sind eine gute Voraussetzung für eine gute Ernte.

nach obenObstbäume

Die übrigen Strauchobstarten reagieren empfindlicher, weil sie nicht über die tiefer gehenden Wurzeln verfügen. Gleiches gilt für Obstbäume, die auf schwach wachsenden Unterlagen stehen. Auch bei ihnen werden die Knospen für das folgende Jahr im Hochsommer angesetzt, die Blütenknospendifferenzierung beginnt kurz danach. Sie ist ebenfalls von der Nährstoff- und der Wasserversorgung abhängig. Trockenperioden können da störend wirken.

Anders sieht es bei Obstbäumen auf herkömmlichen Wurzeln aus. Sie zeigen ihren Wasserbedarf durch das Abwerfen der unteren Blätter an den Langtrieben. Damit reduziert der Baum unnötige Verdunstung. Um Schäden für das Folgejahr zu vermeiden, sind Wassergaben beim ersten Erkennen sinnvoll. Aber die Reaktion des Baumes kann länger dauern.

Trockenheit und intensiver Sonnenschein können auch an schon vorhandenen Früchten Spuren hinterlassen. In der Hauptwachstumsphase der Frucht bremsen sie das Größenwachstum. Bei nachfolgenden Niederschlägen kommt es zu Spannungen der Fruchthaut, die aufreißt und auch wieder vernarben kann. Gelegentlich sind Wespen und andere Insekten schneller und infizieren die Wunden mit Fäulnispilzen − es kommt zur Fäule. Dies ist kaum zu verhindern.

Ein anderer Schaden ist der Sonnenbrand, der häufig auf Äpfeln und Erdbeeren vorkommt. Auch gegen ihn ist kaum etwas zu machen. Wo Sonne ist, ist eben auch Schatten.

Grundsätzlich gilt, lieber einmal weniger, aber gründlicher zu wässern. Am besten abends, wenn die Verdunstungsrate natürlich gering ist. Zum Gießen und Beregnen sei jedem Gartenbesitzer ins Ohr geflüstert: Nicht den Pflanzen das Wasser zeigen, sondern den Boden wässern!

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Bild 4: Links Fruchtstände der spätreifenden 'Rovada'. Rechts ähnliches Bild von einem anderen Standort. 'Rolan' mit ebenfalls langen Trossen. Sie blüht und reift wie 'Rovada' sehr spät. Die früh blühende und früh reifende 'Jonkheer van Tets' schien über die frostempfindliche Phase hinweg zu sein.
Schäden durch Frost und Trockenheit
Zwerg-Himbeere 'Ruby Beauty'
Zwerg-Obst
Kurz vor der Ernte werden noch einmal ungeeignete Früchte entfernt. Im Bild beispielsweise bei der Frucht mit dem Frostring.
Mit einfachen Mitteln zu besserem Obst

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Apfel, Erwerbsobstbau, Himbeere, Obstbaum, Sonnenbrand, Trockenheit

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