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Paprika von süß bis feurig

Paprika im Gemüsegarten
© Stein, Dagmar
Paprika im Gemüsegarten

August 2013 Es gibt kaum eine andere Gemüseart, die in den letzten Jahren so stark an Beliebtheit gewonnen hat. Viele interessante Sorten und ihr hoher gesundheitlicher Wert haben dazu beigetragen.


Paprika ist ein Gemüse, das man heutzutage in vielen Gärten finden kann. Dennoch haftet ihm immer noch etwas Exotisches an. Nicht etwa Ungarn ist seine Heimat. Vielmehr wurde das Nachtschattengewächs schon vor 4.000 Jahren in den fruchtbaren Tälern der südamerikanischen Anden kultiviert und von Kolumbus nach Europa gebracht. Die bei uns einjährig kultivierten Pflanzen sind wärmebedürftig und können im Freien nur an windgeschützten, sonnigen Plätzen gedeihen. Unter Folie oder im Glashaus ist die Kultur jedoch kein Problem.

Botanisch gesehen ist die gewöhnlich als Schote bezeichnete Frucht eine Beere. Mit seinem hohen Gehalt an Vitamin C steht Paprika (Capsicum annuum) an der Spitze der Gemüsesorten. Auch die sonstigen gesundheitlichen Werte können sich sehen lassen. So enthält Paprika hohe Konzentrationen von Beta-Carotin und Flavonoiden, das sind bioaktive Pflanzenstoffe, die Entzündungen vorbeugen, Krankheitskeime abtöten und dem Herzinfarkt vorbeugen. Die Schärfe mancher Sorten wirkt appetit- und verdauungsfördernd.

nach obenPaprika in allen Variationen

Paprika ist ein Gemüse mit vielen Widersprüchen. Das fängt schon beim Namen an. "Paprika", darunter versteht man in Deutschland den mild und sogar obstartig süß-fruchtig schmeckenden Gemüsepaprika mit einem geringen Gehalt am Schärfestoff Capsaicin. "Peperoni" oder auch "Pfeffer", in Deutschland sind das die kleinen, schlanken oder auch runden Früchte, die für gewöhnlich höllisch scharf schmecken -doch gibt es auch milde Sorten. In der Schweiz heißt alles Peperoni, gleichgültig welcher Verwendungszweck, Geschmack oder welche Form zugeordnet wird, gelegentlich spricht man auch von Paprika.

In Österreich hat man sich auf Paprika für die milden Formen und auf Pfefferoni, Peperoni oder Spanischer Pfeffer für die scharfen geeinigt.

Der sogenannte Chili- oder Tabasco-Pfeffer (Capsicum frutescens) mit kleinen, beutelförmigen Früchten wird hierzulande immer mehr von Liebhabern exotischer Gerichte angebaut. Man kann sich an die höllische, aber gesunde Schärfe gewöhnen. Das gilt auch für Arten wie Capsicum baccatum mit hängenden, schmalen und für Capsicum chinense mit aufrechten, kegelförmigen Früchten. Neu im Angebot ist der Glockenpaprika (Capsicum baccatum) mit etwa 1 m hohem Wuchs und vielen 4 bis 5 cm großen hutförmigen Früchten. Während seine Samen scharf sind, schmeckt das grüne Fruchtfleisch mild.

  • Scharfe Peperoni: Blüte und Frucht | © Stein, Dagmar
  • Blockpaprika 'Goldflame' | © Stein, Dagmar
  • Scharfer Paprika 'Kekova' | © Stein, Dagmar
  • Glockenpaprika | © Stein, Dagmar
  • Paprika 'Nazar' | © Stein, Dagmar
  • Paprika 'Mavras' | © Stein, Dagmar
  • Paprika 'Pinokkio' | © Stein, Dagmar
  • Paprika 'Toskana' | © Stein, Dagmar
  • Scharfer Paprika 'Fireflame' | © Stein, Dagmar

Übrigens:

Mit dem echten Pfeffer (Piper nigrum) hat Paprika botanisch nichts zu tun. Dies ist eine tropischen Liane von den Füßen des Himalayas, die gerne an Bäumen klettert und mit zunächst grünen, dann roten, johannisbeerähnlichen, nach dem Trocknen auch schwarzen Früchten aufwartet. Es gibt auch keinerlei Ähnlichkeit − nur im scharfen Geschmack.

nach obenGrüner Paprika ist unreif

Die Früchte von Capsicum annuum, dem Paprika, variieren stark. Zunächst in der Form: Neben den großen, blockigen Züchtungen des Gemüsepaprikas gibt es große und kleine spitze, runde, tomatenförmige, tropfenförmige Sorten. Außerdem in der Farbe: Es gibt rote, violette, fast schwarze, gelbe, fast weiße, orange Sorten, entweder hängend angesetzt oder nach oben strebend.

Nur eines gibt es nicht "in echt": grünen Paprika. So wird er gerne verkauft und verwendet, obwohl die unreife Frucht noch wenig angenehm schmeckt und nur als Hülle für die übliche Füllung mit Hackfleisch dient. Schade eigentlich, denn viel attraktiver ist das nächste Reifestadium mit je nach Sorte gelb, orange, schwarz oder rot gefärbten Früchten, die sich in der Vollreife fast immer in einem leuchtenden Rot präsentieren. Erst dann sind alle Geschmackskomponenten gut entwickelt und der Gemüsepaprika wird zur leckeren, fruchtig-aromatischen Delikatesse, die sich anbietet für Rohkost, zu Käse oder Wein.

nach obenMild oder scharf?

Leider kann man den Geschmack einer Frucht nicht von außen erkennen, denn die vielen Kreuzungen haben die Eigenschaften heftig durcheinandergewirbelt. Es bleibt nur das vorsichtige Probieren. Ob höllisch scharf oder obstartig mild, dafür sollte man genau die Sortenbeschreibung lesen. Erstaunlich viele Gemüsefans haben im Gefolge der mexikanischen, indischen oder fernöstlichen Küche ihre Vorliebe für die früher so verpönten scharfen Sorten des Gewürzparikas entdeckt. Umgekehrt verzeichnen milde lange und spitze Peperonis wie die Sorte 'Lombardo' gute Absatzerfolge. Man isst Peperonis frisch oder legt sie nach italienischer Art als saures, pikantes Essiggemüse ein. Besonders interessant ist die Paprika-Vielfalt für die Verwendung als dekoratives Naschgemüse, von dem man nach Belieben ernten kann. Die Pflanzen gedeihen mit etwas Unterstützung durch Stäbe oder kurze Gitter willig in größeren Töpfen und zieren mit ihrem roten oder gelben Fruchtansatz vor dem glänzend grünem Laub jeden Sitzplatz rund um die Gartenlaube, auf Terrasse und Balkon.

Tipp: Schärfe

Die Schärfe ist vor allem in den Samen und in den Fruchtscheidewänden konzentriert. Schneidet man diese heraus, schmeckt der Rest oft wesentlich milder.

Manche Personen haben Probleme (Aufstoßen) sogar mit mildschmeckendem Paprika. Wer magen- oder nierenkrank ist, sollte deshalb auf die scharfen Sorten verzichten. Weil der Inhaltsstoff fettlöslich ist, hilft sonst der Verzehr von etwas Butter.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenMilde Sorten

Gute Gemüsepaprika-Züchtungen mit großen blockigen Früchten zum Füllen sind: 'Cartago', 'Yolo Wonder', 'Nazar', 'Merit', 'Monte' (hellgrün) und 'Redskin' (alle grün/rot abreifend), 'Narobi' und 'Ariane' (orange), 'Golden Bell' und 'Goldflame' (gelb), 'Mavras' (schwarzviolett). Kleinere, dafür viele Früchte: 'Feher' (zartgelb). Sehr empfehlenswert ist auch Tomatenpaprika mit runden, dickfleischigen, herrlich aromatischen Früchten wie 'Pritavit', 'Tommy' (rot) und 'Topboy' (gelb abreifend).

Länglich-spitz: 'Pinokkio' (gelb, rot abreifend), 'Toscana' (Typ Dulce Italiano, dickfleischig, fruchtig), 'Sammy', 'Midal' (gelb).

Scharfe Peperonis mit länglichen, erst grünen, dann feuerroten Früchten findet man bei 'Apache', 'Fireflame', 'de Cayenne', 'Cheyenne', 'Kekova', 'Westlandia'.

Chili 'Criolla Sella' hat schlanke, gelbe Früchte, 'Habanero' längliche, orange, 'Schwarze Peperoni' schwarze und der 'Sibirische Hauspfeffer' rote, aufrecht stehende Früchte.

Milde Zierpaprika: 'Medusa' (von Sperli, Kiepenkerl).

nach obenKulturdaten in aller Kürze

Die Aussaat von Paprika erfolgt Anfang März in Topfplatten (je zwei bis drei Samen pro Topf) oder in Schalen. An einem warmen (Keimtemperatur 20 bis 24 °C), hellen Ort auf der Fensterbank oder im Gewächshaus aufgestellt, keimt das Saatgut innerhalb von 14 bis 21 Tagen.

Bald nach dem Aufgang auf die beste Pflanze vereinzeln oder in Töpfchen pikieren. Die Jungpflanzen erst nach Mitte Mai in nährstoffreiche, lockere Erde ins Freie setzen, auf einen Abstand von 40 × 60 cm. Der Standort sollte volle Sonne bekommen und windgeschützt sein.

Immer gleichmäßig feucht halten und ab Beginn der Blüte bis August alle 14 Tage flüssig düngen. Geben Sie den Pflanzen Halt durch einen Stab, Schnüre oder Gitter.

Leuchtende Blütenfarben zeichnen den Island-Mohn ­(Papaver nudicaule) aus. Er blüht von Mai bis August. Der Island-Mohn ist eine relativ kurzlebige Staude, erneuert sich aber immer wieder durch Selbstaussaat.
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Schlagworte dieser Seite:

Aussaat, Beta-Carotin, Chili, Essiggemüse, Flavonoide, Paprika-Vielfalt, Peperoni, Tabasco-Pfeffer, Vitamin C, scharf, verdauungsfördernd

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