Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Obst > Schwarze Johannisbeeren
← vorheriger BeitragTrockenheit und Sonnenbrand

Schwarze Johannisbeeren

August 2013 Die Schwarze Johannisbeere gehört zu unseren heimischen Obstarten. Noch heute finden wir einfache wilde Formen in lichten Wäldern, auf feuchtem Boden, im Quellbereich kleiner Bäche und auf anmoorigem, stets saurem Standort. Häufig schützt ein lichtes Kronendach die frühe Blüte vor späten Frösten. Und welche Ansprüche hat das Obst im Garten?


Beispiele guter Pflanzware.
© von Soosten, Rolf
Beispiele guter Pflanzware.

Die Heimat der Schwarzen Johannisbeere erstreckt sich durch die gemäßigte Zone Mitteleuropas bis tief in den asiatischen Raum. Botanisch gehört sie, wie die anderen Johannisbeeren und Stachelbeeren, in die Familie der Steinbrechgewächse − für den Laien kaum erkennbar.

Ständiger Schnitt sorgt für junge Triebe (helles Holz) - eine gute Voraussetzung für besten Fruchtbehang.
© von Soosten, Rolf
Ständiger Schnitt sorgt für junge Triebe (helles Holz) - eine gute Voraussetzung für besten Fruchtbehang.
Die Schwarze Johannisbeere unterscheidet sich im Winterkleid durch die helle Rinde des einjährigen Holzes. Ältere Pflanzenteile verfärben sich dunkel. Dieses helle, junge Holz trägt große Beeren, in den Folgejahren bleiben sie kleiner. Dies ist der Grund für den regelmäßigen kräftigen Schnitt, der den Strauch zu immer wieder neuen Langtrieben veranlasst.

Eine andere Besonderheit ist die frühe Blüte. Bei der Auswahl des Standortes sollte man nicht gerade die Südseite bevorzugen, sondern eher den spätfrostgefährdeten Teil des Gartens meiden.

Die Anforderungen an den Standort sind recht gering: Der Wurzelkörper der Schwarzen Johannisbeere verläuft flach. Sand-, Lehm- und andere Böden werden gut durchwurzelt. Schwache Böden können durch eine Mulchdecke aufgewertet werden. Das ursprüngliche Vorkommen auf anmoorigem Boden weist aber darauf hin, dass eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig ist. Nachteilig kann ein trockener Ostwind während der Blüte sein.

Breit ausladender Strauch mit sichtbar gutem Neutrieb.
© von Soosten, Rolf
Breit ausladender Strauch mit sichtbar gutem Neutrieb.

nach obenRund und gesund

Ideal für diese Obstart ist der runde Strauch. Hecken und Stämmchen sind zwar möglich, wegen des ständigen Fruchtholzwechsels aber nicht so ertragreich. Als Ausgangsmaterial sind dreibis fünftriebige Sträucher bestens geeignet. Selbst Zweitrieber sind brauchbar, sollten nach der Pflanzung aber auf ein Drittel der Rutenlänge zurückgeschnitten werden. Der Strauch treibt aus vielen Augen zu einem kräftigen Busch aus.

Allgemein wird gesagt, diese Obstart sei selbstfruchtbar. Aber ebenso gilt die Aussage, dass sich Fremdbefruchtung positiv auf die Fruchtgröße auswirkt. Da die Fruchtgröße die Pflückleistung beeinflusst, sollte man, wenn mehrere Sträucher gepflanzt werden, auf geeignete Befruchtersorten achten.

Die mit Früchten besetzten Äste werden gut belichtet und trocknen nach Regen schnell ab.
© von Soosten, Rolf
Die mit Früchten besetzten Äste werden gut belichtet und trocknen nach Regen schnell ab.
Vom Kaufpreis abgesehen, ist es egal, ob die Schwarze Johannisbeere als Topfballen oder mit nackter Wurzel gepflanzt wird. Wichtig ist, dass der Topfballen nicht älter als ein Jahr ist (helle Rindenfarbe). Alte Topfballen tun sich mit dem Anwachsen schwer. Nach der Pflanzung verhindert eine Mulchdecke die unnötige Verdunstung. Nicht vergessen: Was kräftig wachsen soll, braucht auch Nährstoffe! Und diese Obstart soll kräftig wachsen, um ständig auf frisches Holz zurückgreifen zu können. Kräftige Topfballenware muss nicht eingekürzt werden.

Wegen des frühen Austriebes sollte auch früh gepflanzt werden. Wenn zum Kauf nur ein großer Markt zur Verfügung steht, sollten Sie zu den ersten Kunden zählen, um nicht das nehmen zu müssen, was andere Ihnen überlassen. In großen Märkten wird selten nachgeliefert, denn früh austreibende Gehölze sind transportgefährdet.

nach obenSortiment

Im Sortiment kennen wir recht starkwachsende Sorten und solche mit gemäßigtem Wuchs. Der Mindestabstand liegt bei etwa 1,6 m auf schwachem Boden. Bei der Wahl der Sorte auf den benötigten Abstand achten, denn der Behang reift ungleich bei zu dichtem Stand.

Vor etwa 50 Jahren wurden in der Fachliteratur etwa 180 Sorten und mindestens ebenso viele unbenannte Kreuzungen und Selektionen genannt. Heute dienen als Quelle nur noch wenige Sortimentsbaumschulen, sodass ein Blick in deren Kataloge reicht.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

Mehrfach genannte Sorten:

  • Bona: Polen; früh blühende und reifende Sorte mit großen Früchten, gutem Aroma, daher für den Frischmarkt geeignet (nach polnischer Quelle).
  • Ben Lomond: Großbritannien; dunkellaubige Sorte, die auf guten Böden zu schwach wächst, auf leichten etwas besser. Aufrecht wachsend, mit festen großen Beeren an mittelgroßen Trauben. Sie reift früh bis mittelfrüh, ist wenig anfällig für Blattfall und beinahe mehltauresistent. Eine ertragreiche Sorte mit guten Fruchteigenschaften. Aufgrund des reichen Behangs ungleichmäßig reifend.
  • Ometa: Deutschland; reift früh in mittleren Trauben, ist großfrüchtig und aromatisch. Wenig Rost, kaum Verrieseln, kaum Mehltaubefall. Mittlerer Ertrag. Sie stammt aus dem Max-Plank-Institut − Dr. Bauer.
  • Titania: Schweden; wächst breit mit ziemlich weichem Holz. Ihr Ertrag ist mittelmäßig, allerdings mit großen Beeren an mittellangen Trauben. Gilt als mehltauresistent, ist lange haltbar am Strauch, aber botrytisanfällig.
  • Tsema: Niederlande; stark und breit wachsende Sorte mit weichem Holz. Sie ist recht ertragreich mit großen Beeren an langen Trauben. Blüte und Reife liegen früh. Sie verfügt über eine gute Saftfarbe, einen hohen Vitamin-C-Gehalt sowie gute Geschmacks- und Aromaeigenschaften. Mehltauanfällig. Tsema ist eine der ertragreichsten Sorten.
  • Silvergieters Schwarze: Niederlande; eine ältere Sorte, die sich durch kräftigen, aufrechten Wuchs mit früher Blüte auszeichnet. Sie hat eine langtraubige Frucht, große Beeren, die dünnschalig und süß sind, intensiv in Farbe und Aroma. Sie verfügt über eine mittlere frühe Reifezeit (Anfang Juli) und neigt zum Vorerntefruchtfall. Ihre Erträge sind hoch bis sehr hoch − abhängig vom Blütewetter und der Befruchtung durch Insekten.
  • E.C.M., auch ECM: Großbritannien; sie soll mehltaufrei sein und weniger von Läusen befallen als andere Sorten.

Nicht nur die Sorten bestimmen den Ertrag. Nährstoffversorgung und Wasserführung beeinflussen das Längenwachstum junger Triebe und damit die Anzahl der Knospen der darin angesetzten Blüten. Kurz nach der Blüte sorgen diese Faktoren für die Fruchtgröße und damit für die Saftausbeute. Belichtung sorgt für Aroma und Zucker.

Seit dem 16. Jahrhundert wird in unseren Breiten die Schwarze Johannisbeere in den Gärten kultiviert. Durch ihre reichen Inhaltsstoffe hat sie bereits früher zur Gesundheit der Bevölkerung beigetragen und noch heute gilt ein guter Saft aus ihr zu den wichtigen Produkten unserer Fruchtsaftindustrie.

← vorheriger BeitragTrockenheit und Sonnenbrand
Früchte der Bayernfeige ‘Violetta’. baumschule-plattner.de
Mut zur Feige!
Der Name zeigt: Die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) ist etwas Besonderes. Ein exponierter Platz im Garten unterstreicht ihr majestätisches Aussehen.
Grüne Tipps im März
Buschbohne ’Canadian Wonder’
Gemüse aus eigenem Anbau: Neuheiten 2018

Schlagworte dieser Seite:

Johannisbeere, Pflanzenteile, Sorten, Standort

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2018

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de