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Trockenschäden an Gartenpflanzen

Feuerdorn, Trockenschaden: Eingetrockneter Ast eines Feuerdorns.
© Balster, Thomas
Feuerdorn, Trockenschaden: Eingetrockneter Ast eines Feuerdorns.

Juli 2013 Viele Gartenbesitzer denken, dass Hitzeperioden im Juli und August Gartenpflanzen besonders schädigen. Allerdings führen nicht nur geringe bzw. ausbleibende Niederschläge in den Sommermonaten, sondern auch abgesenkte Grundwasserspiegel oder sandige Böden bei vielen flachwurzelnden Stauden und Gehölzen zu großen Problemen.


Bedingt durch den zurückliegenden strengen Winter sind an zahlreichen immergrünen Laubund Nadel-Gehölzen wie zum Beispiel Feuerdorn, Kirschlorbeer, Rhododendron, Eibe, Lebensbaum und Scheinzypresse jetzt noch Spuren der so genannten Frosttrocknis erkennbar. Die Gehölze verdunsten im Winter abhängig von Temperatur, Wind und Sonne erhebliche Wassermengen. Da der gefrorene Boden eine Wasseraufnahme über die Wurzeln nicht zulässt, schützen sich die Pflanzen durch zusammenrollen der Blätter oder durch das Abwerfen der Nadeln.

Einige der geschädigten Pflanzen leiden sehr unter den oben beschriebenen Spätfolgen der Frosttrocknis, die durch Kümmerwuchs, Blattfall und partielles Absterben ganzer Triebteile sichtbar wird.

Die Gartenberatung bekam von besorgten Verbandsmitgliedern in den letzten Monaten immer wieder Post mit Pflanzenproben und Bildern von Schadsymptomen. Oftmals waren beigefügte Blätter von Ziersträuchern und Heckenpflanzen in den Randbereichen bräunlich verfärbt oder die Triebspitzen von Gehölzen und Stauden waren abgestorben.

Die genauere Untersuchung − meist bei den zuständigen Pflanzenschutzämtern − zeigte, dass keine Pilzkrankheiten oder tierische Schaderreger erkennbar waren. Standort- und Umweltfaktoren, meist Trockenschäden konnten als Ursache festgestellt werden.

Scheinzypresse: Frosttrocknis (Verbräunung) als Spätfolge des Winters; Rodung des Gehölzes empfehlenswert.
© Balster, Thomas
Scheinzypresse: Frosttrocknis (Verbräunung) als Spätfolge des Winters; Rodung des Gehölzes empfehlenswert.
Auffällig war, dass viele Pflanzenproben von Lebensbaum-Hecken (Thuja-Arten) und Scheinzypressen (Chamaecyparis) übersendet wurden. Diese wiesen braune Triebspitzen auf oder waren komplett abgestorben.

Leider werden in vielen Gärten sehr häufig Lebensbäume angepflanzt, da sie als pflegeleicht, robust und wüchsig angesehen werden. Vergessen wird allerdings, dass Thuja-Arten überaus empfindlich gegen Boden- und Lufttrockenheit sind. In trockenen und kalten Lagen leiden sie unter winterlicher Sonne und Frost. Selbst in den ansonsten eher luftfeuchten Gebieten Norddeutschlands kam es im letzten Winter aufgrund trockener und niederschlagsarmer Monate zu großen Problemen mit Lebensbäumen.

nach obenÜberfällige Frosttrocknis-Probleme lösen

Typischer Trockenschaden an Rhododendron; zunächst Zusammenrollen der Blätter als Transpirationsschutz, dann Absterben ganzer Triebteile als Langzeitfolge.
© Balster, Thomas
Typischer Trockenschaden an Rhododendron; zunächst Zusammenrollen der Blätter als Transpirationsschutz, dann Absterben ganzer Triebteile als Langzeitfolge.
Immergrüne Laubgehölze wie Kirschlorbeer und Rhododendron regenerieren nach starken Rückschnittmaßnahmen bestens. Laubabwerfende Pflanzen können ebenfalls problemlos zurückgeschnitten und zu neuem Wachstum angeregt werden. Grundsätzlich gilt, dass alle am diesjährigen Holz blühenden Ziersträucher wie etwa Sommerflieder und Rispenhortensie im Frühjahr und alle am letztjährigen und älteren Holz blühenden Sträucher wie etwa Forsythie, Weigelie, Deutzie und Pfeifenstrauch direkt nach der Blüte zurückgeschnitten werden sollten.

Im Rahmen der üblichen Pflegeschnitte können durch Trockenheit verursachte Probleme bestens gelöst und abgestorbene Triebteile entfernt werden. Leider fehlt vielen Hobbygärtnern der Mut zum richtigen Schnitt der Gehölze. Daher sollte man stets an die Gärtnerweisheit "Hartes Herz und scharfe Schere" denken und dementsprechend handeln!

Stark geschädigte Lebensbäume und Scheinzypressen treiben aus dem alten Holz nicht wieder aus. Die Rodung und standortgerechte Nachpflanzung mit unempfindlichen und widerstandsfähigen Gehölzen ist hier die einzig sinnvolle Maßnahme.

nach obenTrockenschäden vermeiden − mögliche Maßnahmen

  • Pflanzen werden im Sommer häufig falsch bewässert: Täglich wenig gießen bringt nichts, stattdessen sollte alle paar Tage eine gründliche und durchdringende Wasserversorgung erfolgen. Dadurch gewöhnen sich die Gewächse an den Trockenstress und wurzeln tief.
  • Immergrüne Gehölze sollten besonders in trockenen Herbsttagen rechtzeitig vor absehbaren Frostperioden mit Wasser versorgt werden.
  • Besonders bei leichten Böden sollte die Wasserhaltekraft und Struktur unter anderem durch die Verwendung von Kompost, Mist und Gründünger verbessert werden.
  • Der Boden sollte durch standortgerechte Bepflanzung oder mit Mulchschichten aus Laub, Häckselgut, Grasschnitt etc. bedeckt gehalten und so vor Austrocknung geschützt werden.
  • Schäden an Pflanzen müssen rechtzeitig erkannt und durch Pflegeschnitte beseitigt werden.

Viel Spaß beim Gärtnern im hoffentlich nicht zu trockenen Garten!

Ihr Gartenberater
Thomas Balster

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Eibe, Feuerdorn, Frosttrocknis, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Pflegeschnitt, Rhododendron, Scheinzypresse, Trockenschaden, Trockenschäden

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