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Mit einfachen Mitteln zu besserem Obst

Juli 2013 Ist nicht jeder von uns bemüht, gesunde ausgereifte Früchte im Garten zu ernten? Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten ohne Chemie auf seine Ergebnisse der Gartenarbeit stolz zu sein. Dazu sind Kenntnisse der Biologie nötig, die aber nicht immer Hochschulniveau voraussetzen.


Momentan ist das Ausdünnen angebracht. Dafür gibt es einige einfache Faustregeln: Bei Apfel oder Birne sollten aus einem Blütenbüschel nicht mehr als zwei Früchte zur Reife kommen, die kleineren oder angefressenen werden − schonend für den Fruchtstand − ausgekniffen. Je Frucht benötigt der Baum etwa 50 bis 60 gut entwickelte gesunde Blätter. Ihre Assimilationsleistung entscheidet maßgeblich über die Größe der Frucht.

Hier dürfen nur etwa zehn bereits gut gefärbte Früchte bleiben.
© von Soosten, Rolf
Hier dürfen nur etwa zehn bereits gut gefärbte Früchte bleiben.

nach obenSonnenkinder

Früchte und Blätter brauchen Sonnenstrahlen, nur dann kann sich die Fruchtfarbe entwickeln. Die Fruchtfarbe steht biologisch den Fruchtzuckern nah, daher ist die farbige Seite eines Apfels meist süßer als die Rückseite.

Nun betrachten wir die Krone als Ganzes. Die Peripherie des Baumes profitiert am meisten vom Licht. Das Innere der Krone liegt häufig − wenn es nicht ordentlich ausgelichtet ist − im Schatten. Dort ist die Assimilationsleistung so gering, dass für Trieb- und Blattknospenbildung von der Peripherie Assimilate abgezogen werden. Damit "schmarotzt" der Schattenbereich vom besonnten Teil. Also ist das Säubern des Innenraumes notwendig. Es müssen aber immer wenige Knospen übrig bleiben, die für die Verjüngung von Ästen benötigt werden.

Diese Arbeit bietet sich jetzt an, weil im belaubten Zustand Sonnen- und Schattenräume besser zu unterscheiden sind. In meiner Lehrzeit hieß es im Winter: "Durch eine geschnittenen Baum muss man einen Hut durchwerfen können."

Geht es auf die Ernte zu, erkennt man noch besser, welche Früchte es einzusammeln lohnt. Auch dann ist ein Ausdünnen noch sinnvoll. Obstbauern, die Wert auf Qualität legen, gehen etwa vier Wochen vor der Ernte mit der Schere durch und entfernen Triebe, die die Früchte zu sehr beschatten. Nicht nur die Früchte, auch das Holz reift besser aus.

Das Auslichten der Krone und das Belichten des Fruchtholzes hat einen weiteren Sinn: Wenig bekannt in Hausgartenkreisen ist, dass die Bildung der Blütenknospen − die Blütenknospendifferenzierung − für das nächste Jahr bald nach der Blüte beginnt und sich bis in den Herbst fortsetzt. So bereiten wir jetzt eine gute Blüte für das nächste Jahr vor.

nach obenWasser und Nahrung

Den Boden und seine Pflege dürfen wir nicht vergessen. Er ist die Speisekammer des Baumes. Im Idealfall enthält er ständig pflanzenverfügbare Nährstoffe und ausreichend Wasser. Abgesehen von einer Nährstoffuntersuchung ist es schwer zu erkennen, ob von beidem ausreichend vorhanden ist. Eher kann man etwas am Unkrautwuchs erkennen: Große dunkelgrüne Blätter sind ein gutes Zeichen. Beginnen sie zu welken, kann das ein Zeichen für Wassermangel sein, besonders bei Bäumen auf schwachwachsenden Wurzeln.

Für die Früchte bedeutet Wassermangel einen eingeschränkten Zuwachs. Bei einer nachfolgenden Regenperiode kann die Fruchthaut platzen und faulen. Ab August ist auf gut versorgten Böden die Aussaat einer schnell wachsenden Gründüngerart zu empfehlen. Sie entzieht dem Boden den Stickstoff, bremst das Wachstum und fördert die Ausreife des Holzes zum Winter. Der Aufwuchs dient im Folgejahr als Humusdünger, bleibt also dem Boden erhalten.

Himbeeren: Es bleiben nur so viele neue Ruten stehen wie im Vorjahr.
© von Soosten, Rolf
Himbeeren: Es bleiben nur so viele neue Ruten stehen wie im Vorjahr.

nach obenBeerenobst

Um bei johannisbeerartigem Beerenobst den gewünschten Umtrieb des Fruchtholzes zu erzielen, sind Nährstoff- und Wasserversorgung sehr wichtig, zumal die Wurzeln nicht so weit gehen. Die Jungtriebe sollen im Frühsommer flott wachsen, um dann im Herbst frühzeitig ausreifen zu können. Hier ist die Belichtung des Innenbereiches für den Aufwuchs neuer Triebe wichtig. Eine Fruchtausdünnung entfällt, nicht aber die Ausdünnung der jungen Ruten.

Bei Himbeeren werden im Sinne gesunder Ruten nur so viele Jungtriebe belassen, wie für eine gute Ernte im Folgejahr benötigt werden. Nach Ende der Ernte kann das abgeerntete Holz entfernt werden. Das verhindert Infektionen. Neue Ruten anbinden, sodass sie nicht vom Wind beeinträchtigt werden.

Gleich nach der Ernte werden die guten Erdbeerpflanzen ausgezeichnet, kleine mit Erde gefüllte Plastiktöpfe unter die Jungpflanze eingesenkt und die Pflanze angedrückt. Nach vier bis sechs Wochen steht dort eine zum Pflanzen bereite Jungpflanze. Dies sollte nur bei guten Sorten und gesundem Material geschehen.

Pro Jahr bleiben ein oder zwei neue Triebe zur Verjüngung stehen.
© von Soosten, Rolf
Pro Jahr bleiben ein oder zwei neue Triebe zur Verjüngung stehen.
Es wird oft die Frage nach dem Abmähen des Laubes gestellt. Grundsätzlich ist es in vielen Erwerbsbetrieben zum Standard geworden, allerdings muss es richtig gemacht werden! Der optimale Zeitpunkt liegt etwa zwei Wochen nach der Ernte. Dann ist die Pflanze erschöpft, es kommen kaum neue Blätter. Die alten sind mit Ballast angereichert, den die Pflanze nicht ausscheiden kann. Hierin entstehen Hemmstoffe, die die Blütenbildung bremsen. Entfernt oder reduziert man diese alten, meist auf dem Boden liegenden Blätter, wird dieser negative Einfluss aufgehoben. Der richtige Zeitpunkt ist wichtig, weil die Blütenbildung bei herkömmlichen Sorten um die Tag-und-Nachtgleiche (Mitte September) beginnt. Dann muss aber wieder ein funktionierendes Blätterdach vorhanden sein. Auch bei Erdbeeren bestimmt die Assimilatenmenge den Ertrag und die Qualität.

Bei den Erdbeeren gilt das Ende der Ernte als der effektvollste Düngetermin. Also Wasser und Nährstoffe auf die abgemähten Erdbeeren geben. Der Dank kommt im nächsten Jahr!

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Bild 4: Links Fruchtstände der spätreifenden 'Rovada'. Rechts ähnliches Bild von einem anderen Standort. 'Rolan' mit ebenfalls langen Trossen. Sie blüht und reift wie 'Rovada' sehr spät. Die früh blühende und früh reifende 'Jonkheer van Tets' schien über die frostempfindliche Phase hinweg zu sein.
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Apfel, Beerenobst, Blütenbildung, Brombeere, Himbeere, Johannisbeere, Obst, reife Früchte

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