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Wasserversorgung unserer Obstarten

© Bernd/PIXELIO, www.pixelio.de

Mai 2013 Pflanzen brauchen Wasser, das ist bekannt. Aber was ist zu tun, wenn der Regen nicht ausreicht? Für eine sinnvolle Bewässerung im Hausgarten spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle.


Das für den Nährstofftransport notwendige Wasser bekommt der Obstbaum in unseren Breiten durch den Niederschlag im Sommer, teils auch durch Schnee im Winter. Dabei ist die Verteilung auf die Bundesrepublik recht ungleich. Genauer gesagt liegen die östlichen Bundesländer unter dem Durchschnitt von etwa 830 mm pro Jahr (1 mm = 1 l Wasser/m²). Die Höhenlagen um die Mittelgebirge und die Gebirge selbst können auch die doppelte Menge bekommen. Die Verteilungskarte sieht aus wie ein Flickenteppich.

Ähnlich bunt sähe eine Darstellung der Mengen auf Monate verteilt aus. Die vermeintlich nassen Wintermonate bringen weniger Wasser als der Sommer. Die höchsten Regenmengen fallen in Juni, Juli und August. Wir empfinden es nur nicht, weil Sonne Wärme und Wind eine enorme Verdunstung herbeiführen. Trockenschäden entstehen also meistens im Sommer, jedoch kann auch zu anderen Jahreszeiten Schaden durch Wassermangel entstehen – beispielsweise an Himbeeren und Brombeeren nach trockenen Ostwinden im Winter.

Auch wichtig: Die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern und die damit häufig verbundene Durchwurzelungstiefe.

Nicht jeder Gartenbesitzer muss diese Regeln kennen, sollte sich allerdings Gedanken darüber machen, ob und wie viel zusätzliches Wasser im Bedarfsfall gegeben werden muss.

nach obenBeeren- und Baumobst

Die Erdbeere durchwurzelt bei der Herbst- oder Frühjahrspflanzung einen recht geringen Raum. Erst nach der ersten Ernte gelangen insbesondere die feinen Wurzeln bis in 50 oder 60 cm Tiefe, vor allem auf leichten Böden. Gesunde Bestände schlappen nur extrem selten aufgrund von Trockenheit.

Bei Himbeeren gehen die dickeren, verholzten Wurzeln noch tiefer dem Wasser nach. Vorausgesetzt ist die Durchlässigkeit. Stauwasserführende Horizonte verhindern diese Wurzelbildung. Daher ist für einen gesunden Beerenobstbestand eine gewisse Tiefgründigkeit notwendig.

Beim Baumobst ist die Unterlage maßgebend: Je stärker die Unterlage umso widerstandsfähiger ist der Baum gegenüber Wassermangel. Dabei spielt natürlich auch die Bodenqualität eine Rolle. Moderne schwachwachsende Apfel- und Birnenpflanzungen sollten bei Bedarf bewässert werden. Ohne Wassergaben wirft der Baum Blätter ab, und zwar jene, die für die Fruchtgröße Assimilate produzieren. Das führt zwangsläufig zu kleineren Früchten, mangelhaft ausgebildeten Blütenknospen für das Folgejahr und geringerem Zuwuchs. In ähnlicher Weise reagiert auch das Steinobst. Dort erkennt man die fehlende Fruchtgröße nicht sofort.

nach obenVorbeugen ist wichtig

Wie können wir drohendem Wassermangel sinnvoll begegnen? Einige Strategien liegen auf der Hand, werden jedoch nicht oft genug genutzt. Wir nutzen alle das Fernsehen oder Radio. Wer also umsichtig mit der Gesundheit und dem Wohlbefinden seines Gartens umgehen möchte, sollte in den Frühjahrs- und Sommermonaten die längerfristige Wettervorhersage beachten.

Stehen Obstgehölze in einer Grasnarbe, sollte häufiger gemäht werden, um die Verdunstung zu reduzieren.

Mähgut kann zur Schattierung dünn auf den nackten Boden gestreut werden. Bedenken Sie dabei, dass die Wurzeln gelegentlich über die Baumkrone hinausreichen.

Wenn dies nicht möglich ist, kann die Bodenoberfläche zwei bis drei Zentimeter flach gelockert werden. Dadurch wird die Verdunstung aus dem Boden unterbunden, die Bodenfeuchtigkeit bleibt dem Baum erhalten.

nach obenRichtig wässern

Wie ermitteln wir, ob eine Wassergabe notwendig ist? Altbekannt in der Landwirtschaft ist die Faustprobe. Dazu nimmt man eine Hand voll Boden aus der zu prüfenden Tiefe und drückt sie kräftig in einer Faust zusammen. Fällt beim Öffnen der Faust der Erdballen auseinander, ist der Wassergehalt so gering, dass die Haarwurzel der Pflanze kaum die Kraft hat, Bodenwasser aufzunehmen. Der Zeitpunkt für Wassergaben ist da.

Das Tensiometer zeigt die Saugkraft an, die die Pflanze aufwenden muss, um an das Wasser zu gelangen.
© von Soosten, Rolf
Das Tensiometer zeigt die Saugkraft an, die die Pflanze aufwenden muss, um an das Wasser zu gelangen.
Ein für den Hausgarten geeignetes Tensiometer mit Sensor am unteren und einem Manometer am oberen Ende des Rohres.
© von Soosten, Rolf
Ein für den Hausgarten geeignetes Tensiometer mit Sensor am unteren und einem Manometer am oberen Ende des Rohres.
Für technisch ambitionierte Gartenliebhaber gibt es heute zu akzeptablen Preisen Tensiometer, die die Saugkraft messen. Ein gipsähnlicher Körper sitzt am unteren Ende eines Rohres, das mit Wasser gefüllt wird. Oben wird die Messeinheit aufgeschraubt, die über eine Membran, einen Zeiger und ein Zifferblatt verfügt. Nach der Installation im Boden entsteht durch Wasserentzug aus dem Gipsblock ein Unterdruck. Dieser Unterdruck steht in einem engen Verhältnis zum pflanzenverfügbaren Bodenwasser. Nach einer gewissen Einarbeitung lässt sich der Punkt der Wassergabe recht gut bestimmen.

Abgesehen von der Gießkanne gibt es eine Reihe von Hilfsmitteln zur Bewässerung. Tropfberegnung, unter- und oberirdisch verlegt, sorgt für sparsamen Wasserverbrauch. Besonders sinnvoll bei Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren. Hier sind verschiedene Produkte auf dem Markt.

Schläuche mit unterschiedlichen Regnern sind nicht unbedingt sparsam mit Wasser, erhöhen aber die Luftfeuchtigkeit, was den Aufenthalt im Garten an heißen Tagen angenehmer macht. Bei der Auswahl und Aufstellung von Regnern ist es wichtig, dass möglichst unter der Baumkrone beregnet wird. Sonst besteht die Gefahr von Krankheiten.

Die so genannte Überkronenberegnung dürfte im Hausgarten kaum Bedeutung haben, es sei denn, man nutzt sie zur Frostabwehr. Dafür sind aber besondere Kenntnisse notwendig.

nach obenMenge und Zeitpunkt

Ein wichtiger Punkt ist die zu verabreichende Wassermenge. Eine grobe Faustregel lautet: Um einen Zentimeter zu durchfeuchten, benötigt man 1 l Wasser /m². Die benetzte Fläche in Quadratmeter und die zu durchfeuchtende Tiefe ergibt den Wasserbedarf. Empfehlenswert: Prüfen Sie einige Stunden nach dem Beregnen mit einem Spaten den Erfolg, um Erfahrungen zu sammeln. Bewuchsfreien Boden nach einigen Stunden ganz leicht lockern. So verringern Sie die Verdunstung.

Wann sollte beregnet werden? In frühen Morgenstunden kann das Wasser ohne viel Verdunstungsverlust eindringen. Nach abendlicher Beregnung sollten die Pflanzen abtrocknen können, um Pilzbefall zu vermeiden. Tagsüber kann der Verdunstungsverlust mehr als 50 Prozent betragen.

In einem sehr trockenen Herbst ist es sinnvoll, anspruchsvolle Kulturen vor Frostbeginn zu bewässern. Das trifft nicht nur für Beerenobst zu, auch bei Stauden und einigen Gehölzen (zum Beispiel Rosen) können Ausfälle vermieden werden.

Eine erfolgreiche Zusatzbewässerung ist sicher eine ertragssichernde Arbeit. Es ist aber auch eine verantwortungsvolle Aufgabe den lebenden Pflanzen gegenüber. Daher ist es wichtig, Vor- und Nachteile abzuwägen und den Erfolg zu kontrollieren. Zu geringes Wässern ist sinnlos, zu viel kann schlimme Folgen haben!

nach obenTipp

Einen sehr guten Beitrag zur Installation eines Tensiometers finden Sie im Internet unter www.lwg.bayern.de/gartenbau/gemuesebau/39858/linkurl_2.pdf. Das dazugehörige Gerät: www.tensio.de/produkte.html.

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Zwerg-Hängebrombeere 'Black Cascade'
Interessante Obstneuheiten
Bild 4: Links Fruchtstände der spätreifenden 'Rovada'. Rechts ähnliches Bild von einem anderen Standort. 'Rolan' mit ebenfalls langen Trossen. Sie blüht und reift wie 'Rovada' sehr spät. Die früh blühende und früh reifende 'Jonkheer van Tets' schien über die frostempfindliche Phase hinweg zu sein.
Schäden durch Frost und Trockenheit
Wühlmausfalle, mit einem Band gezeichnet, um sie im Rasen nicht zu übersehen.
Vorbereitung für den Winter

Schlagworte dieser Seite:

Baumobst, Bewässerung, Erdbeere, Himbeere, Nährstofftransport, Tensiometer, Trockenschäden, Verdunstung, Wassermangel, Wintermonate

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