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Johannisbeeren

Januar 2013 Johannisbeeren und Erdbeeren bringen im Hausgarten regelmäßige Erträge auf recht kleiner Fläche. Verbunden mit meist gesundem Wachstum und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten macht sie dies zu den beliebtesten Sommerfrüchten. Wie Sie schnell zu guten Erfolgen kommen, zeigen wir hier.


Dreitriebige Hecke im zweiten Jahr mit gutem Behang.
© von Soosten, Rolf
Dreitriebige Hecke im zweiten Jahr mit gutem Behang.

Bei der Pflanzung sind nicht unbedingt getopfte Pflanzen nötig. Sie sind sehr teuer, bringen aber keine entsprechenden Vorteile. Wurzelnackte Pflanzen aus einer zuverlässigen (BdB-) Baumschule wachsen zuverlässig an. Bei der Pflanzung sollte die untere Verzweigung 3 bis 5 cm mit Erde bedeckt sein. Dies schützt die wertvollen Augen für den Austrieb neuer Ruten.

nach obenQualitätsunterschiede

Gut geeignetes Pflanzmaterial roter Johannisbeeren.
© von Soosten, Rolf
Gut geeignetes Pflanzmaterial roter Johannisbeeren.
Einfache Sträucher haben 3 bis 5 Triebe, besseres Material hingegen 5 bis 7 Triebe. Nach dem Setzen nehmen Sie die schwächsten Triebe fort. Es bleibt ein Strauch, der im ersten Sommer bereits Früchte bringt. Bei wurzelnackten Pflanzen können die obersten Spitzen einige Zentimeter eingekürzt werden. Das entfällt in den Folgejahren.

Pflanzzeiten: Oktober und November oder März und April. Bei späteren Terminen ist getopfte Ware sinnvoller. Den Boden im Umkreis von 50 cm mit Kompost oder Schreddermaterial abdecken. Dies verhindert Verdunstung und überhöhte Temperaturen an den neuen, noch empfindlichen Wurzeln. Ob zur Pflanzung bereits gedüngt werden soll, hängt vom Zustand des Bodens ab. Bei der Pflanzung empfiehlt sich guter Kompost, Mineraldünger aber erst nach dem Anwachsen: einen Teelöffel gleichmäßig auf die abgedeckte Fläche verteilen.

nach obenSchneiden der Sträucher

Beim Schnitt gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen rot-, weiß- und rosafrüchtigen Sorten sowie den Schwarzen Johannisbeeren. Die Sorten der ersten Gruppe bringt die Haupternte am zweiährigen, Schwarze Johannisbeeren dagegen am einjährigen Holz. Bei den roten Sorten benötigen wir daher die – möglichst jungen – Seitentriebe, bei den schwarzfrüchtigen Sorten viele hellrindige junge Triebe. Einfach ausgedrückt heißt das: rote Johannisbeeren weniger schneiden. Im Vollertrag bleiben nur so viele Neutriebe stehen wie alte entfernt wurden. Schwarze Sorten werden stärker geschnitten, tief unten in Bodennähe, um den Neuaustrieb zu fördern.

nach obenSchnittzeitpunkte

Ob gleich nach der Ernte, im Herbst oder Frühjahr geschnitten wird, ist für den Hausgartenbesitzer weniger wichtig. Es sollte aber über mehrere Tage trockenes Wetter herrschen! Dies dient dem biologischen Pflanzenschutz. Denn viele Schadpilze dringen mit ihren Sporen durch frische Schnittwunden ein. Sie zerstören das Holz mit ihren Hyphen, und erst nach mehreren Monaten wird der Schaden sichtbar und ist oft nicht mehr zu bekämpfen.

Mehrere holzbewohnende Pilze dringen in die nicht abgetrockneten Schnittflächen ein.
© von Soosten, Rolf
Mehrere holzbewohnende Pilze dringen in die nicht abgetrockneten Schnittflächen ein.
Besonders bei Johannisbeeren verbreitet ist die Rotpustelkrankheit. Dieser Pilz dringt durch Wunden ein.
© von Soosten, Rolf
Besonders bei Johannisbeeren verbreitet ist die Rotpustelkrankheit. Dieser Pilz dringt durch Wunden ein.

Blattkrankheiten werden durch hohe Nährstoffgaben gefördert. Weiches Blattgewebe und lange Blattfeuchte haben den Sporen von Pilzen nichts entgegenzusetzen. Blattfallkrankheit, Mehltau und Johannisbeerrost seien hier genannt. Wenn nötig, unter der Krone wässern (Tropfschlauch).

nach obenSchädlinge

Ein ganz unangenehmer Vertreter ist die Johannisbeergallmilbe. Ihre Größe ist für unser Auge nicht wahrnehmbar. Erst der Schaden – dick aufgeblasene Knospen – lässt Unangenehmes erahnen. Im Hausgarten ist sie nur schwer bekämpfbar. Das gelegentlich empfohlene Absammeln der befallenen Knospen reicht nicht aus. Während der Wanderzeit der Larven müssen mehrere Schwefelspritzungen termingerecht erfolgen. Bei jungen Sträuchern verzichtet man auf eine Ernte und schneidet bis eben über den Boden herunter. Das Holz verbrennen, sodass keine Wiederbesiedelung stattfinden kann. Voraussetzung für diese Maßnahme ist jedoch, dass sich kein Befall in der Umgebung befindet.

Das Verrieseln bei 'Jonkheer van Tets', häufig nach kaltem Blütewetter, mindert die Erträge in manchen Jahren.
© von Soosten, Rolf
Das Verrieseln bei 'Jonkheer van Tets', häufig nach kaltem Blütewetter, mindert die Erträge in manchen Jahren.
Eingeschränkte Möglichkeiten im chemischen Pflanzenschutz zwingen uns immer mehr auf Widerstandseigenschaften bei der Wahl der Sorten zu achten. Unter diesem Aspekt verringert sich das einst große Sortiment. Neue Sorten kommen hinzu, müssen sich aber erst beweisen. Vergleichsversuche werden vornehmlich im Interesse des Erwerbsobstbaus gemacht, wo gelegentlich nach anderen Kriterien geurteilt wird. Daher ist es kaum möglich, konkrete Neuheiten zu empfehlen.

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Erziehungsschnitt, Johannisbeere, Johannisbeergallmilbe, Pilz, Schnitt, Schädling, schneiden, zurückschneiden

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