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Obstbaumschnitt − Womit beginnen wir?

Dezember 2012 Mit dem Ende der Ernte und dem einsetzenden Laubfall beginnt der ruhigere Teil der Gartenarbeit. Das heißt jedoch nicht, dass es keine Arbeit mehr gibt. Obstbäume und Beerenobststräucher haben im Laufe der Vegetation ihre Form und Struktur verändert. Je nach Obstart und Ziel beginnt der Schnitt, eine besinnliche Beschäftigung, bei der der Kopf und das Können gefragt sind!


Dieses alte Fruchtholz mit seinen unbrauchbaren Früchten nimmt dem Baum wertvolle Kohlehydrate weg. Die Krone sollte "entrümpelt" werden.
© von Soosten, Rolf
Dieses alte Fruchtholz mit seinen unbrauchbaren Früchten nimmt dem Baum wertvolle Kohlehydrate weg. Die Krone sollte "entrümpelt" werden.

Die Bindungen bei Neupflanzungen sollten überprüft werden. Hier ist als Material das so genannte Ballenleinen aus der Baumschule verwendet worden. Vorteilhaft, weil nicht einwachsend und dauerhaft.
© von Soosten, Rolf
Die Bindungen bei Neupflanzungen sollten überprüft werden. Hier ist als Material das so genannte Ballenleinen aus der Baumschule verwendet worden. Vorteilhaft, weil nicht einwachsend und dauerhaft.
Der erste Schritt ist das Entfernen gebrochener Äste und Zweige, Krebsstellen, Totholz – wobei sich hier die Frage nach der Ursache stellt – Fruchtmumien, Wasserreiser und Wurzelschosse.

Der aufmerksame Gärtner wird bei der Ernte festgestellt haben, ob die Ausfärbung der Früchte auch im Inneren der Krone ausreichend war. Wenn nicht, bedarf es einer Auslichtung, das heißt, es werden hauptsächlich altes Fruchtholz und nicht oder schlecht behangene Äste entfernt.

Befindet sich die Baumkrone im Gleichgewicht? Oder ist sie einseitig überbaut? Dann ist jetzt die Zeit zur Korrektur. Oft entsteht dabei ein Loch in der Krone – keine Angst davor, der Baum strebt stets danach, es mit jungem Holz zu schließen!

nach obenKronenumfang verkleinern

Mit zunehmendem Alter werden die Äste oft sehr stark. Nimmt man alle zwei oder drei Jahre davon einen heraus, gibt es Licht und Luft in der Krone. Einen ähnlichen Effekt erzielen wir, wenn das Ende eines solchen Astes auf einen weiter zurückliegenden Zweig "abgesetzt" wird. So wird die Wuchskraft auf einen untergeordneten, schwächeren Seitenast umgeleitet. Macht man das an allen wichtigen Ästen, so kann der Kronenumfang verkleinert werden. Ein Trick, der in Haus- und Kleingärten öfter angewendet werden sollte.

Im noch belaubten Zustand erkennen wir am besten, ob eine Baumkrone zu dicht ist. Verzichten Sie auf einen dicken Ast, es kommen immer wieder neue Äste nach oder von den verbleibenden übernimmt Raum und Funktion des entfernten Astes.

nach obenÜberwachungsschnitt

Eventuell entstandene Wasserreiser können lästig sein. Sie zeigen aber, dass der Baum behandelt wurde. Die Waagerechten sind die wertvolleren, sie beginnen früher mit dem Fruchten und dienen der Verjüngung. Senkrechtstehende werden aufgrund ihrer günstigen Richtung zu stark.

Diese Maßnahmen nennt der Fachmann Instandhaltungs- oder Überwachungsschnitt. Er dient dazu, das erreichte Kronenvolumen und seine Leistung zu erhalten und Fehlentwicklungen vorzubeugen.

nach obenWurzelschosse entfernen

Hier treibt aus der Unterlage Quitte ein Trieb. Er wird glatt an der Rinde der Unterlage weggeschnitten.
© von Soosten, Rolf
Hier treibt aus der Unterlage Quitte ein Trieb. Er wird glatt an der Rinde der Unterlage weggeschnitten.
Wurzelschosse werden oft aus Bequemlichkeit falsch behandelt. Sie gehören an der Entstehungsstelle sauber weggeschnitten. Dazu beseitigt man den Boden so, dass der Schoss mit einem sauberen Schnitt an der Entstehungsstelle entfernt wird. Jede andere Form führt Jahr für Jahr zu neuen Schossen.

nach obenKrankheiten vorbeugen

Fruchtmumien, besonders, wenn sie im Baum hängen bleiben wie hier vermutlich von Fruchtmonilia, ersparen den Sporen den Weg vom Boden bis in die Baumkrone. Weg damit!
© von Soosten, Rolf
Fruchtmumien, besonders, wenn sie im Baum hängen bleiben wie hier vermutlich von Fruchtmonilia, ersparen den Sporen den Weg vom Boden bis in die Baumkrone. Weg damit!
Dabei darf die Gesundheit des Gehölzes nicht vergessen werden. Die eventuell erhaltenen Fruchtmumien werden sorgsam aufgesammelt und eingegraben oder in der Mülltonne entsorgt. Aus Fruchtmumien entstehen Sporen in unvorstellbarer Zahl, die für die Neuinfektionen im folgenden Jahr verantwortlich sind. Das Entsorgen der Fruchtmumien ist eine einfache Maßnahme zur Gesunderhaltung unserer Bäume.

Schorf an der Rinde junger Birnen sorgt wie die Blatt- und Fruchtflecken für neuen Befall im Folgejahr.
© von Soosten, Rolf
Schorf an der Rinde junger Birnen sorgt wie die Blatt- und Fruchtflecken für neuen Befall im Folgejahr.
Für Krebsstellen trifft das gleiche zu. Von Johannisbeeren, deren Holz mit Rotpusteln befallen ist, geht nach jedem Schnitt wieder ein neuer Befall aus. Hat das vergangene Jahr viel Befall durch Schorf auf Früchten und Blättern gebracht, sollte das Laub zusammengeharkt und beim Umgraben mit entsorgt werden. Gleiches gilt für Rost an Birnen!

Die entstehenden größeren Schnittwunden werden mit einem Wundverschlussmittel behandelt. Es soll das mögliche Eindringen holzzersetzender Pilze verhindern. Die oft lang anhaltenden Feuchtigkeitsperioden fördern Infektionen. Daher sollten größere Vorhaben wie Verjüngungsschnitt, Kronenumstellung und Absetzen zum Veredeln im Frühjahr vorgenommen werden.

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Wühlmausfalle, mit einem Band gezeichnet, um sie im Rasen nicht zu übersehen.
Vorbereitung für den Winter
Zweige immer nah am Ast abschneiden.
So tickt der Obstbaum!
Bild 3: Echter Mehltau
Krankes Gemüse? - Nein, danke!

Schlagworte dieser Seite:

Auslichtung, Baumkrone, Krankheit, Krebsstellen, Kronenumfang, Obstbaumschnitt, Totholz, Wurzelschoss, Überwachungsschnitt

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