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Remontierende Erdbeeren

Oktober 2012 Das Angebot an Saisonfrüchten nimmt stetig zu. Auch Hobbygärtner setzen sich mehr und mehr mit immertragenden Beerenobstsorten aus einander. In diesem Jahr wurde vielerorts die Haupterdbeerernte durch anhaltenden Regen geschädigt und der Bedarf an frischen Beeren nicht ausreichend gedeckt.


Ein vielversprechender Bestand zu Beginn der Ernte.
© von Soosten, Rolf
Ein vielversprechender Bestand zu Beginn der Ernte.

Remontierende Erdbeeren können entweder im August/ Anfang September als Grünpflanzen oder im zeitigen Frühjahr als Frigopflanzen gepflanzt werden. Um zu einem üppigen Ertrag zu kommen, sind im Frühsommer reichlich Knospen notwendig. Dazu fördert man die vegetative Entwicklung. Viele Vegetationspunkte (Knospen) bringen dann reichlich Blüten, denn die so genannten tagneutralen Sorten bilden ihre Blütenknospen zu Beginn des Sommers.

Die ersten erscheinenden Blütenknospen werden entfernt. Sie würden mit reifen Früchten in die Haupternte der normalen Sorten fallen. Ab Ende Mai lässt man die Blüten blühen. Von der Blüte bis zum Beginn der Ernte rechnen wir etwa fünf Wochen. Damit wäre eine Fortsetzung der Ernte gewährleistet.

Deformierte und gerissene Früchte kommen nach Witterungswechsel vor.
© von Soosten, Rolf
Deformierte und gerissene Früchte kommen nach Witterungswechsel vor.

nach obenSinnvoller Schutz

Um die Entwicklung zu forcieren, kann die Fläche mit Vlies oder Folie abgedeckt werden. Dieses Material dient zum Ende der Saison als Schutz gegen herbstliche Taufeuchtigkeit, die die gefürchtete Graufäule verursacht. Drahtbügel halten das Deckmaterial auf Abstand über den Pflanzen. Auch die Pflanzung in eine mit Foliengewebe bedeckte Fläche ist günstig. Ihre Vorteile: kein Unkraut, weniger Verdunstung und frühere Erwärmung. Zur Haupternte legt man Stroh, Holzwolle oder Schreddermaterial unter die Fruchtstände, um Sonnenbrand und Verschmutzung zu verhindern.

Bei schwachwüchsigen Sorten kann der Pflanzabstand reduziert werden.
© von Soosten, Rolf
Bei schwachwüchsigen Sorten kann der Pflanzabstand reduziert werden.
Die Pflanzabstände: Im Erwerbsobstbau sind es 35 cm, dies variiert aber mit der Sorte, der Pflanzweise und den Bodenverhältnissen. Für den Hausgarten wäre auf gut gepflegtem Boden eine Beetbreite von etwa 1,20 m, bepflanzt mit drei Reihen auf Mypex-Gewebe eine gute Lösung. Mypex ist ein aus Polypropylen-Bändchen gewebtes Material, das in mehreren Breiten in vielen Gartencentern zu bekommen ist. Eine einmal gelegte Bahn kann ein zweites oder drittes Jahr an gleicher Stelle mit anderen Kulturen bepflanzt werden.

Einige Sorten bilden zu viele Blütenstände, sodass nicht alle Früchte reifen können. Bei der Ernte ist ein richtiges Verhältnis zwischen der Anzahl der Früchte und der Blätter wichtig.
© von Soosten, Rolf
Einige Sorten bilden zu viele Blütenstände, sodass nicht alle Früchte reifen können. Bei der Ernte ist ein richtiges Verhältnis zwischen der Anzahl der Früchte und der Blätter wichtig.

nach obenKluge Ernte

Die Ernte beginnt etwa ab Mitte Juli und kann bis Mitte Oktober reichen. Begrenzt wird sie durch niedrige Temperaturen und Botrytis-Gefahr. Letztere können wir durch Abdecken mit Vlies oder Folie hinauszögern.

Die Ernte der remontierenden Sorten fordert ein gewisses Umdenken: Gepflückt werden die ersten drei bis fünf Früchte je Fruchtstand. Dann sollte man den Fruchtstand auskneifen und entfernen. Das verursacht die Bildung weiterer Blütenknospen. Überreife Früchte werden von Fäulen und Schädlingen befallen. Zu viele Blütenstände nehmen der Pflanze Kraft. Ein ausgewogenes Verhältnis von Frucht und Blatt ist für Qualität und Menge entscheidend.

Die lange Ernteperiode kann Maßnahmen zum Pflanzenschutz notwendig machen. Je nach Sorte können Mehltau, Spinnmilben und Fäulen auftreten. Hier ist die jeweilige Zulassung der chemischen Pflanzenschutzmittel zu beachten. Ein harmonisches Verhältnis von Düngung, Wassergaben und ausreichender Belichtung kann gerade bei den immertragenden Sorten zu gesunden Beständen führen.

Fruchtform und Blätter variieren von Sorte zu Sorte. Häufig finden wir dunkle und sehr feste Früchte.
© von Soosten, Rolf
Fruchtform und Blätter variieren von Sorte zu Sorte. Häufig finden wir dunkle und sehr feste Früchte.

nach obenGuter Geschmack

Sorten, die durch akzeptablen Geschmack auffallen:
  • 'Charlotte' hat ein gutes Aroma und Aussehen. Der Ertrag ist jedoch nur mittelmäßig. Durch engeres Pflanzen kann die Flächenleistung erhöht werden.
  • 'Albion' bringt feste Früchte, mittlere Erträge und späten Erntebeginn. Guter bis mittelmäßiger Geschmack.
  • 'Everest' ist dunkelrot und fest in der Frucht, aber reichtragend. Sie gilt als anfällig für Krankheiten.

Eine ideale oder "beste" Sorte gibt es bisher noch nicht. Die hier genannten Erdbeeren schmecken gut bei voller Reife. Nicht immer aber sind Fruchtfarbe und Aussehen optimal.

Beim Kauf der Sorten sind eine gute Pflanzen-Qualität und -Gesundheit wichtig. Die Ernteperiode zieht sich über drei Monate hin, in denen die Möglichkeiten zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten begrenzter sind als bei herkömmlichen Sorten.

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Bild 1: Eine ebenerdig gepflanzte, remontierende Sorte, die nach der Pflanzung mit Stroh abgedeckt wurde, um unnötige Verdunstung zu verhindern und gegen Beschmutzung zu schützen.
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Schlagworte dieser Seite:

Erdbeerbeet, Erdbeere, Gartencenter, Graufäule, Knospen, Pflanzabstände, Schutz, Sorten, Spinnmilbe, Taufeuchtigkeit

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