Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Obst > Pflege der Erdbeeren im Herbst
← vorheriger BeitragRemontierende Erdbeeren

Pflege der Erdbeeren im Herbst

© Rita Gäbel/PIXELIO, www.pixelio.de

September 2012 Mit der Ernte sollte die Pflege der mehrjährigen Obstarten nicht enden. Denn nach einer gewissen Pause, einer Ruhezeit, wie sie bei den Erdbeeren besonders gut erkennbar ist, bereiten sich die Pflanzen nicht nur auf den Winter, sondern auch auf die nächste Ernte vor.


Ist bei den Erdbeeren die letzte Frucht gepflückt, dauert es zwei bis drei Wochen bis die ersten neuen Blätter sichtbar werden. Die alten Blätter werden dunkel, zum Teil beginnen sie sich rotbraun zu verfärben. Dies ist ein Zeichen, dass sie der Pflanze nicht mehr dienen. In ihnen lagern sie Ballaststoffe ab, die die Pflanze − im Gegensatz zu Mensch und Tier − nicht ausscheiden kann. Es entstehen Verbindungen, die der Blütenbildung entgegenwirken, so genannte Hemmstoffe. Darauf beruht die Empfehlung für den Erwerbsobstbau, das Laub nach der Ernte abzumähen oder besser, die alten seitlichen Blätter zu entfernen. Die sich dann entwickelnden neuen Blätter übernehmen eine wichtige Funktion: Die Blütenknospeninduktion, die Bildung der Blütenanlagen für die nächste Ernte. Bei unseren einmaltragenden Sorten beginnt dies mit der Tagundnachtgleiche, also Mitte September.

Die Menge der Blütenanlagen ist von drei Dingen abhängig: der Anzahl funktionstüchtiger Blätter, vom Nährstoffangebot und vom Wetter − sprich vom Sonnenlicht. Die ersten beiden Bedingungen können wir in einem gewissen Rahmen beeinflussen.

Ab Anfang August "putzt" man die Pflanzen. Alte Blätter werden entfernt und sorgsam entsorgt. Die Ausläufer, sofern die Jungpflanzen nicht gebraucht werden, nehmen der Mutterpflanze Kraft weg, die an anderer Stelle benötigt wird. Sichtbar mit Schädlingen und Krankheiten befallene Pflanzenteile kommen in die Mülltonne!

nach obenNährstoffgabe

Wenig bekannt ist, dass der beste Düngungstermin für Erdbeeren gleich nach der Ernte liegt. Diese Obstart braucht Nährstoffe, aber in Maßen! Sie zählt zu den salzempfindlichen Kulturen und sollte deswegen nicht überdüngt werden. Die Pflanze muss mit Winterbeginn zur Ruhe kommen. Erkennbar an den kurzstieligen letzten Blättern im November, die die winterliche Blattrosette bilden. Ideal ist eine geringe mineralische Gabe eines Volldüngers, wegen seiner schnellen Verfügbarkeit, und einer Kompostgabe. Nährstoffzehrende Unkräuter haben im Erdbeerbeet keinen Platz.

Leider können wir Wetter und Sonnenlicht nur wenig beeinflussen. Doch wir können unnötigen Schatten beseitigen und das Ergebnis durch eventuelle Beregnung begünstigen.

Bei den durchtragenden Sorten setzt die Blütenknospeninduktion erst im Frühjahr ein, die Ernte beginnt später, zeitgleich mit der Ausläuferbildung. Diese Ausläuferpflanzen werden jetzt im Herbst gesetzt, damit sie sich im Frühjahr gut entwickeln. Man sollte jedoch nicht die starken Pflanzen benutzen. Bei ihnen ist die Fruchtgröße im Folgejahr wegen zu dichten Behangs nicht ausreichend.

nach obenMilbe & Co.

Die kaum sichtbaren Schädlinge im Spätsommer sind besonders problematisch: die Weichhautmilben. Das menschliche Auge erkennt sie ohne Hilfsmittel kaum. Mit einer starken Lupe oder einem Mikroskop finden wir auf der Blattunterseite zwischen den Haaren fast durchsichtige, bis zu einem Viertelmillimeter kleine Tiere und deren Eier. Besser zu erkennen ist das Schadbild. Die jüngsten Blätter entfalten sich nicht recht, das Blattgewebe ist matt dunkelgrün, die Blattstiele bleiben kurz. Da es keine praktikablen Bekämpfungsmittel gibt, gehören symptomatische Pflanzen komplett in die Mülltonne!

Die einzige Gegenmaßnahme ist sauberes Pflanzgut aus zuverlässigen Quellen. Wenn aus eigenem Bestand gepflanzt wird, sollten nur Mutterpflanzen verwendet werden, die frei von Symptomen sind. Sicherheitshalber dürfen die Pflanzen nicht älter als zwei Jahre sein, denn ein starker Befall tritt oft im dritten Jahr auf. Die Vermehrung des Schädlings wird durch Wärme und Luftfeuchtigkeit begünstigt. Daher wähle man einen luftigen Standort.

Im Spätsommer können vermehrt Blattflecken auftreten, verursacht durch verschiedene Pilze. Besonders Alternaria alternata, weit verbreitet an mehreren Kulturpflanzen. Der Pilz verursacht rundliche violette bis braune Flecken, die, wenn sie stark auftreten, ganze Blätter absterben lassen. Der Befall tritt auch an Blattstielen und Ausläufern auf. Länger anhaltende Feuchtigkeit und Wärme begünstigen die Entwicklung. Wirksame Mittel sind im Hausgarten leider nicht einsetzbar. Auch in diesem Falle reduziert ein luftiger Standort die Gefahr.

← vorheriger BeitragRemontierende Erdbeeren
Die Erdbeersorte 'Mieze Schindler'.
Der Geschmack von Erdbeeren
Bild 1: Eine ebenerdig gepflanzte, remontierende Sorte, die nach der Pflanzung mit Stroh abgedeckt wurde, um unnötige Verdunstung zu verhindern und gegen Beschmutzung zu schützen.
Immertragende Erdbeeren
Auf der Unterseite des wenig gegliederten Körpers befinden sich vier Paare von Extremitäten, die als umgebildete Beinpaare zu betrachten sind. Milben gehören zu den Spinnen. Diese Milbenart wird bis zu einem viertel Millimeter groß und vermehrt sich durch Eier.
Unsichtbare Erdbeerschädlinge - Weichhautmilben

Schlagworte dieser Seite:

Blütenbildung, Erdbeere, Herbst, Milbe, Nährstoff, Pilzerkrankung, Schädling, Weichhautmilben

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
9. November 2014

Manfred Reinhold

Ihre Abhandlung hat mir sehr geholfen. Alle Hinweise sind Klar verständlich.Danke.

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2018

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de