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Immertragende Erdbeeren

Erdbeeren
© Kurt F. Domnik / PIXELIO, www.pixelio.de
Erdbeeren

Juni 2012 Eine lang anhaltende Ernte bis in den Spätsommer versprechen immertragende Erdbeeren. Aber nur bei geschickter Pflege.


Die einmaltragende Erdbeere beginnt mit der Bildung von Blütenknospen im September nach der Tag-und-Nacht-Gleiche und setzt sich fort, solange die Vegetation es zulässt: bei offenem Wetter, ausreichendem Licht für die Assimilation und gesundem Laub. Das kann bis in den November der Fall sein.

Den immertragenden oder tagneutralen Sorten fehlt dieser Steuermechanismus, sie setzen Blütenknospen während der ganzen Vegetationsperiode an. Bei geschickter Pflege kann so die Erdbeerernte bis in den September hinein verlängert werden.

nach obenGrundsätzliches

Zunächst muss klar sein, ob die Umstände die Pflanzung auf einem Damm zulassen oder ob auf ebener Erde gesetzt werden soll. Die Pflanzung auf einem Damm hat den Vorteil, dass bei beginnender Taufeuchtigkeit im Herbst der Befall von Botrytis und anderen Fäulen gemindert wird. Die Pflanze steht höher, trocknet schneller ab und bei stärkeren Niederschlägen liegen die Früchte trocken. Den Vergleich zur ebenerdigen Pflanzweise zeigen die Bilder 1 und 2.

Bild 1: Eine ebenerdig gepflanzte, remontierende Sorte, die nach der Pflanzung mit Stroh abgedeckt wurde, um unnötige Verdunstung zu verhindern und gegen Beschmutzung zu schützen.
© von Soosten, Rolf
Bild 1: Eine ebenerdig gepflanzte, remontierende Sorte, die nach der Pflanzung mit Stroh abgedeckt wurde, um unnötige Verdunstung zu verhindern und gegen Beschmutzung zu schützen.
Bild 2: Eine moderne Sorte, auf Damm mit Folie gepflanzt, zu Beginn der Ernte. Die streng aufrecht stehenden Fruchtstände und das derbe dunkle Blatt deuten auf eine gesunde Sorte hin.
© von Soosten, Rolf
Bild 2: Eine moderne Sorte, auf Damm mit Folie gepflanzt, zu Beginn der Ernte. Die streng aufrecht stehenden Fruchtstände und das derbe dunkle Blatt deuten auf eine gesunde Sorte hin.

Bei herkömmlichen Sorten geben wir die Nährstoffe bald nach der Pflanzung und sofort nach der Ernte. Bei den Immertragenden zieht sich die Ernte aber über Monate hinweg. Daher sorgt man vor der Pflanzung für eine nachhaltige Nährstoffversorgung, zum Beispiel durch guten Kompost mit entsprechenden organischen oder mineralischen Düngern. Im Idealfall werden die Flächen bereits einige Wochen vorher tief gegraben oder gelockert. Erdbeeren wurzeln 40 cm tief.

Die Pflanzung kann entweder im September oder besser im März geschehen. Wichtig: Auch bei den Immertragenden muss die Knospe über dem Boden liegen. Bei zu tiefem Pflanzen besteht die Gefahr von Phytophthera fragariae und Phytophthora cactorum, zwei kaum zu bekämpfende Erdbeerkrankheiten.

Bild 3: Unzureichende Strohabdeckung führt zu Fäulnis an Stielen und Früchten.
© von Soosten, Rolf
Bild 3: Unzureichende Strohabdeckung führt zu Fäulnis an Stielen und Früchten.
Bild 4: Ein solcher Ertrag war vor 10 Jahren kaum vorstellbar. Wichtig ist eine gute Ernährung.
© von Soosten, Rolf
Bild 4: Ein solcher Ertrag war vor 10 Jahren kaum vorstellbar. Wichtig ist eine gute Ernährung.

nach obenRichtig wässern

Ein altes Gärtnerwort lautet: "Gut angedrückt ist halb angegossen". Um den Pflanzschock schnell zu überwinden, kann eine Wassergabe sofort nach dem Setzen sinnvoll sein. Bei dieser Art der Kulturführung ist eine gleichmäßige Wasserversorgung vorteilhaft. Schließlich laufen gleichzeitig vegetative (Wachstum) und generative (Fruchten) Vorgänge ab. Das Pflanzloch sollte groß genug sein, denn der Umfang an der Basis nimmt beachtlich zu. Bei anhaltender Trockenheit kann eine Wassergabe notwendig werden.

Die Pflanzung auf Dämmen mag im ersten Moment kritisch erscheinen, doch überwiegen die Vorteile. Zum Abdecken des Dammes eignen sich aufgeschnittene Mülltüten, die innen schwarz sind. Seitlich sollten sie etwa 10 cm in den Boden eingebracht werden. Die schwarze Seite kommt nach oben, dadurch erwärmt sich der Boden schneller. Mit zunehmender Sonne beschattet das Blattwerk den Belag.

nach obenQual der Wahl

Das Sortiment ist mittlerweile angewachsen. Alte Sorten wie 'Revada', 'Rabunda', 'Ostara', 'Selva' und 'Rapella' sind durch neue ersetzt worden und nicht mehr anbauwürdig. Die alte französische Sorte 'Mara de Bois' schmeckt zwar hervorragend, ist jedoch im Anbau nicht leicht. Der Erwerbsanbau bevorzugt zurzeit 'Albion', 'Charlotte', 'Diamante' und 'Everest'. Geschmacklich befriedigen nicht alle. Für den geschützten Anbau unter Folie werden noch andere Sorten empfohlen. Die Stuttgarter Firma Reinhold Hummel hat seit Jahren eigene Züchtungen, die den Vorteil einer guten Anpassung an unser Klima haben und zudem gut im Aroma sind.

Im eigenen Garten haben wir den Vorteil, die Früchte wirklich in der vollen Reife pflücken zu können. Gekaufte Ware wird wegen des Transports oft früher gepflückt. Es lohnt sich also, einen Versuch mit immertragenden Sorten zu machen.
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Schlagworte dieser Seite:

Anbau, Anbautechnik, Erdbeere, Nährstoff, Sorten

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