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Richtig erziehen: Süßkirschbaum im Garten

Süßkirschen
© Rosel Eckstein / PIXELIO, www.pixelio.de
Süßkirschen

März 2012 In den vergangenen Jahrzehnten wurde immer wieder empfohlen, Süßkirschen nicht im Haus- und Kleingarten zu pflanzen. Dies war und ist noch heute zum Teil berechtigt: Die Vorfahren unserer Süßkirschen sind die stattlichen Vogelkirschen (bis 20 m). Unsachgemäße Grenzabstände verursachen Ärger und die Früchte sind – wenn überhaupt – nur unter Risiko zu pflücken. Auch der Ertragsbeginn lässt lange auf sich warten und wegen der genetisch bedingten Befruchtungsprobleme sind Erträge nicht sicher.


In den letzten 50 Jahren hat eine intensive Forschung mit dem Ziel schwächer wachsender Wurzelunterlagen eingesetzt. Die Erfolge sind bereits in guten Baumschulen verfügbar: Es gibt heute Sorten-Unterlagen-Kombinationen, die ähnlich wie beim Apfel wesentlich kleinere Bäume bilden, früher mit dem Ertrag einsetzen und einfacher zu ernten sind. Das Problem der Befruchtung kann durch Pflanzung einer passenden Sorte weitgehend gelöst werden.

Allen voraus ist die 'GiSelA 5' zu nennen. Sie ist eine Selektion aus Sämlingen von 'Schattenmorelle' und einer in China vorkommenden Wildkirsche (Prunus cerasus × Prunus canescens). Ihr Name weist auf die Herkunft Gießener Selektion hin. Aus mehreren neu entstandenen Unterlagen hat sich die 'GiSelA 5' als die brauchbarste herauskristallisiert und wird heute bereits häufig angeboten.

In Dresden entstanden die PIKU 1, 3 und 4, deren Wuchs im Vergleich zur Vogelkirsche 65 bis 70 Prozent, 90 Prozent und 60 bis 65 Prozent beträgt (nach CDB – Consortium Deutscher Baumschulen). Die Wuchsstärke ist im Vergleich zur Unterlage Vogelkirsche eher als mittelstark zu bezeichnen. Ihre Verbreitung lässt noch zu wünschen übrig.

nach obenDie Krone

Im zweiten Jahr nach der Pflanzung: Weite Astwinkel garantieren langsames Wachstum und früh einsetzenden Ertrag.
© von Soosten, Rolf
Im zweiten Jahr nach der Pflanzung: Weite Astwinkel garantieren langsames Wachstum und früh einsetzenden Ertrag.

Hinsichtlich der Erziehung der Krone stoßen wir auf eine Schwierigkeit: Sie lässt sich nicht schadlos schneiden wie ein Apfelbaum. Besser ist es, ganz auf den Schnitt junger Bäume zu verzichten. Schnittstellen verursachen in den Leitungsbahnen einen Saftstau, der sich durch Gummosis (Gummifluss) äußert. Dem können wir durch geeignetes Pflanzmaterial begegnen.

Die Bilder zeigen den Vergleich:
  1. Ungeeignetes Pflanzgut: zu wenige Seitenäste und viel zu steil.
    © von Soosten, Rolf
    Ungeeignetes Pflanzgut: zu wenige Seitenäste und viel zu steil.
    Die Seitenäste sollen möglichst in einem weiten Winkel den Stamm verlassen. Das erspart nicht nur das Binden, sondern verhindert das Aufreißen im Astwinkel.
  2. Ein "Quirl" ist ungeeignet für die Erziehung eines Kirschbaums.
    © von Soosten, Rolf
    Ein "Quirl" ist ungeeignet für die Erziehung eines Kirschbaums.
    Die Seitenäste sollen den Stamm in unterschiedlicher Höhe verlassen. So genannte Quirle drosseln die Entwicklung des Mitteltriebes, das ausgewogene Verhältnis von Baumhöhe zu Breite – aus statischen Gründen nötig – ist nicht gesichert.


  • Süßkirsche nach dem zweiten Jahr. Dieser Baum trug bereits eine Schüssel voller Früchte. Seine beiden unteren Seitenzweige wurden herunter gebunden. Die Krone ist offen für das Sonnenlicht. | © von Soosten, Rolf
  • Hier steht der zweite Seitenast zu steil und wurde 5 cm über einem nach außen weisenden Auge abgesetzt. Der Neutrieb sollte etwas höher gebunden werden, um so die Bildung einer ausgewogenen Krone zu stärken. | © von Soosten, Rolf
  • Dieser fünfjährige Baum hat seine endgültige Größe erreicht und kann durch Schnitt begrenzt werden. Er passt in die meisten Gärten. | © von Soosten, Rolf

Bei der Pflanzung ist die richtige Höhe wichtig: Die Veredlungsstelle muss sich dauerhaft über der Erde befinden. Die Seitentriebe werden nicht angeschnitten. Ragen einige Triebe nennenswert über die verbleibenden hinweg, muss man sie herunter binden. Steil stehende Äste wachsen stärker als schwächere. Daher kann man die dickeren vorsichtig in Richtung Waagerechte binden. Auch bei den Süßkirschen gilt: Waagerechte Äste bilden – verursacht durch den Assimilatestau – verstärkt Blütenknospen. Früchte mindern das Längenwachstum. Durch das Auf- und Abbinden kann bei den Baumobstarten – aber nur bei diesen – das Wachstum reguliert werden.

Pflanzabstand 2,5 m. In diesem Stadium beginnt man, erste dicke Äste zu entfernen.
Süßkirschbäume - Früher verpönt, heute modern
Japanische Blütenkirsche, Prunus serrulata ‘Kiku-shidare-sakura’
Formschöne Blütenkirschen
Eine Bukettknospe von der Stammverlängerung. Sie garantiert erste Blüten und weiteres waagerechtes Holz.
Süßkirschen auf schwachwachsenden Unterlagen

Schlagworte dieser Seite:

Baumschnitt, Kirsche, Süßkirsche, Veredelung, Veredlungsstelle, Vogelkirsche

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Diesen Artikel kommentieren (2)

1
|
12. Februar 2015

lebe

Ich habe einen 10 bis 12m hohenSüßkirschbaum.
Wie kann ich ihn einkürzen?

2
|
7. März 2015

Mir egal

das hat mir nicht geholfen!!!!

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