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Schädlinge auf dem Vormarsch

Januar 2012 In den letzten Monaten konnte man in den deutschsprachigen Fachzeitschriften für den Obstbau einige beunruhigende Nachrichten lesen. Vor allem die Ausbreitung von Schädlingen, die bisher selten oder überhaupt nicht in Mitteleuropa heimisch waren, lässt aufhorchen.




nach obenKirschessigfliege

Aus Südtirol und der Schweiz berichtete man von der Kirschessigfliege, die in Südtirol im Weinbau und in der Schweiz auf Beeren- und Steinobst aufgetreten ist. Von den bekannten Essigfliegen weiß man, dass sie die Eier an geschädigtes oder bereits faulendes Obst legen. Die Kirschessigfliege hingegen kann die Fruchthaut fast reifer Früchte beschädigen und ihre Eier darin ablegen. Da die Zeit von der Eiablage bis zum fertigen Tier nur 8 bis 14 Tage dauert, ergibt sich eine hohe Vermehrungsrate. Die aus Asien stammende Art soll über Amerika und Südwesteuropa eingedrungen sein. Ihre Anpassungsfähigkeit lässt befürchten, dass sie sich auch nach Mitteleuropa ausbreiten wird. Eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln ist wegen der Rückstandsproblematik und der nicht vorhandenen Zulassungen kaum möglich.

nach obenMaulbeerschildlaus

Über die Maulbeerschildlaus wird bereits seit Jahren gesprochen. Doch zur bedrohlichen Ausbreitung kam es erst in den letzten Jahren. In der Bundesrepublik wurden Vorkommen an Johannisbeeren und Pfirsichen bekannt. Das Schadbild: Weißer Belag auf der Rinde und gelegentlich auf Blättern. Die Tiere sitzen dicht gedrängt und haben einen wachsähnlichen weißen Flausch über ihren Schilden. Die weiblichen Tiere sind weniger auffällig und beweglicher. In der zweiten Generation werden die flugfähigen männlichen Tiere durch Duftstoffe angelockt. Die chemische Bekämpfung ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt mehrere Schlupfwespenarten, von denen die Schildläuse parasitiert werden. Bei einem Massenbefall reichen sie aber wohl kaum aus.

nach obenWalnussfruchtfliege

Die Walnussfruchtfliege ist ein aus Nordamerika stammender, unserer Kirschfruchtfliege nahestehender Schädling. Das erwachsene Tier legt seine Eier in die grüne Fruchtschale von Walnüssen. Die beinlosen Maden fressen nur in der die Nuss umgebenden grünen Schale. Zur Überwinterung wandern die Maden in den Boden. Der Befall lässt sich an der Schwarzfärbung der Schale erkennen und ähnelt der Pilzkrankheit Marsonnina, bei der sich jedoch auch die Blätter verfärben. Nach dem ersten Auftreten in der Umgebung von Freiburg/Breisgau scheint sich der Schädling rheinabwärts auszubreiten. Fotos sind unter www.arbofux.de/walnussfruchtfliege.html zu finden.

nach obenBohnenfliege an Obst

Die fußlose Made einer Bohnenfliege auf einer Erdbeere.
© A. Nordmann
Die fußlose Made einer Bohnenfliege auf einer Erdbeere.
An der grünen Bohne verursachen die Maden der Bohnenfliege während der Keimung Fraßschäden an Keimblättern und jungen Trieben. Diese aus dem Gemüsebau bekannte Fliegenart hat sich neue Wirtspflanzen gesucht: Kleine runde Löcher in der Fruchthaut reifer Erdbeeren und darin lebende kleine, weiße Maden lösten ein Rätselraten aus – bis man den Urheber erkannte. Insbesondere bei Frigo-Früchten traten erstmalig in 2011 ernste Schäden mit wirtschaftlichen Einbußen auf. Ob es sich bei diesem Übergriff auf die Erdbeere um eine einmalige Beobachtung handelt, ist derzeit unklar.

Ob diese Eindringlinge langfristig eine Belastung werden oder nur vorübergehende Gäste sind, wird die Zukunft bringen. Und ob die Ausbreitung eine Folge der Globalisierung des Handels oder der Klimaerwärmung ist, dürfte eine theoretische Frage bleiben. Für den Gartenbesitzer ist aber in jedem Fall das frühzeitige Erkennen wichtig, um gegebenenfalls reagieren zu können.

Gemeine Spinnmilbe
Die Gemeine Spinnmilbe
Apfelwickler
Gefräßiger Apfelwickler
Gartenspaß statt Schneckenfraß

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Bohnenfliege, Eiablage, Kirschessigfliege, Maulbeerschildlaus, Schädling, Schädlingsbefall, Walnussfruchtfliege

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