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Kräuter und Gewürze − Früher gesammelt, heute biologis angebaut

Oktober 2011 Kräuter und Gewürze sind nach allgemeiner Lesart Teile von Pflanzen, die zu verschiedenen Zwecken und in unterschiedlicher Weise aufbereitet sind. Täglich in der Küche verwendet und damit zum Alltag gehörend, macht sich selten jemand Gedanken über ihre Herkunft und über ihre Rolle in unserer Kultur. Dass zum Beispiel Pfeffer und Ingwer aus Asien, Vanille aus Mittel- und Südamerika stammen.


Aus dem Zweistromland gelangten in vorchristlicher Zeit Gewürze in den Mittelmeerraum, wo die dort heimischen hinzukamen. Aus römischen Aufzeichnungen sind mehr als 50 Kräuter und Gewürze bekannt. Heutzutage kennen wir unzählige mehr.

Das Geheimnis dürfte in unseren veränderten Koch- und Essgewohnheiten sowie in der Zusammensetzung unserer heimischen Restaurant-Landschaft liegen. Ursache ist hier sicher die seit einigen Jahrzehnten boomende Reisewelle. Beliebte Mitbringsel sind Kräuter und Gewürze, um in der eigenen Küche ein wenig Urlaubsflair entstehen zu lassen. So auch in unserer Familie. Seit 1987 besuchen wir bei unseren Aufenthalten auf der Insel Samos jenen Betrieb, der damals mit der ganzen Familie Kräuter sammelte und den Urlaubern anbot.

In den fast jährlichen Besuchen beobachteten wir die Entwicklung mit Erstaunen: Die Familie machte sich zunächst unter extremen Bedingungen eine Angebotslücke im sich entwickelnden Tourismus zu Nutze, indem sie die selbst gesammelten Kräuter feil bot. Mittlerweile halten dort die Busse der Inselrundfahrten zum Einkaufen. Bereits seit etwa 40 Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Thessaloniki zur wissenschaftlichen Unterstützung. Ebenso hat sich der Betrieb seit rund zehn Jahren verpflichtet, die Produkte unter der Maßgabe der Organisation des biologischen Anbaus aufzubereiten und zertifizieren zu lassen. Man führt das BIO-Label.

Neben den bekannten Zutaten für ein gutes Essen kultiviert der Betrieb Zitronenverbene, Lavendel, Lorbeer, Bergtee Sideritis und diverse Mischungen, Flaskuni (wilde Minze), Holunder und Zistrose, Diptam (der früher zur heimischen Flora auf trockenen kalkigen Standorten gehörte und dort eine interessante "brennende" Pflanze darstellte) und Kaper, die überall im Küstenbereich als dorniger halbhoher Strauch vorkommt.

Das Kernstück des Destillierapparates. In der Bildmitte sieht man die Blase zum Auffangen des Destillates. Links hinter der Mauer stehen Kessel und Ofen.
© von Soosten, Rolf
Das Kernstück des Destillierapparates. In der Bildmitte sieht man die Blase zum Auffangen des Destillates. Links hinter der Mauer stehen Kessel und Ofen.
Aus 13 verschiedenen Kräutern werden in einem modernen Destilliergerät reine ätherische Öle destilliert und von Hand abgefüllt. Je nach Pflanzenart bedarf es 500 bis 1.000 kg Material. Kaum vorstellbar, wie viel Handarbeit dazu notwendig ist.

Die Flächen sind – gemessen an unserer Landwirtschaft – extrem klein, abschüssig und knapp, Maschinen kaum vorhanden. Der Boden besteht aus Schotter, glänzend durch die lichtreflektierenden Bestandteile des Gesteins. Neuerdings wird bei Neuanpflanzungen wassersparende Tropfberegnung installiert.

  • Kleinparzellierte, terrassierte Anbauflächen am Südhang auf der Insel Samos in der Aegaeis. | © von Soosten, Rolf
  • Oreganopflanzung in der Umgebung von Olivenbäumen und Zypressen. | © von Soosten, Rolf
  • Ältere Thymianpflanzung am Dorfrand. | © von Soosten, Rolf
  • In diese Salvienreihe hat sich der Sämling eines 'Eukalyptus‘ hineingeschmuggelt. Im Vordergrund des Bildes sieht man die „Qualität“ des Bodens. | © von Soosten, Rolf
  • Die kniehohe Zitronenverbene, dort auch Louisa genannt, gibt einen betörenden Duft ab. | © von Soosten, Rolf
  • Blick auf die fruchtbare Ebene, in der Orangen und Olivenbäume gedeihen. Vorne eine junge Lavendelpflanzung mit wassersparender Tropfbewässerung, in der Bildmitte ein bekanntes Kloster, am Bildoberrand die Landebahn des Flughafens. | © von Soosten, Rolf

Blick in den modernen Laden für selbst geerntete und produzierte Produkte, zu denen auch Olivenöl von eigenen Bäumen gehört.
© von Soosten, Rolf
Blick in den modernen Laden für selbst geerntete und produzierte Produkte, zu denen auch Olivenöl von eigenen Bäumen gehört.
Die über vierzigjährige Erfahrung sowie die damit verbundene Qualität und Frische haben einen großen Kundenstamm zur Folge. Auch bei uns in Deutschland sind die Waren dieses Betriebes inzwischen erhältlich.

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Samos
© Rolf Handke / PIXELIO, www.pixelio.de
Samos
Die Insel Samos liegt in unmittelbarer Nähe zur türkischen Küste Kleinasiens. Sie ist reich an Sagen und mythologischen Bezügen. Vielleicht erinnert sich jemand an Schillers Ballade "Ring des Polykrates", der vor Samos' Küste zu Meere fiel? Oder an die dort geborene Hera, die Gattin des Zeus, die oberste griechische Göttin, die Himmelskönigin? Auf der Südseite des Gebirges liegt in etwa 300 m Höhe der Ort Koumaradei. Unter ihm werden im Tal die bekannten Orangen des Ortes Myli angebaut und nicht weit entfernt – wiederum hoch über der Ebene – liegt der durch seinen Honig bekannte Ort Pirgos.

nach obenKräuter und Gewürze im Internet

Quellen: Ein interessanter Beitrag zur Geschichte von Kräutern und Gewürzen findet sich im Internet auf der Website der Universität Klagenfurt unter: http://eeo.uni-klu.ac.at

Kräuter und Gewürze, Weine und Olivenöle aus Samos online bestellen: www.enexia.de

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Bergtee, Flaskuni, Gewürze, Gewürzkräuter, Holunder, Kräuter, Lavendel, Lorbeer, Minze, Wildkräuter, Zistrose, Zitronenverbene

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
19. Oktober 2011

Machel

Hallo,

der Link zur Uni Klagenfurt ist nicht richtig....

Machel, Solingen

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