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Bodensanierung

September 2011 Nicht alle Haus- und Kleingärten stehen auf jungfräulichem Land. Gemüse hat eine kürzere Umtriebszeit und verschiedene Pflanzenarten. Anders sieht es beim Obst aus. Viele Obstarten gehören zur Pflanzenfamilie der Rosengehölze, die mit verringertem Wachstum reagieren, wenn man sie wieder auf die gleiche Stelle pflanzt. Ein weiterer Nachteil: Wegen ihrer langen Lebensdauer wird der Standort – der Boden – sehr einseitig belastet und ausgezehrt. Was ist also zu tun, bevor ein Standort wieder bepflanzt wird?


Nach dem Roden der alten Gehölze – die Erdbeeren beziehen wir ein – lockert man den Boden gründlich. Gegraben wird später. Je nach Jahreszeit und Ziel, kann eine Gründüngerart oder eine Mischung verwendet werden. Feuchthalten und eine leichte Startdüngung fördern die Entwicklung.

nach obenGute Gründe für Gründüngung

Bei einer Gründüngung steht sicher die Durchwurzelung des oberen und bei einigen Arten auch des Unterbodens im Vordergrund. Die Struktur wird gelockert, die Belüftung verbessert und ganz häufig auch die Wasserhaltefähigkeit und -führung intensiviert. Die Belebung der biologischen Aktivität ist nach Baumobst wichtig. Das kann in bestehenden Pflanzungen nur in beschränktem Maße geschehen. Daher liegt hier der wesentliche Wert der Gründüngung.

Die Anreicherung des Standortes mit organischem Material ist dabei wichtig. Zu unterscheiden sind Arten mit weichem Stängel- und Blattwerk und solche, mit stark verholzenden Bestandteilen (Sonnenblumen). Erstere zersetzen sich rasch und bringen die Nährstoffe schnell wieder in den Kreislauf, fördern aber die Belüftung und Bodenlockerung wenig. Diesen Vorteil bringen die ligninaufbauenden, verholzenden Arten.

Ein anderer, für einige Standorte wichtigerer Gesichtspunkt, ist die Durchwurzelungstiefe. Lupine, Stein- und Rotklee sind dabei die Meister, es folgen Senf, Raps, Phacelia und Ackerbohne, deren Wurzeln nicht selten über einen Meter Tiefe erreichen.

Einen weiteren Aspekt sollten wir nicht übersehen: Bleibt der Aufwuchs im abgestorbenen Zustand über den Winter liegen, wird Erosion verhindert und das Kleinklima für die Bodenlebewesen wesentlich verbessert. Dies trifft besonders für die wintergrünen Arten zu.

nach obenHilfreiche Tagetes

In den letzten Jahren hat sich die Verwendung der Studentenblume im Erwerbsobstanbau, besonders bei Erdbeeren, verbreitet. Mittlerweile scheinen sich die Vorzüge auch bei anderen Obstarten zu verbreiten. Ursprünglich wurde der Wert in der biologischen Bekämpfung von im Erdbeeranbau verbreiteten Nematoden gesehen. Um diesen Effekt voll ausnutzen zu können, war es notwendig, den Tagetes-Bestand unkrautfrei zu halten – keine leichte Aufgabe bei niedrigen Arten. Mittlerweile werden immer mehr schnellwachsende höhere Arten verwendet, die eigentlich nur von einem Unkraut, der Melde überragt werden. Diese Tagetes-Arten bringen zudem eine beachtliche Menge Grünsubstanz in den Boden. Zugegebenermaßen für den umgrabenden Gartenfreund eine Herausforderung.

Einsaat niedriger Tagetes
© von Soosten, Rolf
Einsaat niedriger Tagetes
Einsaat einer halbhohen Tagetes-Sorte nach der Rodung von Äpfeln.
© von Soosten, Rolf
Einsaat einer halbhohen Tagetes-Sorte nach der Rodung von Äpfeln.

Während die Nematoden durch eine Substanz im Wurzelsaft steril werden, scheint der Duft dieser Blume eine magische Anziehungskraft auf Schnecken auszuüben. Tagetes wachsen auf allen Böden, jedoch sollte der Standort warm und sonnig sein. Das Saatgut liegt etwas länger bevor es keimt. Die früheste Aussaat sollte also um den 1. Mai geschehen, um den Spätfrösten auszuweichen.

nach obenPhacelia

Für den Hausgarten eignet sich auch die Phacelia, eine einjährige Sommerblume aus der Pflanzenfamilie der Borretschgewächse. Sie keimt und wächst schnell, außerdem bringt sie hellblaue Blüten hervor, die eine beliebte Bienenweide darstellen. Wenn sie im Sommer ausreifen kann, sind die Samen für das folgende Jahr abzunehmen oder für eine spätsommerliche Aussaat zu verwenden. Die Grünmasse ist nicht sehr ergiebig, die Vorteile liegen in der kurzen Kulturzeit.

nach obenKlassischen Empfehlungen

Im Frühjahr sind die Reste des Senfs leicht einzugraben.
© von Soosten, Rolf
Im Frühjahr sind die Reste des Senfs leicht einzugraben.
  • Für leichte Böden: Lupinen, blau und gelb in Mischung mit Serradella, Raps- und Senfarten.
  • Für mittelschwere bis schwere Böden: Wicken, Peluschken und Ackerbohnen als Stickstoffsammler, Raps- und Senfarten.

Berücksichtigen sollte man, dass auf Flächen, auf denen in den Folgejahren Kohlarten vorgesehen sind, Raps- und Senfarten wegen der Förderung der Kohlhernie nicht gesät werden sollten.

Wenn man die folgenden Fragen mit "Ja" beantwortet, ist eine Gründüngung sehr zu empfehlen:

  1. Ist die Bodenstruktur verbesserungswürdig?
  2. Muss die Wasserführung und -kapazität verbessert werden?
  3. Muss die Bodenaktivität belebt werden?
  4. Kann die Belüftung (Porenvolumen) verbessert werden?
  5. Kann durch stickstoffsammelnde Leguminosen die Nährstoffversorgung biologisch verbessert werden?

Werden diese Fragen positiv beantwortet, sollte man nicht lange über das "Ob", sondern ernsthaft über das "Wann" einer richtigen Gründüngung nachdenken.

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