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Frühjahrskur für den Rasen

März 2011 Der alte Rasen sieht unschön aus, hat viele Lücken und Flecken, ist vermoost, verunkrautet, hat kaum noch Gräser oder die falschen Gräser. Kurzum: Er muss erneuert werden. Aber wie? Hier sind die wichtigsten Tipps vom Rasenpapst Dr. Harald Nonn.


Grundstücksbesitzer Michael Weber lässt sich vom Rasenpapst Harald Nonn den Zustand seines Rasens erklären.
© Eckermeier, Manfred
Grundstücksbesitzer Michael Weber lässt sich vom Rasenpapst Harald Nonn den Zustand seines Rasens erklären.

Viele Rasenbesitzer zögern bei der Erneuerung ihrer Rasenflächen, da Sie den großen Aufwand des Umgrabens/Umfräsens fürchten. Dabei ist eine Rasenerneuerung ohne Umgraben schon lange machbar.

nach obenRasenerneuerung ohne Umgraben

Entscheidend für den Erfolg dieses Systems der umbruchlosen Rasenerneuerung sind
  • das genaue Einhalten der Arbeitsschritte
  • die Verwendung besten Rasensaatguts
  • die gute Nährstoffversorgung der jungen Gräser

Am besten planen Sie die Rasenerneuerung in der Zeit von Mai bis September. Wenn Sie dann wie hier beschrieben vorgehen, kann nichts mehr schief gehen.

1. Tief mähen

Schritt 1: Tief mähen
© Eckermeier, Manfred
Schritt 1: Tief mähen
Den alten Rasen in der niedrigsten Schnitteinstellung des Rasenmähers so tief wie möglich herunter mähen. Dies schwächt den Altbestand und gibt den neuen Rasengräsern bessere Startchancen. Das Mähgut wird restlos entfernt.

2. Vertikutieren

Schritt 2: Vertikutieren
© Eckermeier, Manfred
Schritt 2: Vertikutieren
Der kurze Rasen wird nun gründlich vertikutiert. Und zwar mehrmals in Längs- und in Querrichtung. Je gründlicher das geschieht, umso besser, denn nur so bekommt der neue Rasensamen überall Bodenkontakt und hat gute Keim- und Entwicklungsbedingungen.

Falls die Fläche stark verunkrautet oder mit Ungräsern durchsetzt ist, empfiehlt sich der vorherige Einsatz eines flüssigen Totalherbizids (Unkrautvernichters). Hiermit werden alle lebenden Gräser und Unkräuter, auch die sogenannten Problemunkräuter wie zum Beispiel Ehrenpreis-Arten, wirksam bekämpft. Bitte beachten Sie bei der Auswahl des Mittels die behördlichen Auflagen und Anwendungshinweise sehr genau. Vor allem muss eine rasche Nachsaat nach Einsatz des Mittels möglich sein.

Nach der Bearbeitung der Fläche können Sie, falls notwendig, auch noch kleinere Korrekturen der Bodenoberfläche durch Auf- oder Abtrag von Oberboden vornehmen.

Bei größeren Erdbewegungen, wie beispielsweise bei der Neugestaltung eines Gartens oder einem Bodenauf- oder Abtrag von zwanzig Zentimetern und mehr, sollten die Empfehlungen zur Neuanlage eines Rasens beachtet werden.

3. Starter-Dünger und Saatgut streuen

Nun müssen ein phosphorbetonter Starter-Dünger und das spezielle Rasensaatgut nacheinander gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche verteilt werden. Verwenden Sie dazu am besten einen Streuwagen, denn je gleichmäßiger beides ausgestreut wird, umso besser ist das Ergebnis. Fehlstreuungen vermeiden Sie, indem der Dünger in Längs- und der Samen in Querrichtung ausgebracht werden.

Schritt 3: Starter-Dünger und Saatgut streuen.
© Eckermeier, Manfred
Schritt 3: Starter-Dünger und Saatgut streuen.
Schritt 3a: Starter-Dünger und Saatgut streuen.
© Eckermeier, Manfred
Schritt 3a: Starter-Dünger und Saatgut streuen.

4. Abdecken

Schritt 4: Abdecken
© Eckermeier, Manfred
Schritt 4: Abdecken
Für einen guten Bodenschluss des Saatgutes wird nun Torf, oder ein anderes ungedüngtes Substrat, gleichmäßig maximal 0,5 cm dick auf die eingesäte Fläche mit dem Rechen verteilt. So wird das Saatgut geschützt. Außerdem zeigt Torf, wenn er hell wird, an, dass die neue Rasenfläche beregnet werden muss.

5. Beregnen

Schritt 5: Beregnen. Weitere Pflege: Erste Maat und Düngung mit Langzeitdünger.
© Eckermeier, Manfred
Schritt 5: Beregnen. Weitere Pflege: Erste Maat und Düngung mit Langzeitdünger.
Die Keimung der verschiedenen Rasengräser in einer Mischung verläuft unterschiedlich lang. Während Deutsches Weidelgras innerhalb von gut einer Woche keimt, benötigt Rotschwingel fast 2 Wochen und Wiesen- und Lägerrispe gut 3 Wochen. In dieser Zeit können die Keimlinge ihren hohen Wasserbedarf noch nicht durch ein perfektes Wurzelsystem decken, dieses muss sich erst noch ausbilden. Daher ist in diesen ersten 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat eine geregelte Wasserversorgung entscheidend für den Erfolg. Die obere Bodenschicht muss stets genügend Feuchtigkeit enthalten, damit die empfindlichen feinen Rasenkeimlinge nicht austrocknen.

Deshalb muss bei trockener Witterung vier- bis fünfmal täglich für etwa zehn Minuten beregnet werden. Bereits nach vier bis sieben Tagen sehen Sie das erste Ergebnis in Form von zarten, grünen Hälmchen. Trotzdem müssen Sie jetzt die Bewässerung kontinuierlich weiterführen.

nach obenWeitere Pflege

Damit der so erneuerte Rasen weiterhin prächtig gedeiht und dauerhaft schön bleibt, muss er fachgerecht gepflegt werden.

Etwa sechs Wochen nach der Rasenerneuerung erfolgt eine Düngung mit einem speziellen Rasenlangzeitdünger. Diese Nährstoffzufuhr ist sehr wichtig für die jungen Rasengräser, damit sie sich weiter bestocken, Blattmasse bilden und den Rasen dicht machen.

nach obenMoos

Moos
© Marco Görlich / PIXELIO, www.pixelio.de
Moos
Moos breitet sich gerne bei zu tiefem Mähen oder bei Nährstoffmangel der Gräser aus. Diese beiden Ursachen lassen sich durch Anheben der Schnitthöhe und optimale Düngung sehr leicht abstellen.

Liegt der Grund für das Moos jedoch am ungeeigneten Boden oder zu schattiger Lage, sind für eine langfristige Lösung eine Bodenverbesserung und die Nachsaat einer schattenverträglichen Rasenmischung erforderlich. Moos wächst vor allem auf vernässten und verdichteten Böden. Diese Ursachen können nur durch eine Lockerung des Bodens z. B. durch das leichte Anheben mit einer Grabegabel oder durch Dränage nachhaltig verbessert werden.

Ein geringer Moosbesatz kann sehr gut mit dem WOLF-Garten Moosvernichter mit Rasendünger bekämpft werden. Während der Moosvernichter in diesem Produkt das Moos bekämpft, stärkt der Rasendünger gleichzeitig die Gräser.

Übrigens: Kalk hilft nicht gegen Moos. Oft wird unter einer vermoosten Fläche ein niedriger pH-Wert gemessen. Dieser niedrige pH-Wert im Boden ist aber nicht die Folge von Moos, sondern er entsteht durch ungünstige Bodenverhältnisse, zum Beispiel Staunässe, Luftabschluss und so weiter. Diese Ursachen müssen daher beseitigt werden. Ein Aufkalken gegen das Moos nützt nichts. Im Gegenteil, Kalk fördert sogar noch die Moosbildung, da er ein wichtiger Nährstoff für das Moos ist.

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Schlagworte dieser Seite:

Beregnen, Dünger, Moos, Moosvernichter, Nachsaat, Rasen, Rasendünger, Rasenmähen, Rasenpflege, Vermoosung, Vertikutieren

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