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Bitterfäule: Gloeosporium-Fäule

Januar 2011 Der vergangene Herbst bot mit seinen regnerischen und nebligen Tagen ideale Bedingungen für Fäulnis an den Früchten.


Monilia und andere schnell rottende Pilze lassen die Früchte bald vergehen, sodass sie nicht mehr lange auffallen.

Eine andere heimtückische Gruppe Fäulniserreger erscheint aber erst, wenn die Früchte auf dem Lager liegen. Es handelt sich hier um mehrere Pilzarten, die von den Fachleuten genauer differenziert werden. Der übergeordnete Begriff lautet "Bitter- oder Lentizellenfäule". Das noch gesund aussehende Fruchtfleisch um eine Faulstelle schmeckt bitter. Die Sporen dieser Pilze dringen bei ausreichender Feuchtigkeit auf der Fruchtschale durch die Lentizellen in die Schale ein, verharren dort bis die natürlichen Abwehrkräfte der Frucht nachlassen und beginnen dann erst zu keimen – Lagerkrankheiten.

Apfel links vorn: erste Veränderungen der Lentizellen, daneben sichtbare runde Befallsstellen mit Bildung des Mittelpunktes und des hellen Hofes. Darüber die sich ausdehnende Fäule. Aufnahmen 18.11.2010, 'Golden Delicious' Halbstamm, im Kleingarten vor hohen Buchen stehend.
© von Soosten, Rolf
Apfel links vorn: erste Veränderungen der Lentizellen, daneben sichtbare runde Befallsstellen mit Bildung des Mittelpunktes und des hellen Hofes. Darüber die sich ausdehnende Fäule. Aufnahmen 18.11.2010, 'Golden Delicious' Halbstamm, im Kleingarten vor hohen Buchen stehend.
Das äußere Erscheinungsbild ist bei allen Arten ähnlich. Während der Lagerung oder bei lange am Baum verbliebenen Früchten fallen winzige rötlichbraune Punkte auf (siehe Bild), die langsam größer werden. Hat der Durchmesser 2 bis 3 mm erreicht, bildet sich im Zentrum ein heller Punkt, aus dem im späteren Stadium die Sporenkörper entstehen. Mit zunehmender Größe bedecken sie nennenswerte Teile der Fruchtschale, Bitterstoffe machen auch das noch scheinbar gute Fruchtfleisch ungenießbar.

Da wir kaum in der Lage sind, Niederschläge, Nebel und feuchte Luft von den Früchte fernzuhalten, sind biologische Schutzmaßnahmen nicht möglich. Was wir tun können, ist den optimalen Pflückzeitpunkt zu beachten, bei trockenem Wetter zu ernten und die sorgsame Behandlung der Früchte. Die Kronen der Bäume sollten locker und luftig gehalten werden, um ein schnelles Abtrocknen zu ermöglichen.

Andere fäulniserregende Pilzarten verursachen ähnliche Bilder. Der verbreitete Obstbaumkrebs kann durch die verbliebenen Blütenteile und durch den Stielgrund eindringen. Das Fruchtfleisch beginnt von dort aus, sich zu verändern.

Es gibt weitere Pilzarten, die auf dem Lager, aber auch schon auf dem Baum auftreten können. Sie sind "Allerweltspilze", die wir auch von altem Brot oder faulendem Gemüse her kennen: die Grünfäule (Penicillium) und Alternaria. Die Namen hören sich erschreckend an, doch sind die Krankheiten für uns Menschen praktisch ungefährlich. Einige kommen in jedem Haushalt vor. Beim Penicillium sollte uns das "Penicillin" einfallen, das manchem Menschen geholfen hat.

Bitter- oder Lentizellenfäule im bereits fortgeschrittenen Zustand. Die Mitte der kreisrunden faulen Fläche hellt auf und es erscheinen die Sporenkörper.
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Schlagworte dieser Seite:

Alternaria, Bitterfäule, Bitterstoffe, Faulstelle, Fäulnis, Grünfäule, Lentizellenfäule, Monilia, Obstbaumkrebs, Penicillium, Pilzkrankheit

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