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Zwergobstgehölze

Oktober 2010 In den letzten Jahren werden in zunehmendem Maße Obstgehölze in Töpfen angeboten. Sie werden als "Naschobst", "Miniobstbäume" für den Balkon oder für die Terrasse empfohlen, als das ideale Geschenk für den Kleingartenbesitzer beworben oder auch fälschlich als "Obstbonsai" angepriesen. Nun, solange diese Attribute zur Werbung dienen, kann man nicht viel dagegen sagen. Doch aus der Sicht des Kunden, besonders jenes, der ein begeisterter Haus- oder Kleingärtner ist, können Bedenken auftreten.


Ein gut verzweigter Zwergapfel im Container.
© von Soosten, Rolf
Ein gut verzweigter Zwergapfel im Container.
In den vergangenen Jahrhunderten befasste man sich mit Obstbäumen, die große Kronen entstehen ließen. Weniger Bedeutung hatten die mittelgroßen Bäume, die in den Hausgärten der mittleren und kleinen Städte zum Unterhalt der Familien beitrugen. Hier sei an die Schrebergartenzeit erinnert. Das Interesse an ganz kleinen Obstbäumen beschränkte sich auf Parkanlagen und Villengärten. Die noch kleineren Baumformen sind neueren Datums, beispielsweise die Säulenbäume, die seit einigen Jahren angeboten werden. Sie dienen weniger dem Fruchtertrag als vielmehr der Attraktivität und der Zierde. Die Ursache für die langsame Entwicklung in unserer recht schnelllebigen Welt liegt in den fehlenden Veredlungsunterlagen. Im Grunde gab es nur welche für den Apfel. Erst in den letzten Jahren sind auch für andere Obstarten so schwach wachsende Unterlagen in größeren Mengen entstanden, dass der Markt mit "Obstbäumen im Topf" bedient werden kann.

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Dass Zwergobst Früchte tragen kann, zeigt dieses Bild. Bereits in der Baumschule Früchte!
© von Soosten, Rolf
Dass Zwergobst Früchte tragen kann, zeigt dieses Bild. Bereits in der Baumschule Früchte!
Welche Bedeutung kommen diesen Pflanzen zu? Vorausgesetzt, es passen Unterlage und veredelte Sorte zusammen, kann diese Kombination langlebig sein und gewisse Erträge bringen. Eine schwachwachsende Sorte wie 'James Grieve' – um beim Apfel zu bleiben – auf einer M26 kann durchaus in einem Container einige Jahre wachsen und bei entsprechender Nährstoffversorgung interessante Früchte bringen. Bei anderen Obstarten gibt es vergleichbare Unterlagen, jedoch fehlte hier bisher das Interesse, sodass man noch nicht über die ausreichenden Erfahrungen verfügt. Trotzdem werden Bäumchen in Töpfen angeboten. Der Markt bietet Zwergpflaumen, Süßkirschen, Sauerkirschen, Äpfel, Nektarinen, Pfirsiche und Aprikosen an. Auch Säulenbäume gibt es laut Inseraten von Äpfeln, Zwetschgen und Kirschen.

Nicht alles, was in Prospekten, Zeitungen oder im Internet abgebildet und angepriesen wird, kann realistisch sein. Bei manchen Bildern müssten die Bäume durch den Ertrag schier auseinanderbrechen. Oftmals sind keine oder völlig unbekannte Sorten genannt, über deren Wuchs- und Geschmackseigenschaften ebenfalls nichts bekannt ist. Es fehlen Hinweise über Krankheiten und möglichen Schädlingsbefall.

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Ein Pfirsichstämmchen mit gut entwickelter Krone in für den Verkauf ausreichender Topfgröße.
© von Soosten, Rolf
Ein Pfirsichstämmchen mit gut entwickelter Krone in für den Verkauf ausreichender Topfgröße.
Erfahrungsgemäß werden diese Pflanzen aus Kostengründen in recht kleinen Containern verschickt. Nach dem Erhalt muss gewässert und in einen größeren Topf oder Kübel umgepflanzt werden – sinnvoll sind dafür das Frühjahr oder der Herbst. Zum einen hält ein großes Gebinde mehr Feuchtigkeit und Nährstoffe vor, zum anderen steht die Pflanze fester im Wind. Die Wasserversorgung ist nicht nur im Sommer wichtig, auch im Winter gibt das Holz Wasser ab, besonders bei Kaltluftströmungen mit niedriger Luftfeuchtigkeit aus östlichen Richtungen. Bei Kübelpflanzen kommt Frosttrocknis häufiger vor als Verfrieren.

Um Überdüngung vorzubeugen verwendet man nach Gebrauchsanweisung einen kunststoffummantelten Volldünger, wie er in Containerbaumschulen häufig benutzt wird. Es sind meist kleine gelbe Kügelchen, deren poröse Außenhaut die Nährstoffe in Abhängigkeit von Temperatur und Bodenfeuchtigkeit durchlässt. Nach zwei bis drei Jahren kann ein Umpflanzen notwendig werden.

Die Anzucht dauert oft mehrere Jahre, daher die recht hohen Anschaffungskosten. Im Sinne einer langen Lebensdauer sollten Pflege und Standort möglichst der Obstart angepasst sein. Dann können diese Gehölze viele Jahre Freude machen. Oft werden sie mit zunehmendem Alter zu echten Blickpunkten im Garten oder sogar zu einer Attraktion.

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Anzucht, Apfelbaum, Kirsche, Kübelpflanze, Naschobst, Pfirsich, Schrebergarten, Zwerggehölz, Zwetschge

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