Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Haus | Garten | Leben > Tipps vom Profi Joachim Schmidt > Märchenhaus für eine Prinzessin
nächster Beitrag → Entenhaus für den Gartenteich

Märchenhaus für eine Prinzessin

August 2010 "Es war einmal … so fing das Märchen an doch aus den Kinderworten wurde That und dieses Häuschen ist nun immer mein nur für mich selbst erbaut im Jahre 1900zweien.", mit diesen Märchen-Worten schmückte der berühmte Architekt Joseph Maria Olbrich den Giebel über dem Eingang zum Spielhaus der kleinen hessischen Prinzessin Elisabeth. Er konnte nicht ahnen, dass dieses Märchen nur einen Sommer dauern würde.


Während das Häuschen auf dem großen Foto links seinen bekrönten Anbau präsentiert, zeigt die Vorderansicht den Eingang mit den beiden vorgebauten Erkern. Darüber im Giebel das von Stuck- Girlanden umwundene große "E" für Elisabeth.
© Schmidt, Joachim
Die Vorderansicht zeigt den Eingang mit den beiden vorgebauten Erkern. Darüber im Giebel das von Stuck-Girlanden umwundene große "E" für Elisabeth.
Ganz nach großem Vorbild konnte hier die Prinzessin mit der Ponykutsche in einer Miniatur-Auffahrt vorfahren und vor Regen geschützt aussteigen. Vier hölzerne Säulen tragen das Dach und geben so dem Nebeneingang eine eigene Funktion.
© Schmidt, Joachim
Ganz nach großem Vorbild konnte hier die Prinzessin mit der Ponykutsche in einer Miniatur-Auffahrt vorfahren und vor Regen geschützt aussteigen. Vier hölzerne Säulen tragen das Dach und geben so dem Nebeneingang eine eigene Funktion.

Hessische Prinzessin Elisabeth
© Schmidt, Joachim
Hessische Prinzessin Elisabeth
Im Jahre 1902 machte Großherzog Ernst Ludwig von Hessen seiner Tochter, Prinzessin Elisabeth, zu ihrem siebenten Geburtstag ein ganz besonders Geschenk. Ein Spielhaus, das die Träume wohl jeden kleinen Mädchens wahr werden ließ.

Schöpfer dieses Kleinods war der berühmte Jugendstil-Architekt, Joseph Maria Olbrich, den der Großherzog 1899 aus Wien geholt hatte, um in Darmstadt eine Künstlerkolonie ins Leben zu rufen, die heute als Mathildenhöhe bekannt ist und zu den Kulturgütern der Welt zählt.

Olbrich verfügte nicht nur über die besondere Gabe, Formen und Farben der Natur in seine Architektur zu integrieren, er scheint auch die Gefühle der kleinen Elisabeth erspürt zu haben, denn sein Prinzessinnenhaus wirkt wie aus einem Märchenbuch entsprungen.

Erker
© Schmidt, Joachim
Erker
Durch die beiden kleinen Erker bekommt der Salon eine reizvolle Form. Die polygon gesetzten Sprossenfenster lassen fast einen Rundumblick zu, auf den Garten und den angrenzenden Park. Da in den Räumen noch die Originalmöbel von 1903 stehen und hier auch Kleider und Spielzeug der kleinen Elisabeth aufbewahrt werden, ist das Häuschen als Erinnerungsstätte und Architektur- Kunstwerk für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
© Schmidt, Joachim
Durch die beiden kleinen Erker bekommt der Salon eine reizvolle Form. Die polygon gesetzten Sprossenfenster lassen fast einen Rundumblick zu, auf den Garten und den angrenzenden Park. Da in den Räumen noch die Originalmöbel von 1903 stehen und hier auch Kleider und Spielzeug der kleinen Elisabeth aufbewahrt werden, ist das Häuschen als Erinnerungsstätte und Architektur- Kunstwerk für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Die Krone des Hauses.
© Schmidt, Joachim
Die Krone des Hauses.
Es sind nicht nur die großen Bäume im Schlosspark Wolfsgarten, die das Häuschen geradezu zierlich erscheinen lassen. Abgestimmt auf kindliche Maße wurden Raumhöhe, Fenster, Türen und alle Einbauten rund 15 Prozent kleiner geplant als im Normalfall üblich. Hinzu kommt eine filigrane Architektur. Grazile Erker mit Sprossenfenstern sowie allseitig mit Ornamenten verzierte Wände und Giebel. Und über allem ein Dach, das wie ein Zauberhut aus Harry Potter anmutet, dem eine königliche Krone aufgesteckt ist.

Das Häuschen hat nur zwei Räume. Ein Wohnzimmer, damals Salon genannt, und eine Küche mit einem gemauerten, holzbefeuerten Herd. Die kleine Elisabeth war keine verwöhnte "Prinzessin auf der Erbse". Sie lebte mit ihren Haustieren, Pony, Hund und Vögeln, hatte Freude an Blumen und am Garten. So sollte ihr Kinderhaus auch keine Mini-Residenz sein, sondern ein Wohnhaus, in dem selbst gekocht und gebacken wurde.

Ein außergewöhnliches Schmuckstück des Jugendstils ist die ebenfalls von Olbrich entworfene Schrank-Vitrine, in der die kleine Elisabeth die Sammlung ihrer Nippesfiguren und auch Schmuck und Fundstücke zur Schau stellte.
© Schmidt, Joachim
Ein außergewöhnliches Schmuckstück des Jugendstils ist die ebenfalls von Olbrich entworfene Schrank-Vitrine, in der die kleine Elisabeth die Sammlung ihrer Nippesfiguren und auch Schmuck und Fundstücke zur Schau stellte.
Praktisch und dekorativ zugleich präsentieren sich in der Küche der Prinzessin Vorratskrüge, Kannen und Suppenterrinen griffbereit in allen Größen. Die Regale wurden vom Architekten Olbrich gezeichnet, dessen Liebe zum Detail keine Grenzen kannte.
© Schmidt, Joachim
Praktisch und dekorativ zugleich präsentieren sich in der Küche der Prinzessin Vorratskrüge, Kannen und Suppenterrinen griffbereit in allen Größen. Die Regale wurden vom Architekten Olbrich gezeichnet, dessen Liebe zum Detail keine Grenzen kannte.

75 vergoldete Bronze-Tauben zieren die Zaunpfosten rund um den Garten und glänzen in der Sonne wie eine Perlenkette.
© Schmidt, Joachim
75 vergoldete Bronze-Tauben zieren die Zaunpfosten rund um den Garten und glänzen in der Sonne wie eine Perlenkette.
Obwohl Architekt Olbrich erst 36 Jahre alt war und keine Kinder hatte, entwarf und baute er für die kleine Elisabeth so einfühlsam, als wäre sie seine Tochter. Und schuf ihr auch ein kleines Garten-Reich mit Blumen und Gemüsebeeten, eingefasst von einem feingliedrigen Lattenzaun, dessen Pfosten von 75 golden Tauben geschmückt werden.

Doch der Traum währte nur einen Sommer. Schon 1903 starb die kleine Elisabeth auf einer Reise zu ihrem Onkel Zar Nikolaus II. an Typhus.


nach oben"Das Fürstliche Gartenfest" Schloss Wolfsgarten

Jährlich zum 3. Wochenende im September öffnet Moritz Landgraf von Hessen die Tore des herrlichen, aber ansonsten für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Parks für "Das Fürstliche Gartenfest" Schloss Wolfsgarten.

Von Freitag, den 17. September bis Sonntag, den 19. September präsentieren über 150 international renommierte Gärtner und ausgewählte Aussteller aus Deutschland und Nachbarländern eine Vielfalt an Pflanzen. Dazu Erlesenes und Nützliches zur Gartenkultur und ländlicher Lebensart.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Führungen durch den Park, Vorträgen und musikalischer Begleitung bietet Inspirationen und Ideen für den eigenen Garten.

Öffnungszeiten:
Türgriff und Schloss
© Schmidt, Joachim
Türgriff und Schloss
Freitag, 17. − Sonntag, 19. September 2010
10.00 − 18.00 Uhr

Eintrittspreise:
Tageskarte 14,00
Dauerkarte 24,00
Kinder unter 14 Jahren kostenlos

Kontakt:
www.gartenfest.de
Telefon (06 61) 9 42 66 13

© Hessische Hausstiftung

nächster Beitrag → Entenhaus für den Gartenteich
Tadaaaa – ich gehe als Super-Maulwurf. Retter der Wurmlosen, Helfer der Hügelfreien! Ich wünsche euch viel Spaß im bunten Trubel. Euer Wühlfried vom Untergrund
02/10: Karnevalsjecken aufgepasst!
Die Außentastatur kann per Batterie oder Klingelstrom mit Energie versorgt werden. Im letzteren Fall ist sie im Dunklen durchgängig beleuchtet. Den Bewohnern können eigene Codes, wenn nötig auch bezogen auf bestimmte Zeiten, zugewiesen werden.
Haustür öffnen – bequem per Tastatur

Schlagworte dieser Seite:

Ausstellung, Märchen, Märchenhaus, Prinzessin, Schloss

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2018

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de