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Himbeeren im Herbst

August 2010 Betrachten wir uns den Preisspiegel der Weichobstarten im Laufe des Sommers, so liegen die Erstlingspreise für heimische Produkte recht hoch. Sie fallen je nach Witterung oft sehr schnell bis zur Haupternte. Danach jedoch steigt der Preis mit sinkendem Angebot wieder an. Das trifft für die Erdbeere und die Himbeere im Besonderen zu. Wollen wir als Hausgartenbesitzer uns diesem Marktgesetz beugen? Seit einigen Jahrzehnten haben wir die Möglichkeit, im eigenen Garten Sorten zu pflanzen, die mit der Ernte nach dem Hauptangebot beginnen. Bei den Himbeeren sprechen wir von den "herbsttragenden" Sorten.


Himbeeren im Herbst
© von Soosten, Rolf
Himbeeren im Herbst

Biologisch entsprechen sie den herkömmlichen Sorten, sie sind aus ihnen hervorgegangen. In der Anbauweise liegen aber Unterschiede: Die Ruten, die bis zum Herbst Früchte trugen, werden nach der Ernte bis zum Boden heruntergeschnitten. Im kommenden Frühjahr erscheinen aus dem Boden die neuen Ruten. Ende Mai sind sie 30 bis 40 cm hoch und es werden die ersten Blütenknospen in der Spitze sichtbar. Bis zum August sind die Ruten ausgewachsen. Aus den Blattachsen treiben die Blütenstände, die ersten reifenden Beeren sind bereits da. Die Ernte beginnt je nach Sorte und Standort Ende Juli bis Anfang August und endet erst mit einsetzendem Frost. Also ein Zeitraum, in dem nur wenig Beerenost verfügbar ist. Die Himbeere, in ihrer vielseitigen Verwendung, ist hier sicher eine sinnvolle Ergänzung und bietet Abwechslung auf dem Speiseplan der Familie.

nach obenAnbau

Anbautechnisch stellt die Herbsttragende Himbeere keine besonderen Ansprüche. Der Boden sollte tiefgründig wasserdurchlässig sein. Ob Lehm oder Sand ist nicht von Bedeutung, wenn man von Extremen absieht. Spätfrost spielt hier keine Rolle, weil die Blüte erst in den Juli fällt. Lagen mit früh einsetzender Taubildung fördern allerdings den Botrytisbefall.

Der Abstand der Reihen sollte im Hausgarten mindestens 3 m betragen, in der Reihe etwa 60 cm. In den ersten 2 Jahren erscheint der Abstand zu weit, wenn jedoch im Vollertrag pro Pflanze 10 bis 12 Ruten fruchten und deren Blätter ausreichend Licht zur Assimilation benötigen, erscheint diese Forderung logisch. Ein lockerer Bestand reduziert die Botrytisgefahr. Nach der Pflanzung wird die Rute bis zum Boden zurückgeschnitten, der Pflanzstreifen unkrautfrei gehalten und im Idealfall mit einer Mulchdecke versehen. Diese Mulchdecke verhindert unnötige Verdunstung und aufkommendes Unkraut. Kein Rasenschnitt, er wird zu einer luftundurchlässigen Matschschicht. Die Pflanze baut in jedem Jahr den Strauch auf und bringt zugleich Fruchtertrag. Entsprechend hoch ist der Anspruch an Nährstoffe, die über den Sommer gleichmäßig verteilt gegeben werden sollten.

nach obenPflanzenschutz

Mit Beginn des vollen Ertrages sollte auf eine begrenzte Rutenzahl geachtet werden. Die bei der normalen Himbeere gefürchteten Himbeerkäfer und der Blütenknospenstecher spielen hier keine Rolle, sie sind nicht mehr da. Ebenfalls haben die Rutenkrankheiten kaum Bedeutung. Dafür steigt mit der Taubildung die Gefahr von Fruchtbotrytis. Bastler können hier mit Hilfe von Folien versuchen, in windstillen Witterungsperioden die Taubildung zu verhindern. Im Erwerbsanbau wird dies erfolgreich praktiziert. Zur chemischen Bekämpfung dürfen nur zugelassene Mittel unter strenger Beachtung der Wartezeit eingesetzt werden.

Wenn während des Austriebs nennenswerter Bodenfrost erwartet wird, kann es sinnvoll sein, die Jungtriebe durch Abdecken mit Vlies oder Folie zu schützen. Die Ruten "verfrieren" nicht, jedoch kann die empfindliche Terminalknospe geschädigt werden. Es würden dann mehrere neue austreiben, die später mit dem Ertrag kämen und den Bestand unnötig dicht machten. Eine dünne Lage Kompost würde auch helfen. Die Triebe wachsen in wenigen Tagen hindurch.

nach obenBrauchen Herbsthimbeeren ein Gerüst?

Oft liest man, es sei nicht nötig. Nach den Erfahrungen der Praxis hängt es von der Wuchsstärke und der Sorte ab. Die Sorte 'Polka' steht tadellos ohne Gerüst. 'Polana' kenne ich mit und ohne Hilfe. Anders sieht es bei der Sorte 'Himbo Top' aus, bei der das Holz weicher und der Trieb stärker ist. Das Gerüst kann allerdings einfacher sein, aus schrägen Pfählen, die mit einem Draht der Länge nach verbunden sind. Allgemein werden die Ruten nicht angebunden.

nach obenSortiment

'Autumn Bliss'

Viele Jahre galt die 'Autumn Bliss' als Standard. Ihre Frucht wird nur als ausreichend beurteilt. Es gibt mittlerweile Sorten mit besseren Eigenschaften. So wurden auch die alten Sorten 'Korbfüller' und 'ZEFA Herbsternte' durch neuere ersetzt. Jedoch nicht jede neue Sorte ist besser!

Polana' und 'Polka'

Vordergrund: 'Polana', im Hintergrund die sommertragende 'Tulameen'
© von Soosten, Rolf
Vordergrund: 'Polana', im Hintergrund die sommertragende 'Tulameen'
In den letzten Jahren haben sich die aus Polen stammenden Sorten 'Polana' und 'Polka' in einigen Erwerbsbetrieben eingeführt. Auf Grund der Anfälligkeit für Wurzelkrankheiten wird jedoch die 'Polana' nicht mehr gepflanzt. Wegen der ansehnlichen Früchte und der stabile Ruten hat sich 'Polka' durchsetzen können.

Die Leistungsfähigkeit der 'Polka'.
© von Soosten, Rolf
Die Leistungsfähigkeit der 'Polka'.
'Polka': Fruchtfarbe und Form.
© von Soosten, Rolf
'Polka': Fruchtfarbe und Form.

'Goldkind'

Eine gelbfrüchtige Sorte ist 'Goldkind', über die noch nicht viel gesagt werden kann. Im Erwerbsanbau ist sie noch unbekannt.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

'Himbo-Top'

'Himbo-Top'
© von Soosten, Rolf
'Himbo-Top'
Geschmacklich ist die aus der Schweiz stammende Sorte 'Himbo-Top' hervorzuheben. Große Früchte mit sehr gutem Aroma und einem beachtlichem Ertrag. Sie ist recht wüchsig und das Holz ist weicher als bei anderen Sorten. Reife: Ab Mitte August bis Frostbeginn. Unanfällig für Wurzelkrankheiten. Eine Sorte für Genießer!

Bereits in der Vermehrung reichlich Fruchtbehang bei 'Himbo-Top'.
© von Soosten, Rolf
Bereits in der Vermehrung reichlich Fruchtbehang bei 'Himbo-Top'.

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Anbautechnik, Beerenost, Botrytisbefall, Himbeere, Himbo-Top, Rutenkrankheit, Rückschnitt, Taubildung

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
17. Juli 2012

biene

war sehr hilfreich. habe ein ganz blödes problehm bei jeder pflanze ist ein zweig an denen die blätter und knospen alle aussehen als wenn sie trocken sind haben aber regelmäßig wasser bekommen sie erholen sich auch nicht was kann ich tun?

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