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Düngung der Obstpflanzungen

Februar 2010 Wie ermittle ich den Ernährungszustand der Obstgehölze? Die Blätter und die Entwicklung der Triebe zeigen im Laufe des Jahres die Nährstoffverhältnisse an.


Düngung der Obstpflanzungen
© Christian Bär / PIXELIO, www.pixelio.de
Düngung der Obstpflanzungen

Stickstoff ist maßgeblich für das Wachstum von Blatt, Holz und Früchten zuständig. Sein Mangel äußert sich im Frühjahr in kleinen, hellgrünen Blättern, geringer Trieblänge, die Früchte bleiben recht klein. Im Verlauf des Jahres werden Blätter schnell gelb, bräunlich oder rötlich. Die Blattgröße lässt zu wünschen übrig, der Baum sieht "hungrig" aus. Versucht man an einem mehrjährigen Ast den Zuwachs der Jahre zu vergleichen, kann man ablesen, ob die Tendenz zunehmend oder abnehmend ist. Auch der Vergleich des älteren Fruchtholzes kann darüber Aufschluss geben.

Äste aus verschiedenen Bäumen der Sorte 'Golden Delicious' auf mittelstarker Unterlage an etwa gleichem Standort: Jährlich guter Zuwachs mit kräftig ausgebildeten Blütenknospen. Die Trieblänge ist in den letzten drei Jahren etwa gleich.
© von Soosten, Rolf
Äste aus verschiedenen Bäumen der Sorte 'Golden Delicious' auf mittelstarker Unterlage an etwa gleichem Standort: Jährlich guter Zuwachs mit kräftig ausgebildeten Blütenknospen. Die Trieblänge ist in den letzten drei Jahren etwa gleich.
Äste aus verschiedenen Bäumen der Sorte 'Golden Delicious' auf mittelstarker Unterlage an etwa gleichem Standort: Kurzer Zuwachs und schwache Blütenknospen weisen auf eine schlechte Ernährung hin. Hier ist die Ursache die Wurzelkonkurrenz einer großen Linde.
© von Soosten, Rolf
Äste aus verschiedenen Bäumen der Sorte 'Golden Delicious' auf mittelstarker Unterlage an etwa gleichem Standort: Kurzer Zuwachs und schwache Blütenknospen weisen auf eine schlechte Ernährung hin. Hier ist die Ursache die Wurzelkonkurrenz einer großen Linde.

Ohne bedarfsorientierte Stickstoffergänzung beginnt die Altersphase früher, der Baum oder Strauch vergreist eher. Kontinuierliche Stickstoffgaben, natürlich vereint mit anderen Nährstoffen und begleitenden Schnittmaßnahmen, helfen hier die Vollertragsphase zu verlängern. Der Stickstoff ist im Boden beweglich. Große Niederschlagsmengen oder Wassergaben können ihn in tiefere Schichten auswaschen. Natürlicher N (Nitrogenium = Stickstoff) rekrutiert aus den sich zersetzenden Humusteilen und in geringen Mengen aus der Luft.

nach obenDüngerarten

Stickstoff

Der N-Gehalt kann durch Kompost, Einsaat von Leguminosen und anderen Gründüngersaaten verbessert werden. Für Kompostgaben zu Obstgehölzen ist das zeitige Frühjahr der rechte Zeitpunkt. Eine Schicht von 3 cm sollte es sein, um zugleich andere Vorteile einer Mulchdecke mit zu nutzen. Eine dünne Kompostschicht trocknet schnell aus und ist wertlos.

Mineralische Dünger sind effektiver, tragen aber auch das Risiko zu hoher Mengen. Zu unterscheiden sind die schnellwirkenden Salpeterformen und die langsamwirkenden Ammoniakdünger. N-Düngung ist sehr wichtig, es kommt aber auf eine gezielte Verfügbarkeit und eine dem Bedarf entsprechende Menge an. Salpetergaben gehören ins Frühjahr oder gezielt in den Sommer, in Einzelfällen auch in die Phase der Blütenknospenbildung, langsam wirkende in den Spätwinter. Der Harnstoff mit 46 % N braucht sehr lange bis das Amid in pflanzenverfügbarem Stickstoff umgewandelt ist.

In der Landwirtschaft sind die Mischformen wie Kalkammonsalpeter oder Ammonsulfatsalpeter weit verbreitet. Zuviel kann ebenfalls unangenehme Folgen haben. Triebe werden lang, oft zu lang, Blätter weich und daher anfällig für Blattkrankheiten und die Rote Spinne. Vielleicht fragen Sie einmal in einer landwirtschaftlichen Genossenschaft nach diesen Düngern, wenn Ihr Gartencenter so etwas nicht führt.

Phosphor

Der zweite Makronährstoff ist der Phosphor, der als wichtiger Bestandteil vieler Fermente und vor allem als Baustein im Zellkern vorhanden ist. Samenreiche Früchte haben einen besonders hohen Anteil. Symptome des Mangels sind verringertes Wachstum, zudem aber eine Rotfärbung der Blätter, die durch den Blattfarbstoff Anthozyan verursacht wird. Nekrosen an den Blatträndern verdeutlichen das Symptom. Auf alten Garten- und Ackerböden tritt sichtbarer Mangel selten auf, zumal er dann von anderen Mangelerscheinungen überdeckt werden kann. Im Gegensatz zum Stickstoff ist Phosporsäure (P) im Boden stabil, lässt sich kaum auswaschen. Da Samen reich an P sind, enthält Stallmist mit Geflügelmistanteilen (Getreidefutter) besonders viel Phosphorsäure.

Kalium

Beginnen die Blattspitzen von den Rändern her abzusterben, nachdem sich die Blätter vorher einrollten, kann man von einem Mangel an Kalium ausgehen. Kalium reguliert in der Zelle den Wasserhaushalt und ist für den Transport der Kohlehydrate und anderer Stoffe in der Pflanze zuständig. Mangelsymptome erscheinen häufig an den mittleren Blättern der Langtriebe im Laufe des Sommers. Kalium ist in der Pflanze recht beweglich, auch im Boden kann der Gehalt durch hohe Niederschläge verlagert werden.

Kalium im Boden kommt in leicht aufnehmbarer Form im Bodenwasser und in einer an bestimmte Tonmineralien gebundenen Form vor. Letztere werden nur sehr langsam freigesetzt. In tonhaltigen Böden können größere Mengen gelagert werden, sandige sind dagegen häufig kaliarm. Bei ihnen ist besonders auf die Versorgung zu achten.

Calcium

Den Kalk, Calcium, finden wir in den Blättern, im Zellsaft und in den Zellwänden, wo er, wie auch Kalium, mit für den Wasserhaushalt verantwortlich ist. Mangelerscheinungen sind in der Praxis selten, da die Böden meistens ausreichend Calcium für die Ernährung besitzen. Eine wichtigere Rolle spielt der Kalk im Boden, wo er den pH-Wert nennenswert reguliert. Dieser wiederum bestimmt die Verfügbarkeit von Nährstoffen für die Pflanze.

nach obenFördernde Maßnahmen

Welche Möglichkeiten hat der Gartenbesitzer zur Gesunderhaltung von Boden und Pflanze? Hier sei natürlich zuerst der Kompost genannt. Er führt häufig ein kümmerliches Dasein, obwohl ihm eine große Bedeutung zukommt. Auf ihn gehören alle organischen Abfälle aus Küche, Garten und Kleintierhaltung. Er sollte nicht höher als 80 cm sein, jedes Jahr einmal umgesetzt werden und zwei- bis dreimal pro Jahr einige Kilo Kalk, am besten magnesiumhaltige Kalkarten, bekommen. Selbst kleingeschnittenes Schnittholz und andere Holzabfälle dürfen mit hinein. Nach drei Jahren fördern diese halbverrotteten Stücke die Belüftung des Bodens!

Weit verbreitet ist das wöchentliche Rasenmähen mit Auffangkörben. Wer häufig mäht, sollte das Mähgut tunlichst auf dem Rasen lassen, es ersetzt die entzogenen Nährstoffe! Dies ist übliche Praxis in niederschlagsreichen Obstanbaugebieten.

Strohabdeckung unter Beerenobststräuchern bringt über Jahre nicht nur eine wertvolle Humusgabe, sondern auch die daraus entstehenden Nährstoffe. Stroh und andere Mulchmaterialien reduzieren Temperaturschwankungen und unnötige Verdunstung. Anfallendes Herbstlaub kann zu Lauberde aufgesetzt werden – früher ein wesentlicher Bestandteil gärtnerischer Erden.

Wer nicht gern mineralische Dünger auf seine Pflanzen streut, kann den Weg über den Kompost wählen. Volldüngergaben während des Aufsetzens fördern die Zersetzung und ergänzen das Nährstoffangebot. Denn häufig wird der pflanzenverfügbare Anteil an Düngern im Kompost weit überschätzt. Die Nährstoffquelle Kompost fließt sehr langsam, ähnlich dem Stallmist.

Selbstverständlich können wir die absoluten Gehalte an Nährstoffen sowohl des Bodens als auch des Kompostes im Labor untersuchen lassen (geeignete Institute s. u.). Oft bekommt der Einsender eine Düngeempfehlung als Ergebnis. Aber auch eine Rechnung. Geschickter und für den Gartenliebhaber zufriedenstellender ist jedoch mit im wesentlichen eigenen Mitteln den Gartenboden gesund und aktiv zu erhalten. Trotzdem sollte im Abstand von drei bis vier Jahren eine Bodenprobe untersucht werden, um grobe Veränderungen und Mängel aufzudecken.

Von Blättern und jungen Trieben kann man Blattanalysen machen lassen, deren Aussagen sollten aber von einem Fachmann interpretiert werden.

Ziel dieser Maßnahmen sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen jährlichem Zuwachs und Ertrag sein.

nach obenInstitute für Bodenuntersuchung

  • LUFA Nord-West Institut für Boden und Umwelt Labor für gärtnerische ­Erden, Substrate und Gießwasser, Jägerstr. 23-27, 26121 Oldenburg, www.lufa-nord-west.de
  • Institut Koldingen GmbH, Breslauer Str. 60, 31157 Sarstedt, Telefon: 05066/901930
  • Agrolab-Gruppe, Dr.-Pauling-Str. 1, 84079 Bruckberg, Telefon: 08765/939960, www.agrolab.de
  • Lufa-ITL GmbH, Dr.-Hell-Str. 6, 24107 Kiel, Telefon: 0431/12280
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Kaliummangel
Düngung im Frühjahr
Herbstlaub schützt den Boden. Ein Kompost-Beschleuniger (Radivit, Neudorff) fördert den Umbau in Nährstoffe bis zum Frühling.
Obstgehölze bedarfsgerecht düngen
Meist werden Mäher oder Rasentraktoren mittels Mulchkit oder einfach nur mit einem Stopfen im Auswurfkanal zum Mulchen umgerüstet. Eventuell muss aber auch ein spezielles Messer eingebaut werden, das in der Lage ist, hochgewirbeltes Rasenschnittgut mehrfach klein zu schneiden.
Rasenpflege: übers Mulchen

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Bodenuntersuchung, Düngung, Kompost, Nährstoff, Obstgehölz

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