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Resistente Apfelsorten

'Reanda': schwacher Wuchs, guter Ertrag. Die Früchte sind anfänglich sehr sauer.
© von Soosten, Rolf
'Reanda': schwacher Wuchs, guter Ertrag. Die Früchte sind anfänglich sehr sauer.

Dezember 2009 Der Apfelschorf, der Obstbaumkrebs und der Mehltau sind die gefürchtetsten Krankheiten beim Apfel. Während der Krebs ganze Äste und sogar Kronenteile absterben lassen kann, lässt der Schorf vor allem in regenreichen Jahren die Früchte unappetitlich werden. Der Mehltau dagegen ist weniger problematisch. In warmen Jahren befällt er die Langtriebe, aber auch die Blätter der Fruchtäste und die Früchte. Mehltauanfällige Sorten verlieren Assimilationsfläche, Zuwachs und Ertrag leiden.


Zeitgleich zur rasanten Entwicklung von chemischen Bekämpfungsmitteln begann man in den 60er Jahren mit der Züchtung widerstandsfähiger Sorten. Vereinfacht dargestellt: Unter den Wildapfelarten fielen Arten auf, die nicht vom Schorf angetastet werden. Als Beispiel seien die aus Japan stammenden Malus floribunda, Malus pumila, M. mikromalus und der aus Russland stammende 'Antonowka' genannt. Zuchtprogramme zur Kreuzung von Edelsorten mit resistenten Malus-Arten führten in mehreren Ländern zu Anfangserfolgen. Doch die hohen Ansprüche an Geschmack, Aussehen und vor allem an die Lagerfähigkeit ließen sich kaum in einer Sorte vereinigen. Durch mehrfaches Ein- und Rückkreuzen wurden die Ergebnisse besser. So entstanden in den letzten Jahrzehnten weit über 100 Klone und Sorten, die bereits eine gewisse Resistenz erlangten.

Als nächster Schritt folgte ein Vergleich der aussichtsreichsten Züchtungen an Standorten mit unterschiedlichen Klimabedingungen. Solche Versuche werden in den verschiedenen Ländern Europas und in Übersee durchgeführt, die Ergebnisse in der Fachliteratur veröffentlicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen müssen. Klima, Boden, Kulturführung, die Zielsetzung des Versuchs und die Fragestellung werden variieren. Welche Sorten sind nun für den Hausgartenbesitzer empfehlenswert? Im Folgenden werden die in mehreren Fachbeiträgen auffallenden Sorten genannt.

nach oben'Ecolette'

'Ecolette', eine gut lagerfähige Sorte mit mittelmäßigen Eigenschaften.
© von Soosten, Rolf
'Ecolette', eine gut lagerfähige Sorte mit mittelmäßigen Eigenschaften.
'Ecolette' ist eine vor 1984 in den Niederlanden gezüchtete, schorf- und mehltauresistent und krebsunanfällige Sorte. Sie neigt zu starkem Wuchs, zu langen Zweigen und zu etwas kleineren Früchten. Daher scheinen Hochveredelung auf M9 oder die Unterlage P22 sowie Bindearbeit notwendig zu sein. Alternanzgefährdet, Ertrag mittelmäßig. Die Reifezeit liegt um eine Woche nach 'Elstar' und der Ertrag etwas unter 'Elstar'. Angenehme rote Deckfarbe auf gelbgrünem Grund. Gut lagerfähig.

nach oben'Enterprise'

Geschmacklich ist 'Enterprise' nur Mittelmaß, verbunden mit mäßigem Ertrag.
© von Soosten, Rolf
Geschmacklich ist 'Enterprise' nur Mittelmaß, verbunden mit mäßigem Ertrag.
'Enterprise' ist eine schwachwachsende Sorte mit großen dunkelroten, geschmacklich uninteressanten Früchten. Widerstandsfähig gegen Feuerbrand. Keine Anbauempfehlung.

nach oben'Gerlinde'

Das Bild zeigt die typischen kleinen Früchte an langen kahlen Ästen der Sorte 'Gerlinde'.
© von Soosten, Rolf
Das Bild zeigt die typischen kleinen Früchte an langen kahlen Ästen der Sorte 'Gerlinde'.
'Gerlinde' ist eine in der Bundesrepublik aus 'Elstar' gezüchtete Sorte. Die kleinfrüchtige und ertragsschwache 'Gerlinde' wächst stark und ist mehltauanfällig. Aroma der Muttersorte 'Elstar'. Reifezeit: Ende September – etwa 2 bis 3 Monate haltbar. Ausdünnung notwendig, kaum Befall mit Krebs. Wegen der mittlerweile gebrochenen Resistenz nicht mehr zu empfehlen.

nach oben'GoldRush'

'GoldRush' wird auch fälschlich 'Goldrush' oder 'Pristine' genannt. Mäßiger Wuchs mit ausgeprägter Mitte und guter Garnierung. Stark anfällig für Mehltau. Alternanzgefährdet! Festes Fruchtfleisch, vollwürzig und leicht säuerlich, nach Abbau der Säure tritt der Zucker in den Vordergrund. Reife: Ende Oktober. Nach 1 bis 2 Monaten Lagerung exzellenter Geschmack. Stellt sehr hohe Ansprüche an das Klima (Weinklima).

nach oben'Prima'

'Prima' wurde 1970 in den USA gezüchtet. Eine der ersten Sorten mit ausgeprägter Alternanz. Mittelgroße Frucht, saftig, fleckig rot, aromatisch und säuerlich. Reift im September. Die Resistenz gegen Schorf ist bereits gebrochen. Auch wegen anderer negativer Eigenschaften nicht empfehlenswert.

nach oben'Rebella'

'Rebella' ist eine sehr ertragreiche Herbstsorte mit ausgeprägten guten Geschmackseigenschaften. Eine ursprünglich schorfresistente Sorte, die bei Tests in Geschmack, Aussehen, Festigkeit, Saftigkeit und Gesamtnote in der besseren Hälfte von 12 Sorten lag.

nach oben'Retina'

'Retina' stammt aus dem Institut für Obstforschung in Pillnitz und ist seit 1991 im Handel. Entstanden aus der Sorte 'Apollo'. Sie bedarf intensiver Pflege, speziell der Fruchtausdünnung, um der Alternanz zu begegnen. Sie füllt die Lücke zwischen ganz frühen und Herbstäpfeln. Sehr guter äußerer Eindruck, aber schneller innerer Abbau.

nach oben'Rubinola'

'Rubinola' besticht durch einen guten Geschmack. In mehreren Tests schnitt sie sehr gut ab.
© von Soosten, Rolf
'Rubinola' besticht durch einen guten Geschmack. In mehreren Tests schnitt sie sehr gut ab.
'Rubinola' entstand in der Tschechei aus 'Rubin' × 'Prima' und ist seit 1993 im Handel. Attraktiver roter, kleinfrüchtiger Herbst- und Frühwinterapfel, in allen Klimaräumen reich und sicher tragend. Geringe Neigung zur Alternanz durch den gut verteilten Fruchtbehang. Im Gegensatz dazu steht der starke Wuchs, dem man von Beginn an durch Herunterbinden begegnen kann. Geschmacklich gilt 'Rubinola' als recht süß, der Vitamin-C-Gehalt liegt im Vergleich zu anderen Sorten über dem Durchschnitt.

nach oben'Santana'

'Santana‘: leuchtend rote Farbe. Auch die anderen Eigenschaften werden durchweg gut beurteilt.
© von Soosten, Rolf
'Santana‘: leuchtend rote Farbe. Auch die anderen Eigenschaften werden durchweg gut beurteilt.
'Santana' ist 1978 aus 'Elstar' × 'Priscilla' mit beachtlicher Resistenz gegen Krebs und einer gewissen Widerstandsfähigkeit gegen Mehltau entstanden. Trotz des nur mittelstarken Wuchses empfiehlt sich das Herunterbinden um früh Ertrag zu bringen. Die mittelgroßen Früchte sind durchweg gut ausgefärbt und geschmacklich gut. Baumreife: Mitte September, Genussreife ab Oktober. Gelegentlich wurde die Schorfresistenz überwunden.

nach oben'Topaz'

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Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Apfelsorte 'Topaz'
© von Soosten, Rolf
Apfelsorte 'Topaz'
'Topaz' ist wie 'Rubinola' in Tschechien gezüchtet aus 'Rubin' × 'Vanda', 1993 freigegeben. Die Sorte ist schorfresistent und wenig mehltauanfällig. Sie wächst mittel bis stark bei guter Garnierung. Gestreift bis verwaschen gelbrote Deckfarbe. Reife: Eine Woche vor 'Golden Delicious', gut haltbar. Geschmackliche Eigenschaften wurden sehr gut bewertet. Auffallend ist der Säuregehalt.

Achten Sie auf die genannten Mängel, denn manche Baumschulen führen die althergebrachten Sorten weiterhin, ohne sie durch bessere zu ersetzen. Der erwähnte Zusammenbruch der Resistenz folgt aus genetisch veränderten Stämmen des Schorfpilzes, die in der Lage sind, bisher widerstandsfähige Sorten zu befallen. Dies tritt besonders in obstreichen Landschaften auf. Die Gefahr im Hausgartenbereich ist relativ gering, wenn sie nicht aus Baumschulen mitgebracht wurden. In Anbaugebieten können resistente Sorten ihre Bedeutung verlieren.

Zusammenfassend rücken 'Topaz', 'Rubinola' und 'Santana' in den Vordergrund. Andere Sorten haben durchaus ihre Vorteile, doch aus Vergleichsversuchen liegen diese drei eindeutig vorn.

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Apfel, Apfelschorf, Apfelzüchtung, Ecolette, Elstar, Enterprise, GoldRush, Krebs, Mehltau, Prima, Rebella, Retina, Rubinola, Santana, Topaz, Veredelung, Züchtung

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Diesen Artikel kommentieren (2)

1
|
4. Oktober 2010

Apfeldatschi

Das wichtigste ist doch das Klima. Ich kann doch keinen Delicius oder Elstar auf 900 meter anbauen. Nirgends steht welcher Apfel für welches Klima ist. So sind 99% aller Internetseiten unvollständig.

2
|
14. März 2016

Aschwanden

Der Apfel ist geschmacklich gut. Nur habe ich unter 8 Äpfeln 2 gehabt, die von innen aus faulen, wie seinerzeit der Boskop.
Gruss Aschwanden

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