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Süßkirschbäume − Früher verpönt, heute modern

Süßkirsche
© Niggl / aboutpixel.de, www.aboutpixel.de
Süßkirsche

Juni 2009 Vor Süßkirschen in Haus- und Kleingärten wurde wegen des starken Wuchses gewarnt. Sie durch den Schnitt und anderen Hilfsmaßnahmen wie Binden und Wurzelbehandlung von ihrem Wachstum abzubringen war kaum möglich. Auch schwächere Unterlagen wie Colt brachten nicht den gewünschten Erfolg.


nach obenUnterlagen für schwachen Wuchs von Süßkirche

Der erste Schritt auf diesem Weg gelang der Universität in Gießen mit der Züchtung der GiSelA-Unterlagen, Kreuzungen der "Schattenmorelle" und der Wildart Prunus canescens. Auch in Dresden-Pillnitz wurde in dieser Richtung gearbeitet: Die PIKU-Unterlagen werden heute kommerziell vermehrt und stellen eine weitere Möglichkeit der "Zähmung" des Wachstums von Süßkirschbäumen dar.

nach obenJüngere Bäume auf GiSelA-Unterlagen

  • Im Vordergrund ein nachgepflanzter Baum, dessen Äste im ersten Jahr heruntergebunden waren. Bei ihm werden massive Eingriffe nie nötig sein, denn hier setzt der Ertrag früh ein und bremst das Wachstum. Im Hintergrund schlank gehaltene Kronen, wie sie in früheren Jahrzehnten selten zu sehen waren. | © von Soosten, Rolf
  • Bemerkenswert ist die tief gehaltene Krone ähnlich wie wir sie beim Apfel kennen. | © von Soosten, Rolf
  • Pflanzabstand 2,5 m. In diesem Stadium beginnt man, erste dicke Äste zu entfernen. | © von Soosten, Rolf

nach obenDer richtige Schnitt

Beim Schnitt wurde seit Generationen darauf geachtet, Süßkirschen möglichst wenig zu schneiden. Angst vor dem "Gummifluss" war die Ursache. Gummifluss entsteht unter anderem, wo im Holzkern durch Absägen von Ästen totes Holz gebildet wird. In den Schnittlehrgängen wurde uns beigebracht, sauber am Stamm zu sägen.

Heute denkt man anders. Bei Süßkirschen schneidet man nicht am Stamm, sondern setzt dickere Äste 20 bis 30 cm, die sehr dicken noch weiter entfernt, ab. Damit wird dem Baum ermöglicht, aus schlafenden Augen neue Austriebe zu bilden, die dann zwei Jahre später Früchte in der Nähe des Stammes bringen. So verringert sich der tote Innenraum.

Alte Baumformen verkahlen im Kroneninneren, während nur die Peripherie Erträge bringt. Früher kalkulierte man den Durchmesser einer ausgewachsenen Süßkirsche mit 7 bis 10 Metern, bei Verwendung von GiSelA und anderen schwachwuchsinduzierenden Unterlagen mit entsprechendem Schnitt reichen 2,50 bis 3 m aus. Der Zeitpunkt für solche Schnittmaßnahmen liegt gleich nach der Ernte. Einem Argument der Kritiker muss zugestimmt werden: Ästhetisch schön anzusehen ist ein so geschnittener Baum nicht.

Die Bilder aus mehrjähriger Praxis zeigen besser als viele Worte, wie ein moderner Baum erzogen oder ein alter Baum verkleinert werden kann.

nach obenJüngere Bäume auf stärker wachsenden Unterlagen

  • Hier wurde ein Quirl entfernt. Jede Schnittstelle treibt neu aus. | © von Soosten, Rolf
  • Dies sieht nach einem radikalen Eingriff aus, der zwar im Moment abschreckend wirkt, langfristig aber sinnvoll ist. An einigen älteren Schnittstellen erkennt man deutlich den Austrieb. | © von Soosten, Rolf
  • Ein schlank gehaltener Baum mit reichlich Schnittstellen. Der Knospenbesatz zeigt aber: viel junges Holz und wenig oder kein toter Kroneninnenraum. | © von Soosten, Rolf



nach obenÄltere Bäume auf starken Unterlagen

  • Die Behandlung der Spitze eines älteren, stark wachsenden Baumes. Je dicker die zu entfernenden Äste, desto weiter vom Stamm entfernt die Schnittstelle. | © von Soosten, Rolf
  • Nach starkem Eingriff viel junges Holz und im kommenden Jahr reichlich Blütenansatz. | © von Soosten, Rolf
  • Ein etwa 25 Jahre alter Baum auf stark wachsender Unterlage. Entsprechend seinem Standraum muss sein Durchmesser erheblich eingeschränkt werden, nach dem ein schwach wachsender neuer Baum dazugepflanzt wurde. | © von Soosten, Rolf
  • So etwa könnte er nach dem Eingriff aussehen. | © von Soosten, Rolf

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Baumschnitt, Kirsche, Obstgehölz, Süßkirsche

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