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Holunderbeeren für den Garten

Holunderbeeren
© Beeren © Benzo / aboutpixel.de, www.aboutpixel.de
Holunderbeeren

Februar 2009 In meinem Elternhaus spielten die Fliederbeeren eine beachtliche Rolle: War kalte Fliederbeersuppe mit Grießklößen angekündigt, kam keiner zu spät zum Essen. Mit Apfelstücken, Zitronenschale und einer Zimtstange war sie ein Höhepunkt an warmen Spätsommertagen. Holunderbeeren werden als Handelsware kaum angeboten, allenfalls findet man sie auf den Wochenmärkten.


Der Holunder – so der heute gebräuchliche Name – kommt in ganz Europa wild vor. Erwerbsmäßiger Anbau begann vor gut 50 Jahren in Österreich und Dänemark. Sambucus nigra – wie der Holunder botanisch heißt – stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden und das Klima. Er verträgt harte Winterfröste und dank seiner späten Blüte besteht keine Blütenfrostgefahr. In Höhenlagen kann es bei spät reifenden Sorten an der Ausreife mangeln.

nach obenAnzucht

Bei uns werden allgemein Stämmchen von 0,80 bis 1,20 m Höhe gepflanzt; in anderen Ländern zieht man die natürliche Strauchform vor. Gut sortierte Baumschulen bieten zweijährige Stämme an, die im Frühjahr gepflanzt werden sollten.

Eigene Anzucht ist einfach, wenn man bald nach Laubfall im Herbst Steckholz – 2 bis 3 Knospenpaare je Steckholz – schneiden kann. Sie werden sofort gesteckt, gut angedrückt und über Winter mit Reisig abgedeckt. Im folgenden Sommer zieht man einen Trieb hoch, der dann im Herbst auf die gewünschte Höhe eingekürzt wird. Der neu entstandene Trieb wird nach dem Blattfall oder im Frühjahr auf zwei oder vier Augen zurückgeschnitten. Danach beginnt der Ertrag und damit der intensive Schnitt.

Blüte und Ertrag entwickeln sich aus den End- und Seitenknospen des vorjährigen Triebes. In der Konsequenz daraus besteht der Schnitt im Wesentlichen aus dem Entfernen der abgetragenen zwei- und mehrjährigen Ruten. Schwaches Holz wird entfernt. Das Gehölz besteht nach dem Schnitt also aus einer mehrfach verzweigten Basis und den aus ihr entspringenden einjährigen Ruten.

Die Kronenbasis im Herbst: Sie zeigt den jährlichen Rückschnitt und den ständigen neuen Austrieb.
© von Soosten, Rolf
Die Kronenbasis im Herbst: Sie zeigt den jährlichen Rückschnitt und den ständigen neuen Austrieb.
Nach dem Schnitt
© von Soosten, Rolf
Nach dem Schnitt
Diese Krone ist breiter angelegt. Aus den untersten ausgetriebenen Knospen entstehen die neuen Ruten für die nächstjährige Ernte.
© von Soosten, Rolf
Diese Krone ist breiter angelegt. Aus den untersten ausgetriebenen Knospen entstehen die neuen Ruten für die nächstjährige Ernte.
Durch das Gewicht der Fruchtstände werden die einjährigen Triebe im weiten Bogen nach unten gezogen. Dadurch ergibt sich ein recht weiter Pflanzabstand von 4 m nach allen Seiten. Fruchtgewicht und die enorme Breite erfordern einen kräftigen Pfahl.

nach obenKrankheiten und Schädlinge

Nur wenige Krankheiten und Schädlinge befallen diese Wildobstart. Gelgentlich kommt die Schwarze Holunderblattlaus an den jungen, noch wachsenden Trieben vor. Folgenreicher sind Mäuse, die die Rinde der Stammbasis und der dicken Wurzeln abnagen. Es treten gelegentlich Fäulen auf, deren genaue Ursachen noch nicht geklärt sind. Sie spielen im Hausgarten kaum eine Rolle.

nach obenBewährte Sorten

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Selektionen und Züchtungen an mehreren Orten brachten eine Reihe von Sorten hervor, die durch Vergleichspflanzungen bewertet wurden. Da die Zielsetzungen des Anbaus sehr unterschiedlich sein können, lässt sich kaum sagen, welche nun für den Hausgarten besonders gut geeignet sind. Die drei Sorten 'Donau', 'Haschberg' und 'Hamburg' sind weit verbreitet und auch am ehesten im Handel verfügbar.

  • 'Haschberg' wächst recht stark, trägt reichlich und ist in der ersten Septemberhälfte reif.
  • 'Donau' wächst etwas schwächer und reift ab Ende August. Der Ertrag setzt früh ein. Sie ist vermutlich die derzeit am weitesten verbreitete Sorte.
  • 'Hamburg' – oder auch "Schwarzer Diamant" genannt, wächst aufrecht und sehr stark. Die Ernte fällt in die zweite Septemberhälfte. Die Ertragsmenge ist jedoch geringer, der Saft dagegen mild und für Gelees, Marmeladen und Säfte im Haushalt besonders beliebt.

Abschließend noch zwei Hinweise: Roher Saft und Beeren so wie Blätter und Rinde enthalten Stoffe, die gesundheitsschädlich sind. Durch Erhitzen werden sie zerstört. In den Blüten dagegen sind Aromen, die nicht nur gut bekömmlich, sondern auch zu Holundersekt oder Nachspeisen verarbeitet ein Genuss sind.

Die seidig leuchtenden Blütenblätter des Islandmohns (Papaver nudicaule) sprengen die schützende Knospe und drängen ans Licht.
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