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Grüne Tipps im Dezember

Dezember 2018 Wie praktisch: Die dunkelste Jahreszeit und der Monat mit der geringsten Gartenarbeit fallen zusammen. Im Dezember gibt es im Garten nichts Dringendes zu erledigen. Wer Ausgleich zum vorweihnachtlichen Trubel sucht, kann allerdings den Komposthaufen umschichten und mit dem Rückschnitt von Ziersträuchern oder Obstbäumen beginnen.


Die roten Früchte der Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium) sind stark giftig. Drosseln, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke fressen die Früchte gerne, weil sie den langen Winter über an den Bäumen bleiben.
© Roth
Die roten Früchte der Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium) sind stark giftig. Drosseln, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke fressen die Früchte gerne, weil sie den langen Winter über an den Bäumen bleiben.

nach obenZierpflanzen

Ein alter Brauch besagt, dass am Barbaratag, dem 4. Dezember, geschnittene Obstzweige, zum Beispiel Apfel, Kirsche, Mandel, Pfirsich oder Zierquitte, zu Weihnachten blühen. Damit die Knospen auch sicher aufgehen, ist ein mehrstündiges Bad der Zweige in warmem Wasser zweckmäßig. Bevor Sie die Zweige endgültig ins Vasenwasser stellen, schneiden Sie sie erneut an, um die Leitungsbahnen zu öffnen. Frischhaltemittel fördern die Wasseraufnahme und verhindern Bakterienbildung im Vasenwasser.

Verwelkte Blütenstauden und trockene Ziergräser schmücken auch jetzt noch den Garten, besonders wenn sie Schneemützen tragen oder mit glitzerndem Raureif überzogen sind. Die abgestorbenen Pflanzenteile dienen außerdem als wirkungsvoller Winterschutz für die Gewächse und als sicherer Unterschlupf für Insekten. Erst Anfang März ist die optimale Zeit für den Rückschnitt.

Der Rasen braucht jetzt Ruhe, denn das Betreten verursacht Schäden. Mit jedem Schritt verdichtet sich der feuchte Boden etwas stärker. Außerdem brechen die Zellen des Grases bei Frost wie Glas. Der Rasen taugt zudem nicht als Lagerplatz für geräumten Schnee, denn die Last würde das Gras erdrücken.

Unter Trockenheit leiden vor allem Nadelgehölze und andere immergrüne Pflanzen, weil sie auch im Winter Wasser verdunsten und im gefrorenen Boden keine Feuchtigkeit zum Ausgleich aufnehmen können. Besonders gefährdet sind jüngere Pflanzen, die noch nicht tief eingewurzelt sind. Denken Sie daran, diese Pflanzen in frostfreien Perioden zu gießen.

Das Holz der Strauch-Pfingstrose (Paeonia suffruticosa) ist spröde und kann bei größerer Schneelast auseinanderbrechen. Binden Sie vorbeugend die Krone zusammen: Das gibt den Zweigen Halt. Auch säulen- und kugelartig wachsende Nadelgehölze können durch Schneelast ihre Form verlieren.

Terrassenpflanzen im Überwinterungsquartier beanspruchen unsere Aufmerksamkeit, damit eventueller Schädlingsbefall möglichst schnell erkannt wird. Das ist gar nicht so einfach, denn Weiße Fliege, Thrips und Rote Spinne halten sich gerne versteckt auf den Blattunterseiten auf. Bei Befall müssen Sie nicht gleich zu chemischen Pflanzenschutzmitteln greifen. Wenn nur wenige Schädlinge vorhanden sind, wischen Sie diese mit einem feuchten Tuch ab. Ein stärkerer Befall konzentriert sich häufig nur auf einzelne Triebspitzen, die Sie einfach abschneiden und entsorgen können. Ist der Befall noch in den Anfängen, lassen sich Weiße Fliegen mit einer beleimten Gelbtafel und Thripse mit klebrigen Blautafeln abfangen. Rote Spinne fühlt sich bei trockener Luft wohl. Sie vermehrt sich schlagartig und bleibt wegen ihrer geringen Größe oft unbemerkt. Durch tägliches Besprühen der Blattunterseiten mit Wasser halten Sie Spinnmilben kurz.

Checkliste für Kübelpflanzen im Freien

  • Nur frostfeste Gefäße verwenden.
  • Schützen Sie die Wurzelballen vor dem vollständigen Durchfrieren, z. B. indem Sie die Töpfe auf Styropor stellen und mit Noppenfolie oder Jute einwickeln.
  • Wählen Sie einen vor Sonne und Wind geschützten Standort.
  • Während frostfreier Phasen gießen, damit die Pflanzen nicht vertrocknen.

nach obenBodenprobe im Winter – gezielte Düngung im Frühjahr

Die Nährstoffgehalte und der Kalkzustand im Gartenboden verändern sich durch Klimaeinflüsse und die Nutzung des Gartens. Eine chemische Bodenunter­suchung gibt Aufschluss über den aktuellen Stand. Die Analyse mit der entsprechenden Düngeempfehlung wird in einem Bodenuntersuchungslabor erstellt. Beispielsweise unter agrolab.de.

Zur Untersuchung schicken Sie Erdproben ein. Es ist sinnvoll, unterschiedliche Gartenbereiche, wie Rasen oder Gemüsebeete, separat zu beproben.

Dafür entnehmen Sie gut über den entsprechenden Gartenbereich verteilt 10 bis 15 Einzelproben. Für jede Einzelprobe graben Sie einen spatenblatttiefen Spalt und stechen am Rand von oben bis unten eine Erdscheibe ab. Diese Einzelproben sammeln Sie in einem sauberen Eimer, durchmischen alles gründlich und füllen davon 500 g für die Laboruntersuchung in einen Plastikbeutel ab.

nach obenObst

Keine Hetze, alle Arbeiten können warten!

Noch ist Pflanzzeit für Obstgehölze, vorausgesetzt, der Boden ist nicht gefroren. Wer an Geld, aber nicht an der Qualität sparen möchte, greift zu den günstigeren wurzelnackten Gehölzen. Bei Containerware sind manchmal die Wurzeln verfilzt oder wachsen gar im Kreis. Dann lockern Sie den Ballen vor dem Pflanzen auf, beziehungsweise trennen die äußeren Wurzeln mit dem Messer durch.

Besonders die Stämme junger Bäume werden gerne von Kaninchen und anderen Nagern angefressen. Eine Drahthose oder Kunststoffspirale hält die Wildtiere auf Abstand. Es hilft auch, wenn Sie einige Äste vom Baumschnitt liegen lassen. Die Äste werden den Baumstämmen vorgezogen.

Stehen junge Obstbäume im Rasen, sollten Sie Baumscheiben im Durchmesser der jeweiligen Krone erhalten, um Rindenkrankheiten und Wühlmausbefall vorzubeugen.

Wühlmäuse lassen sich in der nahrungsärmeren Jahreszeit am effektivsten mit Fallen oder Giftködern bekämpfen.

Weiß angestrichene Baumstämme sind ein wirkungsvoller Schutz vor dem Aufplatzen der Rinde bei Frost im Winter. Die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht und verhindert so Spannungen im Holz, das sonst einseitig aufgeheizt würde.

Wie alt werden Obstbäume? Am längsten leben hochstämmige, auf stark wachsende Unterlagen veredelte Obstbäume: Birnbaum 200, Apfelbaum 120, Süßkirsche 100 und Sauerkirsche 25 Jahre. Kleine Baumformen auf schwach wachsenden Veredlungsunterlagen werden schon nach 25 Jahren sichtbar schwächer. Der Walnussbaum überlebt sie alle, denn er kann bis zu 400 Jahre alt werden. Die Zahlen sind nur ungefähr, denn durch Krankheit und andere Einflüsse schwankt das erreichbare Alter sogar innerhalb einer Obstart beträchtlich.

nach obenGemüse

Die Ernte von Rosenkohl beginnt mit den frühen Sorten im September und kann mit den Spätsorten im März enden. Pflücken Sie in mehreren Erntegängen und immer nur die größten Röschen. Wird bei Frost geerntet, müssen Sie die Röschen nach dem Auftauen umgehend verarbeiten.

Grünkohl erntet man ab Ende Oktober. Die Hauptzeit ist allerdings im Dezember, wobei die Wintersorten noch im März gepflückt werden. Auch diesen Kohl beernten Sie öfter. Beim ersten Durchgang bleiben mindestens fünf bis sechs der jüngsten Blätter am Strunk stehen. Brechen Sie die Blätter mit dem Stiel ab und trennen Sie erst später die Blattspreite vom Blattstiel bzw. von der Mittelrippe. Grünkohl sollten Sie zügig verarbeiten, weil die großen Blätter schnell welken. Küchenfertiger Grünkohl eignet sich hervorragend zum Einfrieren.

Wie ist die Gartensaison 2018 verlaufen? Gab es Probleme durch die lang anhaltende Trockenheit? Muss wegen des Klimawandels über neue Kulturmethoden nachgedacht werden? Gang und gäbe ist der nach Arten getrennte Anbau von Gemüse. Das ist übersichtlich und erleichtert die Pflege.

Im Gegensatz dazu nutzt Mischkultur die Fläche besser aus, und Sie verbrauchen weniger Wasser. Wird beispielsweise eine Gemüseart mit langer Kulturzeit gepflanzt, kann der Zwischenraum zusätzlich von einer Gemüseart mit kurzer Entwicklungszeit genutzt werden. Bei Wirsingkohl kämen Radieschen oder Salatrauke (Eruca sativa) als anfängliche Begleitung in Frage. Wenn Sie Erntelücken schneller füllen, nutzen Sie die Fläche ebenfalls besser und tragen obendrein zu einer größeren Artenvielfalt bei. Wer sich zur Mischkultur entschließt, wird außerdem weniger Probleme mit Schädlingen haben. Auch ist die Gefahr der Bodenmüdigkeit gebannt.

Eventuell gibt es Bedenken gegen die Mischkultur, dass sich unterschiedliche Gemüsearten negativ beeinflussen. Die Aussagen über wechselseitige Auswirkungen sind jedoch widersprüchlich und lassen sich in Versuchen nicht erhärten. Die vielen erfolgreichen Erfahrungen mit Hochbeeten zeigen, wie unbegründet diese Bedenken sind.

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Blütenstauden zur Vorpflanzung
An die gleiche Stelle sollte nicht erneut ein Obstgehölze und auch keine Ziergehölze gepflanzt werden.
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Süßigkeiten gehören einfach zu Weihnachten dazu und sind ein beliebtes Geschenk.
12/18: Schokosterne im Glas

Schlagworte dieser Seite:

Barbaratag, Baumscheiben, Blütenstauden, Kaninchen, Kübelpflanzen, Pfingstrose, Salatrauke, Schädlingsbefall, Trockenheit, Weihnachten, Wühlmäuse, blühen

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