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Ein Plädoyer für die immertragenden Himbeeren

Ein üppiger Bestand der 'Polana' kurz vor Beginn der Ernte.
© von Soosten, Rolf
Ein üppiger Bestand der 'Polana' kurz vor Beginn der Ernte.

Januar 2009 In Fachkreisen gilt die Himbeere als die vielseitigst zu verwendende Sommerfrucht. Im Kühlregal der Märkte ist sie relativ teuer: Die Kultur im Erwerbsobstbau erfordert hohe Investitions-, Pflege- und Erntekosten. Dazu kommt die geringe Haltbarkeit zwischen Ernte und Verkauf. Mit den modernen Sorten lässt sich im Privatgarten die Erntezeit über mehrere Monate strecken.


Beginnt doch die Ernte der normalen Himbeersorten mit der Sorte 'Elida' im Juli und endet mit den späten Sorten im August. Unmittelbar daran schließt sich die Reife der herbsttragenden Himbeeren, die dann bis zum Frostbeginn andauert. Aromareiche Beeren von Ende Juli bis in den Herbst! Diese Chance wird von Haus- und Kleingärtnern noch sehr wenig genutzt.

Worin unterscheiden sich nun unsere herkömmlichen Sorten von den Immertragenden? Genetisch sind sie sehr nahe verwandt. Standardsorten tragen ihre Beeren an der Rute, die im vorangegangenen Jahr wuchs. Bei den Herbst- oder Immertragenden werden alle Ruten zum Winter bis zum Boden heruntergeschnitten. Hier treibt die Pflanze im Frühjahr neue Ruten, die, wenn sie eine Höhe von 60 bis 80 cm haben, bereits erste Blütenknospen zeigen. Mit zunehmendem Wachstum erscheinen immer mehr Knospen. Bei gutem Stand ist die Fruchtbarkeit enorm und die Fruchtgröße überrascht alle Anbauer. Später, wenn die Herbstsonne an Kraft verliert, werden die Früchte kleiner und reifen etwas langsamer.

Im Vordergrund die Immertragende 'Polana', dahinter die Einmaltragende 'Tulameen' kurz vor Beginn der Blüte.
© von Soosten, Rolf
Im Vordergrund die Immertragende 'Polana', dahinter die Einmaltragende 'Tulameen' kurz vor Beginn der Blüte.

Die Erdbeer- bzw. Himbeerblütenstecher sind mit ihrem Lebenszyklus durch und machen daher keinen Schaden mehr. Das trifft auch für den Himbeerkäfer zu. Madenbefallene Früchte gibt es also nicht. In niederschlagsreichen Sommern kann allerdings – wie bei den anderen Sorten – die Fruchtfäule Unannehmlichkeiten bereiten. Mit Beginn der Taubildung im Herbst sollte man vorbeugend mit einem in Himbeeren zugelassenen Mittel behandeln. Neuere Sorten wurden allerdings unter dem Blickwinkel geringerer Anfälligkeit selektiert. Durch die Wahl eines luftigen Standortes kann auch auf natürlichem Wege eine gewisse Vorkehr getroffen werden.

nach obenStandortansprüche

Die Standortansprüche entsprechen denen der normalen Sorten: Die Wurzeln gehen drei bis vier Spaten tief. In diesem Bereich darf keine Staunässe verursachende Schicht sein. Himbeeren brauchen für die Aromabildung Sonne und Wärme. Gegen Verdunstung deckt man den Boden mit einer Humusschicht aus Stroh, Shreddermaterial oder anderen organischen Materialien ab. Rasenschnitt und dicke Laubschichten sind ungeeignet, sie verhindern die Belüftung. Kompost ist nur dann empfehlenswert, wenn wenig oder keine Unkrautsamen enthalten sind.

Die meisten Immertragenden bilden starke Horste. Daher empfiehlt sich ein weiterer Abstand: 60 cm. Wenn mehrere Reihen gepflanzt werden, sollte der Reihenabstand 4 m oder mehr betragen. Nach der Pflanzung erfolgt der Rückschnitt bis auf etwa 20 cm! Es darf nicht tiefer gepflanzt werden wie die Ware in der Baumschule gestanden hat: Die obersten Wurzeln bedeckt eine etwa 2 cm dicke Bodenschicht. Darauf kommt die oben besprochene Mulchschicht zur Abdeckung. Sie verhindert das Austrocknen des Bodens. Der Grund ist die sehr bald einsetzende Neutriebbildung. Je eher sie beginnt, je mehr Früchte können Sie im Pflanzjahr ernten.

Im Gegensatz zu den sommertragenden Sorten ist bei den späten ein Gerüst nicht unbedingt nötig. Im zweiten oder dritten Jahr stehen die Ruten sehr dicht und stützen sich gegenseitig. Im Bedarfsfall kann ein seitlich gespannter Draht oder ein Band das Auseinanderfallen der Reihen verhindern. Bei zu dichtem Stand wird man einige Ruten entfernen.

nach obenDüngung und Pflege

Trotz des großen Bedarfs an Assimilaten für den Aufbau von Holz, Blatt und Frucht sollte die Düngung mit Vorsicht geschehen. Mastige Triebe sind für allerlei Krankheiten anfällig und verhindern die Stabilität der Ruten. Zu bekämpfen sind Dauerunkräuter wie Brennnessel, Krauser Ampfer, Kriechender Hahnenfuß und Giersch. Sie sollten im frühesten Stadium entfernt werden.

nach obenEinige Sorten im Überblick

Der bereits älteren Sorte 'Autumn Bliss' sagt man eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber den Erregern der Wurzelkrankheiten nach. Geschmacklich gibt es heute Verbesserungen.

'Heritage' ist eine verbreitete Sorte, die jedoch zur vollen Leistung einen guten Standort und mit Beginn der Taufeuchtigkeit eine Folienabdeckung benötigt.

'Polana' gehört zu den moderneren Sorten. Hohe Leistung mit nur mittelgroßen Beeren, aber gutem Geschmack. Ihr Nachteil ist die Anfälligkeit für Wurzelfäulen und Rutenkrankheiten.

Eben verblühte Blüten und reife Früchte der 'Polana' nebeneinander weisen auf eine lange Erntezeit hin.
© von Soosten, Rolf
Eben verblühte Blüten und reife Früchte der 'Polana' nebeneinander weisen auf eine lange Erntezeit hin.
Eben verblühte Blüten und reife Früchte der 'Polana' nebeneinander weisen auf eine lange Erntezeit hin.
© von Soosten, Rolf
Eben verblühte Blüten und reife Früchte der 'Polana' nebeneinander weisen auf eine lange Erntezeit hin.

Pflanzen der Sorte 'Polka' im zeitigen Frühjahr gesetzt. Schon im Pflanzjahr ist ein beachtlicher Ertrag zu erwarten.
© von Soosten, Rolf
Pflanzen der Sorte 'Polka' im zeitigen Frühjahr gesetzt. Schon im Pflanzjahr ist ein beachtlicher Ertrag zu erwarten.
'Polka' ist eine Verbesserung der 'Polana'. Sie ersetzt zur Zeit die älteren Sorten.

'Himbo Top' bringt große, schöne Früchte.
© von Soosten, Rolf
'Himbo Top' bringt große, schöne Früchte.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Aus der Schweiz kommt die Sorte 'Himbo Top'. Sie ist großfrüchtig, hellrot und hat ein sehr gutes Aroma.

Es werden neuere Sorten angeboten, über deren Leistungen und Eigenschaften noch wenig bekannt ist. Als Beispiel sei die 'Pokusa' zu genannt, die recht früh sein soll.

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