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Kulturheidelbeeren

Auf Grund der Blütenstruktur kommen für die Befruchtung hauptsächlich langrüsselige Insekten in Frage. Gelegentlich wird die Blütenröhre am Boden aufgebissen um an die reiche und frühe „Honigbeute“ zu kommen.
© von Soosten, Rolf
Auf Grund der Blütenstruktur kommen für die Befruchtung hauptsächlich langrüsselige Insekten in Frage. Gelegentlich wird die Blütenröhre am Boden aufgebissen um an die reiche und frühe „Honigbeute“ zu kommen.

Dezember 2008 Gemessen an ihrem Wert und an dem geringen Pflegeaufwand sind Kulturheidelbeeren recht unbedeutend geblieben. Dieser aus Nordamerika stammende Strauch kam nach dem Kriege zu uns und wurde in einigen norddeutschen Gegenden durch Einfluss amerikanischer Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung eingeführt.


Mittlerweile existieren mehrere Hundert Hektar Plantagen in teilweise sehr gutem Kulturzustand. Die früheren häufig kleinfrüchtigen Sorten wurden durch attraktivere, wohlschmeckende ersetzt und die Erntezeit verlängert. Heute fehlen zur Erntezeit in keinem gut geführten Obstgeschäft Kulturheidelbeeren, die bei genauerer Betrachtung recht teuer sind. Daher verwundert es, dass nicht mehr Haus- und Kleingärtner sich mit dieser Obstart auseinander setzen.

Im Vergleich zu anderen Obstarten kommen nur sehr wenige Schädlinge und Krankheiten vor: Der Frostspanner kann in gefährdeten Lagen Blattfraß verursachen. An den Früchten kommt eine Pilzkrankheit – die Anthraknose (Colletotrichum) – vor, die jedoch im Hausgartenbereich nicht weit verbreitet ist.

nach obenDer richtige Standort

Ansprüche stellt die Heidelbeere an den Standort. Ideal sind leichte Sandböden (Heideböden), Hoch- und Niederungsmoor. Die stehen natürlich nicht überall zur Verfügung. Ein Pflanzloch, etwa 80 cm Durchmesser, dessen Aushub zur Hälfte mit gutem (Weiß-)Torfmull aufbereitet wird, ersetzt den natürlichen Standort. Böden mit hohem pH-Wert, also neutrale und alkalisch reagierende Böden, können durch Zugabe von Schwefel angesäuert werden. Kalkverwitterungsböden scheiden aus.

Ein etwa 30 Jahre alter Bestand von Kulturheidelbeeren auf dem Boden eines früheren Buchenlaubwaldes. Die Sträucher sind mannshoch und bringen regelmäßige Erträge ohne nennenswerte Pflege.
© von Soosten, Rolf
Ein etwa 30 Jahre alter Bestand von Kulturheidelbeeren auf dem Boden eines früheren Buchenlaubwaldes. Die Sträucher sind mannshoch und bringen regelmäßige Erträge ohne nennenswerte Pflege.

Nach der Pflanzung sollte die Pflanzscheibe mit einer dicken Schicht Nadelholzschredder abgedeckt werden. Bei seiner Zersetzung entstehen säurehaltige Humusstoffe, in denen sich die Wurzeln wohlfühlen. Es wachsen zwar alle Sorten, wenn die Böden geeignet sind. Doch sollte man auf anmoorigen Böden die Standardsorte 'Bluecrop' und, wenn verfügbar, der neueren 'Duke' den Vorzug geben. Die Sorte 'Bluetta' ist weniger geeignet. Auf den nicht optimalen Böden pflanze man die stark wachsenden Sorten.

Als Mindestabstand für alle Sorten gilt: 3 × 1, m. Heute wird meist Containerware angeboten. Sie sollte nicht älter als 3 Jahre sein. Bei zu alter Ware dauert es lange, bis das Wurzelwerk in den neuen Boden wächst.

nach obenDer Ertrag

Im Jahr nach der Pflanzung kann man nur selten einen kräftigen Zuwuchs erwarten. Im Folgejahr kommt meist ein kräftiger Trieb, der dann im zweiten und dritten Jahr Früchte bringt. Dann beginnt auch der Schnitt. Abgetragenes, altes Fruchtholz sollte nach und nach entfernt werden, denn altes Fruchtholz bringt nur kleine Beeren. Die schönsten Früchte bringt das zweijährige Holz. Stehen Sträucher auf zusagenden Standorten können sie mehrere Kilo Ertrag bringen und sehr alt werden.

Da sie sehr flach wurzeln, ist jede Bodenbearbeitung zu unterlassen. Besser ist das Abdecken mit Rindenmulch oder Sägewerksabfällen. Es kommt aber nur Nadelholzmaterial infrage. In den Rinden vom Laubholz – besonders Buchen – werden größere Mengen Mangan eingelagert, die nach einigen Jahren zu Blattaufhellungen und sekundärem Magnesiummangel führen.

Bei aller Bescheidenheit in Sachen Pflege darf die Düngung nicht vergessen werden. Geringe Gaben eines möglichst sauren Stickstoffdüngers zu Beginn der Vegetation fördern die Entwicklung. Vorsicht aber bei den oft billigen "Humusdüngern" aus den Supermärkten. Sie stammen, zumindest teilweise, aus den "Kompostierungsanlagen" der kommunalen Entsorgungsunternehmen. Sind sie nicht richtig durchkompostiert, enthalten sie oft hohe pflanzenschädliche Salzmengen. Auf jeden Fall vor dem Kauf die Inhaltsbeschreibung kritisch durchlesen!

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenSortenauswahl (Erntezeitpunkte etwa ab Mitte Juli bis Mitte August)

  • 'Reka': ('Earliblue' × 'Bluecrop' × 'Ashworth') Aufrecht wachsender Strauch. Früh einsetzender Ertrag. Die Beeren sind mittelgroß, kräftig blau, gut pflück- und lagerbar.
  • 'Spartan': Aufrechter Wuchs mit hellen großen Beeren, die einen angenehmen süßsauren Geschmack haben.
  • 'Nui': Gedrungener Wuchs, sehr große Beeren, die hellblau bereift sind. Sehr gute Lagerfähigkeit.
  • 'Collins': Breit wachsender Strauch, dessen helle mittelgroße Beeren traubenartig wachsen. Süßer mildsäuerlicher Geschmack.
  • 'Patriot': Anfänglich aufrecht, später auseinanderfallender Strauch. Große, platte Beere mit nicht immer gutem Geschmack. Benötigt daher sonnigen Standort.
  • 'Puru': Aufrechter Wuchs, große, helle Beeren mit gutem Geschmack. Sonst wie 'Nui'.
  • '13-16-A': Kräftig und sperrig wachsender Strauch, mittelgroße blaue Beeren von mittelmäßigem Geschmack. Hohe und regelmäßige Erträge.
  • 'Bluecrop': Aufrechter und breiter Strauch mit großen leuchtend blauen Früchten, die fest und geschmackvoll sind. Erträge sind regelmäßig und hoch. Bekannteste und verbreitetste Sorte, mit deren Reife stets der Preiszusammenbruch folgt.
  • 'Berkeley': Etwas sperrig wachsender Strauch mit großem auffallendem Blatt. Der Ertrag ist nicht so regelmäßig wie bei anderen Sorten, die Früchte sind mittelgroß, gut gefärbt und haben ein gutes Aroma. Trotz einiger negativer Eigenschaften eine beliebte Sorte unter den Profis.
  • 'Coville': Aufrechter Wuchs. Große feste Beeren mit aromatischem säuerlichem Geschmack. Wertvolle späte Sorte.
  • 'Darrow' und 'Elisabeth': Sehr späte Sorten. Sie haben große, 'Darrow' sogar sehr große Beeren. Auf Grund von Erfahrungen werden in Norddeutschland diese späten Sorten nicht in jedem Jahr reif bzw. erreichen oft nicht die notwendigen geschmacklichen Qualitäten.

Die Blüte der Heidelbeere: Am Ende der glockenförmigen Röhre sitzt der von den Bienen und Hummeln gesuchte Honig. Oft ist ihr Rüssel nicht lang genug um dort hinzukommen. Beide Arten helfen sich, indem sie ein Loch hineinbeißen, wie es hier geschieht.
Kulturheidelbeeren
Sämling eines Baumes und der Austrieb im folgenden Jahr.
Baum – Strauch – Halbstrauch
Heidlebeeren
Heidelbeeren im Garten

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