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Kübelpflanzen im Winterschlaf

© Ratschinski, Ilja

Dezember 2008 Kübelpflanzen erfreuen sich im Sommer großer Beliebtheit. Als mobiles Grün bereichern sie Terrassen, Innenhöfe und Vorgärten mit ihrem mediterranen Flair. Doch wenn der Herbst mit seinen ersten kalten Nächten näher rückt, stellt sich die Frage: Wohin mit den sperrigen grünen Freunden?


Um Kübelpflanzen optimal zu überwintern sind Informationen über Herkunft und natürliche Standortbedingungen der jeweiligen Art unerlässlich. Die meisten Kübelpflanzen stammen aus einer mediterranen, tropischen oder subtropischen Klimazone. Unseren Winter können diese Pflanzen oft nur überleben, wenn sie in ein frostfreies Quartier umgesiedelt werden.

nach obenEntscheidend: die Temperatur

Einige mediterrane Pflanzen vertragen allerdings auch Temperaturen unterhalb der Frostgrenze. Schließlich schneit es am Mittelmeer auch gelegentlich. Für Oleander, Feige, Rosmarin, Bleiwurz, Zitruspflanzen und Olivenbäumchen ist daher ein Kleingewächshaus oder ein unbeheizter Wintergarten ein geeignetes Winterquartier. Auch eine Garage mit Fenster kann ausreichend sein. In einem milden Winter kann es sogar genügen, die Pflanzen draußen geschützt aufzustellen und den Wurzelbereich zu isolieren. Nur wenn Temperaturen unter -5 °C zu erwarten sind, sollten die Pflanzen kurzfristig in einen frostfreien aber kühlen Bereich umgesiedelt werden. Nur tropische und subtropische Pflanzen wie Bougainvillea, Hibiscus oder Zierbanane sollten bei wärmeren Temperaturen überwintert werden. Optimal wäre für diese Pflanzen eine Temperatur zwischen 12 und 17 °C. Ein Treppenhaus oder Schlafzimmer könnte ein geeigneter Ort sein.

Die Zeit im Winterquartier sollte möglichst kurz sein. Die meisten Kübelpflanzen werden erst kurz vor den ersten Frostnächten in ein geschütztes Quartier gebracht. Tropische und subtropische Pflanzen, auch Zimmerpflanzen, die sich im Garten erholen durften, werden schon früher ins Warme geholt. Bei dieser Gelegenheit sollte auch auf einen eventuellen Schädlingsbefall geachtet werden. Besonders Läusearten finden im Winterlager oft ein günstiges Milieu. Mit ölhaltigen Präparaten oder Kaliseife können sie wirkungsvoll bekämpft werden.

nach obenFrüh ins Freie

Winterschlaf: Pflanze transportieren
© Ratschinski, Ilja
Winterschlaf: Pflanze transportieren
Möglichst früh sollten die Pflanzen im Frühjahr wieder nach draußen kommen. Auf die Eisheiligen braucht man nicht zu warten. Damit die Pflanzen sich an die Sonne gewöhnen können, ist zunächst ein halbschattiger Standort zu wählen. Die Beachtung der regionalen Wettervorhersage hat in dieser Zeit hohe Priorität, damit gegebenenfalls rechtzeitig Schutzmaßnahmen getroffen werden können. Damit das Umsiedeln der Töpfe nicht zur Tortur für den Rücken wird, ist eine so genannte "Sackkarre" ein empfehlenswertes Transportmittel. Ein Rückschnitt der Pflanzen, der bei manchen Arten empfehlenswert sein kann, sollte nach Möglichkeit erst im Frühjahr durchgeführt werden. Übertöpfe und Untersetzer können bei Zimmerpflanzen praktisch sein; bei Kübelpflanzen die der Witterung ausgesetzt sind, sollten sie grundsätzlich nicht verwandt werden. Das gestaute Wasser, nach einem kräftigen Regenguss, kann ausreichen, um eine Fäulnis im Wurzelbereich auszulösen.

Immergrüne Pflanzen benötigen einen hellen Standort. Je wärmer der Standort desto mehr Licht sollte vorhanden sein. Die Pflanzen möglichst trocken halten, wobei der Wurzelballen nicht vollständig austrocknen darf. Immergrüne Pflanzen müssen daher auch im Winter öfters gegossen werden. Laubabwerfende Arten wie Engelstrompete und Granatapfel können auch in dunklen, kühlen Räumen überwintert werden. Je dunkler der Standort, desto tiefer sollte die Temperatur sein. Ein günstiger Standort wäre ein Raum im Bereich eines Regenwasserspeichers.

Wenn der Platz für die Überwinterung von Pflanzen knapp wird, hat man die Möglichkeit, von alten Pflanzen Stecklinge zu machen und neue Jungpflanzen heranzuziehen. Viele der Beet-, Balkon-, und Kübelpflanzen können durch Stecklinge vermehrt werden und benötigen dann als Jungpflanze erheblich weniger Platz. Bei der Engelstrompete kann man sogar erst im Herbst Steckhölzer schneiden. Diese werden dann in einen Topf mit Erde gesteckt und frostfrei aber kühl überwintert. Bis zum Frühjahr haben sich schon zarte Wurzeln gebildet, und fertig ist die neue Engelstrompete. In der Regel sind durch Stecklinge verjüngte Pflanzen sogar wesentlich robuster und wuchsfreudiger als Altpflanzen.

nach obenKübel versus Garten

Vergleicht man den Lebensraum "Kübel" mit den Bedingungen in einem Gartenboden werden die Nachteile des Kübels deutlich: Wenig Raum für Wurzelwachstum, schwankende Flüssigkeitszufuhr und stark schwankende Temperaturunterschiede im Wurzelbereich. Die Pflanzenwurzel ist besonders empfindlich für Temperaturschwankungen. Aus diesem Grund sollten auch winterharte Pflanzen im Kübel einen isolierenden Schutz bekommen (z. B. Luftpolsterfolie, Vlies).

Winterschlaf: Pflanze schützen
© Ratschinski, Ilja
Winterschlaf: Pflanze schützen
Winterschlaf: Pflanze schützen
© Ratschinski, Ilja
Winterschlaf: Pflanze schützen

Winterschlaf: Pflanze eingraben
© Ratschinski, Ilja
Winterschlaf: Pflanze eingraben
Wer seine Kübelpflanzen ohnehin bald umtopfen möchte, könnte dies schon im Herbst tun. Die frische Blumenerde zwischen Kübel und Wurzel hat eine isolierende Wirkung. Gut geschützt sind die Pflanzen, wenn sie im Garten eingegraben werden. Im Boden sind Temperaturschwankungen sehr gering. Ein abgeräumtes Gemüse- oder Blumenbeet wäre eine geeignete Fläche.

Ihr Gartenfachberater
Ratschinski, Ilja

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