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Grüne Tipps im November

November 2017 Der November ist nicht gerade ein beliebter Gartenmonat. Viele verbinden ihn eher mit trübem Wetter, Nebel, Regen und Sturm. Denken wir positiv: Es gibt bestimmt genug Sonnenstunden, um den Garten auf den Winter vorzubereiten.


Der Apfeldorn (Crataegus 'Carrierei') ist ein kleinkroniger Baum, der gut in Vorgärten passt. Seine orange­roten Beeren bleiben bis zum Winter hängen.
© Roth
Der Apfeldorn (Crataegus 'Carrierei') ist ein kleinkroniger Baum, der gut in Vorgärten passt. Seine orange­roten Beeren bleiben bis zum Winter hängen.

nach obenZierpflanzen

Endspurt für das Setzen von Zwiebelblumen, die im Frühjahr blühen sollen! Pflanzen Sie möglichst vor dem ersten Frost. Kleinere Zwiebeln benötigen einen Abstand von 5 cm, größere von 10 cm. Die Zwiebeln werden mindestens doppelt so tief gepflanzt, wie sie hoch sind. Bei Trockenheit sollten Sie zur Förderung der Wurzelbildung ausreichend gießen, denn nur eingewurzelte Zwiebelblumen sind winterfest.

Entfernen Sie das Falllaub vom Rasen sooft Sie können, denn Gräser fühlen sich unter einer Laubschicht unwohl und werden krank. Sie können den Rasen zusätzlich mit kaliumbetontem Rasendünger stärken. Die Düngung erhöht die Widerstandsfähigkeit der Gräser gegen Trockenheit, Frost und Krankheiten. Bei milder Witterung sollten Sie noch mähen, damit das Gras mit der optimalen Länge von 5 cm in den Winter geht.

Warten Sie mit dem Abschneiden eingetrockneter Stauden bis zum zeitigen Frühjahr. Die abgestorbenen Pflanzenteile schützen die Wurzeln vor Kälte und bieten kleinen Tieren Unterschlupf im Winter. Ausgenommen sind kranke Pflanzenteile wie von Mehltau befallene Triebspitzen oder von Rostpilzen heimgesuchte Blätter. Alles Kranke sollte abgeschnitten und als Abfall entsorgt werden.

Sind Sträucher und Hecken kahl und unansehnlich, sorgt ein starker Rückschnitt für ein kräftiges Austreiben im Frühjahr. Der Spätherbst ist ein optimaler Termin, weil den „schlafenden Augen“ genügend Vorbereitungszeit für den Austrieb bleibt.

Auch für robuste Kübelpflanzen wie Feigen, Lorbeer, Oleander und Oliven endet die Freiluftsaison. Als Winterquartier eignen sich kühle, helle Räume und sogar das unbeheizte Gewächshaus oder ein Wintergarten, wenn die Temperatur nicht unter –8 °C sinkt.

Selbst winterharte Kübelpflanzen sollten Sie vor starken Frösten schützen, indem Sie die Gefäße mit Luftpolster-Folie umwickeln und auf eine isolierende (Styropor)-Platte stellen. Bei beißendem Frost können Sie zusätzlich die oberirdischen Pflanzenteile mit Vlies oder Jute (aber nicht mit Kunststofffolie) abdecken und so vor dem Austrocknen schützen.

nach obenObst

Der November ist bei frostfreiem Wetter ein wichtiger Pflanzmonat für Gehölze. Denn erst nachdem das Laub abgeworfen wurde, erhalten Sie wurzelnackte Gehölze in speziellen Baumschulen. Diese wachsen sicher an und sind deutlich preiswerter als Containerware. Allerdings benötigen wurzelnackte Pflanzen einen Pflanzschnitt an Wurzeln und Krone, den Sie am besten vom Fachpersonal in der Baumschule durchführen lassen. Außerdem müssen sich die Wurzeln vor dem Pflanzen mit Wasser vollsaugen und dafür einige Stunden lang in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gestellt werden.

Gehölze, die im Container herangezogen wurden, können Sie nahezu ganzjährig pflanzen. Ausgeschlossen ist das nur bei gefrorenem Boden. Auch der Sommer mit anhaltender Trockenheit ist keine empfehlenswerte Pflanzzeit. Achten Sie bei Containerware darauf, dass die gut verzweigten Wurzeln das Gefäß ausfüllen, keinen Drehwuchs zeigen und von gesunder brauner Farbe sind. Schwarz verfärbte Wurzeln sind ein sicheres Zeichen für Wurzelkrankheiten. Tauchen Sie vor dem Pflanzen den Wurzelballen so lange ins Wasser bis keine Luftblasen mehr aufsteigen und entfernen Sie dann den Container.

Alle Obstgehölze werden so tief gesetzt, wie sie in der Baumschule bzw. im Container standen. Nur Johannis- und Stachelbeersträucher können Sie etwas tiefer pflanzen. In Gärten mit Wühlmäusen, können Sie die Wurzeln mit speziellen Drahtkörben schützen. Einen guten Start fördert das Anreichern der Pflanzerde mit etwa 20 Vol. % Komposterde. Treten Sie die Pflanzerde behutsam an und wässern Sie durchdringend, damit die Wurzeln einen sicheren Bodenschluss bekommen.

Die Sträucher von Josta-, Johannis- und Stachelbeeren können gleich nach der Ernte, aber auch jetzt noch, geschnitten werden. Der Rückschnitt stabilisiert die Gesundheit des Gehölzes, fördert die Regeneration der Zweige und des Fruchtholzes.

Ein Johannisbeerstrauch sollte 8–12, ein Stachelteerstrauch 6–8 starke Triebe haben. Ab dem vierten Jahr entfernen Sie 2–3 der ältesten Triebe dicht über dem Boden und lassen entsprechend viele kräftige Bodentriebe wachsen, während Sie die überschüssigen Jungtriebe ebenfalls entfernen.

Heidelbeeren wachsen langsamer und werden daher erst nach einigen Jahren geschnitten. Es genügt ein Auslichten während der Winterruhe.

Noch am Baum hängende Äpfel, Birnen und Quitten überstehen leichte Fröste. Ernten Sie die Früchte aber erst, nachdem sie vollständig aufgetaut sind.

Eingelagertes Obst sollte wöchentlich kontrolliert werden, um faulende Früchte rasch zu entfernen. Niedrige Temperaturen und viel frische Luft verlängern die Haltbarkeit. Wenn für die Aufbewahrung nur ein warmer Raum verfügbar ist, kann die Gartenlaube oder ein trockener Balkon die bessere Lagerstätte sein. Leichter, kurzfristiger Frost schadet den zugedeckten Früchten nicht. Vor stärkerer Kälte schützen eine dicke Lage Zeitungspapier und Wolldecken, die wir um und über die Obstkisten legen.

nach obenGemüse

Für Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Bete, Sellerie, Winterrettich und Wurzelpetersilie ist Erntezeit. Übersteigt der Ertrag den momentanen Verbrauch, lässt sich dieses Gemüse eine Zeitlang lagern. Fehlt ein geeigneter Keller, können Sie das Wurzelgemüse auch schichtweise in eine Kiste legen, mit feuchtem Sand abdecken und in der Gartenlaube aufbewahren.

Noch länger frisch hält es sich in einem Erdlager. Wenn Sie sich selbst eines bauen möchten, graben Sie eine Waschmaschinentrommel oder ein anderes Gefäß mit Deckel vollständig ins Erdreich ein. Achten Sie darauf, dass das Erdlager für Mäuse unzugänglich ist und eindringendes Wasser sofort versickern kann. Ihr Lager bleibt im Winter erreichbar, wenn Sie es durch Stroh oder eine dicke Laubschicht schützen.

Noch vor dem Frost sollten Sie Blumen-, Rot-, Spitz-, Weiß- und Wirsingkohl ernten. Zeit wird es auch für Kohlrabi und Salate wie Endivie, Radicchio und Zuckerhut. Ob diese Gemüsearten sogar leichte Fröste vertragen, ist sortenabhängig.

Winterfest sind Grün- und Rosenkohl, Porree, Pastinake, Portulak, Schwarzwurzel, Feldsalat, Winterspinat und Winterzwiebel. Bei Gemüse, das auch im Winter grün ist, schützt ein darübergelegtes Vlies vor Blattschäden bei anhaltenden Kahlfrösten.

Möchten Sie Ihre Gemüsebeete vor Stickstoffverlust durch die vielen Niederschläge im Winter bewahren, sollten Sie erst im zeitigen Frühjahr umgraben. Dabei lockern Sie die abgeernteten Beete mit dem Sauzahn oder einem ähnlichen Arbeitsgerät und bedecken sie anschließend mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Ernterückständen.

Wenn Sie aber doch im Herbst umgraben möchten, sollten Sie trotzdem nicht auf eine Mulchschicht verzichten. Diese wirkt wie eine Bettdecke und schützt die Bodenkrume vor Verschlämmung, hält die nützlichen Mikroorganismen warm und gibt den Regenwürmern Nahrung. Im Zusammenspiel von Regenwürmern und Mikroorganismen entsteht Humus und daraus eine stabile Bodenstruktur. Diese biologisch entstandene Krümelstruktur ist deutlich haltbarer als die sogenannte Frostgare, die durch grobscholliges Umgraben und Kälteeinwirkung erreicht werden soll.

nach obenWinterschutz für Gartenpflanzen

Schutz vor Nässe benötigen Pflanzen, in deren Heimat die Winter trocken sind. Dazu zählen die Gräser Fuchsrote Segge (Carex buchananii), Pfahlrohr (Arundo donax) und Pampasgras (Cortaderia selloana), außerdem Fackellilie (Kniphofia praecox) und Palmlilie (Yucca filamentosa). Wenn möglich, binden Sie alle Blätter einer Pflanze schopfartig im oberen Drittel zusammen. Dadurch läuft der Regen außen ab und das empfindliche Innere bleibt trocken. Auch eine dicke Schicht aus Laub oder Rindenmulch leitet die Niederschläge von der Pflanze weg.

Unter Trockenheit leiden Nadelgehölze und andere immergrüne Pflanzen, weil sie auch im Winter Wasser verdunsten und im gefrorenen Boden keine Feuchtigkeit aufnehmen können. Besonders gefährdet sind jüngere Pflanzen, die noch nicht tief eingewurzelt sind. In frostfreien Perioden nützen Wassergaben von 20 l je m² Pflanzfläche.

Bei kälteempfindlichen Pflanzen schützen Sie die Wurzeln mit einer dicken Laubschicht und die oberirdischen Teile eventuell mit Nadelholzreisig. Zu dieser Gruppe gehören z. B. einige Rhododendron und Zwergmispel-Arten (Cotoneaster spp.), Bartblume (Caryopteris x clandonensis), Garteneibisch (Hibiscus syriacus), Gartenrosen, Schönfrucht (Callicapa bodinieri) und Sommerflieder (Buddleia spp.). Zu den kälteempfindlichen Stauden zählen Freilandgloxinie (Incarvillea delavayi) sowie Steppenkerze (Eremurus robustus) und die Küchenkräuter Estragon, Oregano und Rosmarin.

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Schlagworte dieser Seite:

Birnen, Falllaub, Kübelpflanzen, Küchenkräuter, Luftpolster-Folie, Mulchschicht, Quitten, Rasen, Rhododendron, Stachelbeeren, Winterschutz, Wurzelgemüse, Zwiebelblumen, Äpfel

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