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Grüne Tipps im November

November 2018 Viele Gartenliebhaber nutzen die letzten sonnigen Herbsttage zum Aufräumen. Es ist Zeit, Gartenmöbel, Rasenmäher und Handwerkzeug in Ordnung zu bringen. Nur zwischen den Blumen, unter Gehölzen und auf den Gemüsebeeten ist es besser, nicht zu gründlich zu sein. Denn Staudenreste und liegengelassenes Falllaub sind zum Überwintern von allerlei Kleingetier, wie Igel und Insekten, lebenswichtig.


Mit seinen letzten Blüten bringt Borretsch (Borago officinalis), auch Gurkenkraut genannt, leuchtendes Blau in den oft grauen November.
© Roth
Mit seinen letzten Blüten bringt Borretsch (Borago officinalis), auch Gurkenkraut genannt, leuchtendes Blau in den oft grauen November.

nach obenZiergarten

Für Zwiebelblumen, die zum Winterausklang blühen, wird es höchste Zeit, in die Erde zu kommen: Pflanzen Sie Märzenbecher, Krokus und Co. noch vor dem ersten Frost.

Aus ökologischer Sicht spricht vieles dafür, Stauden und Ziergräser erst im zeitigen Frühjahr abzuschneiden. Allerdings sollten Sie kranke Pflanzenteile, beispielsweise von Mehltau befallene Blütenstängel, schon jetzt entsorgen.

Einige beliebte Gartenpflanzen sind nicht an unser Winterklima angepasst. Sie bedürfen unserer Fürsorge.

Schutz vor Nässe benötigen Pflanzen, die aus ihrer ursprünglichen Heimat trockene Winter gewohnt sind. Dazu zählen einige Gräser wie Fuchsrote Segge (Carex buchananii), Pfahlrohr (Arundo donax) und Pampasgras (Cortaderia selloana). Binden Sie deren Blätterhorste im oberen Drittel schopfartig zusammen. Dadurch läuft der Regen wie bei einem Reetdach außen ab, und das empfindliche Innere bleibt trocken. Bei anderen mehrjährigen Exoten, wie Fackellilie (Kniphofia uvaria) und Palmlilie (Yucca filamentosa), hält eine dicke Schicht aus Laub oder Rindenmulch den Wurzelbereich trocken.

Kälteempfindliche Pflanzen benötigen eine wärmende Mulchschicht. Eventuell ist für die oberirdischen Pflanzenteile ein zusätzlicher Schutz mit Nadelholzreisig oder Jute-Gewebe notwendig. Dies gilt besonders für windreiche und schneefreie Perioden bzw. Lagen. Kälteempfindlich sind zum Beispiel Bartblume (Caryopteris × clandonensis), Freilandgloxinie (Incarvillea delavayi), Garteneibisch (Hibiscus syriacus), Gartenrosen, Schönfrucht (Callicarpa bodinieri), Sommerflieder-Arten (Buddleja), einige Rhododendron-Sorten und Zwergmispel-Arten (Cotoneaster), Steppenkerze (Eremurus robustus) sowie die Küchenkräuter Estragon, Oregano und Rosmarin.

Grundsätzlich sind Jungpflanzen empfindlicher als ältere Exemplare.

Frostgefährdete Knollenpflanzen wie Blumenrohr (Canna-Indica-Hybriden), Dahlien, Gladiolen und Knollenbegonien überwintern am besten im Keller bei 5 bis 10 °C. Zum Einlagern schneiden Sie die Pflanzen etwa 10 cm über dem Boden ab, graben die knollenähnlichen Überwinterungsorgane aus und lassen sie trocknen.

Damit das Wasser im Gartenteich gesund bleibt und nicht fault, entfernen Sie abgestorbene Wasserpflanzenblätter, Fadenalgen und im Wasser treibendes Falllaub. Kleinere Teiche lassen sich mit einem Netz vor Herbstlaub schützen. Für den im Teich erforderlichen Luftaustausch bei Eisbildung sorgen aus dem Wasser ragendes Röhricht, ein senkrecht tief ins Wasser gestelltes Schilfbündel oder ein Eisfreihalter, zum Beispiel aus Styropor.

Faulgase können auch im Schlamm des Teichgrundes entstehen. Starke Ablagerungen sollten Sie regelmäßig entfernen. Reinigen Sie jährlich nur ein Drittel des Teichbodens, um das ökologische Gleichgewicht im Teichwasser zu erhalten.

Seerosen sind kälteempfindlich. Sie überwintern in Wassertiefen ab 50 cm oder in einem frostfreien Winterquartier. Immergrüne Schwimmpflanzen wie Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) oder Muschelblume (Pistia stratiotes) räumen Sie für die kalte Jahreszeit an einen hellen, 15 bis 20 °C warmen Standort.

Die Fische im Gartenteich bereiten sich ebenfalls auf den Winter vor und stellen bei Wassertemperaturen unter 10 °C die Nahrungsaufnahme ein. Damit sie wirklich über die Runden kommen, braucht der Teich eine Wassertiefe von mindestens 80 cm.

nach obenObst

Obstgehölze wie Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche, Johannis- und Stachelbeere pflanzen Sie am besten in der ersten Novemberhälfte. Dann bilden sie noch vor dem Wintereinbruch neue Wurzeln und gewinnen dadurch einen Vorsprung gegenüber der üblichen Frühjahrspflanzung. Auf trockenen Böden hat die Herbstpflanzung einen weiteren Vorteil: In diesem Fall profitieren die Pflanzen von der natürlichen Bodenfeuchtigkeit durch die im Vergleich zum Sommer niederschlagsreicheren Winter.

Obstgehölze pflanzen Sie so tief, wie sie in der Baumschule bzw. im Container standen. Nur Johannis- und Stachelbeersträucher dürfen Sie etwas tiefer setzen.

Durch geschickte Arten- und Sortenwahl ist eine lückenlose Frischversorgung mit Obst von Mai bis Dezember auch in kleineren Gärten möglich. Das Ernten beginnt mit Rhabarber und setzt sich mit Erd-, Johannis-, Stachel-, Brom- und herbsttragenden Himbeeren fort. Nicht zu vergessen ist leckeres Steinobst. Die Versorgungskette beenden eingelagerte Äpfel und Birnen.

Vom Frost überrascht: Noch nicht geerntete Äpfel, Birnen und Quitten überstehen den ersten Frost schadlos, wenn sie erst nach dem vollständigen Auftauen gepflückt werden.

Die Früchte von Mini-Kiwi (Actinidia arguta) sind reif, sobald sie weich werden. Bei einigen Sorten und in kühleren Lagen kann das bis November dauern. Früchte, die Frost bekommen haben, werden glasig und müssen dann rasch verarbeitet werden. Die ersten Nachtfröste wehren Sie mit Gartenvlies ab, das Sie über die Kiwi-Ranken hängen.

Die meisten Sorten der großfrüchtigen Kiwis (Actinidia deliciosa und A. chinensis) werden Anfang bis Mitte November nach dem ersten Frost geerntet. Erst im Lager werden die Früchte weich und essreif.

Nach dem Laubfall sind einige Pilzkrankheiten besonders deutlich zu erkennen: Die zu Mumien eingetrockneten Früchte sind Sporenträger der Monilia-Fruchtfäule. Entsorgen Sie alle Fruchtmumien, auch auf dem Boden liegende, über den Restmüll.

Eingesunkene Rinde an den Zweigen, die sich gleichzeitig rot bis dunkelbraun verfärben, deuten auf den Obstbaumkrebs hin. Bei fortschreitender Krankheit bilden sich Geschwulste rund um den Befallsherd. Schneiden Sie kranke Zweige und Äste bei trockener Witterung bis 30 cm ins gesunde Holz zurück. Krebsstellen am Stamm müssen ausgefräst und mit Wundverschlussmittel behandelt werden.

Die Erreger des Apfelmehltaus überwintern in den Blatt- und Blütenknospen. An den Trieben erkrankter Apfelbäume erkennen Sie das jetzt an abstehenden und gespreizten Knospenschuppen. Werden die erkrankten Triebe im Winter nicht entfernt, stecken sie im Frühjahr den neuen Austrieb an.

Mini-Obstgehölze in Pflanzgefäßen sind nicht winterfest. Damit es nicht zu Schäden durch Austrocknung und Kälte kommt, muss der Wurzelbereich rundum geschützt und ganz gelegentlich gegossen werden. Zur Isolation eignen sich Matten aus Kokosfasern oder Luftpolsterfolie, die Sie um die Gefäße wickeln. Damit auch der Boden geschützt ist, stellen Sie die Kübelpflanze auf eine Styroporplatte. Alternativ betten Sie den Topf in einen mit Falllaub gefüllten Maurerkübel ein.

Stellen Sie das zu überwinternde Gehölz an einen vor Wind und Niederschlägen geschützten Ort, z. B. an der Hauswand.

nach obenGemüse

In den Beeten gibt es wenig zu tun – bis aufs Ernten. Vom Herbst- und Wintergemüse schneiden Sie zuerst Zuckerhutsalat und Chinakohl. Zur Monatsmitte folgen Rot- und Weißkohl. Porree, Radicchio, Grün- und Rosenkohl sind robuster und brauchen erst vor strengen Frösten geerntet zu werden.

Winterwirsing und Petersilie bleiben draußen und können bei Bedarf in die Küche wandern. Unter einer schützenden Vliesabdeckung überdauern sie den Winter meistens unbeschadet.

Meerrettich, Schwarzwurzeln, Topinambur und Pastinaken bleiben ebenfalls in den Beeten stehen, bis Sie sie brauchen.

Abgeerntete Beete haben eine Pause verdient und überwintern am besten so, wie sie sind, unter einer Mulchschicht aus Ernterückständen und Falllaub. Im zeitigen Frühjahr graben Sie schwere Böden mitsamt der Mulchauflage um. Leichtere lockern Sie tiefgründig mit dem Sauzahn.

Im unbeheizten Gewächshaus oder Frühbeet ist die Gemüsesaison noch lange nicht beendet. Löffelkraut (Cochlearia officinalis), Portulak (Portulaca oleracea ssp. sativa), Postelein (Claytonia perfoliata), Salatrauke (Eruca sativa) und Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) können Sie sogar noch aussäen.

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Ernten, Frost, Gartenteich, Gewächshaus, Nässe, Obstbaumkrebs, Obstgehölze, Pampasgras, Wasserhyazinthe, Zwiebelblumen

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