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Grüne Tipps im Oktober

Oktober 2018 Oktober ist ein Monat der Veränderung. Die immer kürzer werdenden Tage und die bunten Blätter, die von den Bäumen zu Boden schweben, künden den Wechsel zur dunklen und kalten Jahreszeit an. Aber noch gilt es, die schönen Stunden des goldenen Oktobers zu genießen.


Zierkürbisse halten besonders lange, wenn sie ausgereift geerntet werden. Sichere Zeichen dafür sind der verholzte Fruchtstiel und ein hohler Klang beim Daraufklopfen.
© Roth
Zierkürbisse halten besonders lange, wenn sie ausgereift geerntet werden. Sichere Zeichen dafür sind der verholzte Fruchtstiel und ein hohler Klang beim Daraufklopfen.

nach obenZierpflanzen

Retten Sie Dahlienblüten vor dem Erfrieren, indem Sie vor dem ersten Nachtfrost einen farbenfrohen Strauß schneiden. Schnittblumen halten länger, wenn Sie diese in eine auch von innen gereinigte Vase stellen. Tipp: Mit Gebissreinigungs­tabletten lassen sich hartnäckige Beläge selbst an un­zugänglichen Stellen mühelos entfernen.

Im Garten ist noch einiges zu erledigen. Da muss geerntet, neu gepflanzt, zurückgeschnitten und aufgeräumt werden. Viele Stauden und Ziergräser schätzt man im Sommer wegen ihrer schönen Blüten. Dabei schmücken deren eingetrocknete Fruchtstände die Beete fast genauso gut, sogar über den Winter. Bei diesen Arten ist es früh genug, die Gartenschere Anfang März zum Rückschnitt anzusetzen.

Das Pflanzen von Blumenzwiebeln für das kommende Frühjahr sollten Sie nicht auf die lange Bank schieben. Erledigen Sie das besser im Oktober, dann wurzeln die „Bodenschätze“ schon vor der kalten Jahreszeit ein.

Wenn Sie Rosen pflanzen möchten, hilft Ihnen das ADR-­Gütesiegel bei der Auswahl der für Sie passenden Sorten. Nur die besten Rosen-Sorten, die sich drei Jahre lang in elf über Deutschland verteilten Sichtungsgärten vor einer neu­tralen Jury bewährt haben, erhalten diese Auszeichnung.

Das Überwintern frostempfindlicher Kübelpflanzen scheitert oft am geeigneten Raum: Er muss ausreichend hell sein. Als Alternative bieten sich laubabwerfende Pflanzen an, die den Winter im Dunkeln überstehen, wie Feige (Ficus carica), ­Garten-Hortensie (Hydrangea macrophylla), Fuchsie (Fuchsia), Geranie (Pelargonium), Granatapfel (Punica granatum) und ­Wandelröschen (Lantana camara). Optimal ist eine Raum­temperatur von etwa 5 °C sowie sehr sparsames Gießen.

nach obenObst

Frisches Obst aus dem Garten von Mai bis November ist kein Wunschtraum. Mit Säulenobst, kompakt ­wachsenden Obstbäumen, Beerensträuchern und weiteren Beerenobst-Arten können Sie selbst auf kleineren Grundstücken einen abwechslungsreichen Früchtegarten anlegen.

Jetzt, während der Pflanzzeit, bieten einige Baumschulen wurzelnackte Gehölze an. Dabei handelt es sich um ausgegrabene Pflanzen ohne festen Erd- oder Wurzelballen. Diese Gehölze wachsen sicher an und sind preiswert, weil sie mit geringerem Aufwand produziert werden. Logischerweise sind wurzelnackte Zier- und Obstgehölze nur zwischen Blattfall im Herbst und Austrieb im zeitigen Frühjahr erhältlich.

Für das Pflanzen von Container-Gehölzen ist der Herbst ebenfalls ideal, weil die gespeicherte Bodenwärme die ­Wurzelbildung fördert. Ausgenommen sind kälteempfindliche Arten, die besser erst im Frühjahr in die Erde kommen. Dazu zählen Aprikose, Fruchtfeige (Ficus carica), Indianerbanane (Asimina triloba), Kiwi (Actinidia deliciosa, A. chinensis), Pfirsich, Süßmandel (Prunus dulcis var. dulcis) sowie Wein.

Obstgehölze wünschen einen nährstoffreichen Boden im pH-Bereich zwischen 5,5 und 7,0. Nur Heidekrautgewächse wie Heidel- und Preiselbeeren benötigen einen sauren Boden zwischen pH-Wert 4,0 und 5,0.

Beim Pro-Kopf-Konsum von Obst in Deutschland steht der Apfel mit über 20 kg ganz vorne. Das spiegelt sich im Garten wider, wo er die am häufigsten gepflanzte Obst-Art ist.

Bei einigen Apfel-Sorten schwanken die Erntemengen stark. Hohe und niedrige Erträge wechseln sich jährlich ab. Dieser Wechsel wird als Alternanz bezeichnet. Sorten wie 'Boskoop', 'Elstar', 'Florina', 'Fuji' oder 'Ontario' neigen stärker dazu als andere Sorten. Alternanz lässt sich in der Regel durch Ausdünnen des Fruchtbehangs nach dem „Junifall“ und einen pflegenden Rückschnitt im Sommer ausgleichen.

Der bedeutendste Apfelschädling ist der Apfelwickler, auch Apfelmade genannt, dessen Larven unappetitliche Gänge in die Äpfel fressen. Dieser Schmetterling überwintert als 2 cm lange Raupe in einem Kokon unter Borkenschuppen am Baum. Von September bis Ende Oktober können Sie den Schädling mit Nematoden biologisch bekämpfen, zum Beispiel mit dem Mittel „nemapom“. Die Nematoden sprühen Sie mit Wasser und einem Netzmittel auf die Baumstämme und Äste.

Um den Apfelwickler-Befall einzudämmen, sammeln Sie „besiedelte“ Früchte konsequent auf, um sie, falls möglich, zu verwerten bzw. über den Restmüll zu entsorgen.

Einen weiteren Schädling, den Kleinen Frostspanner, wehren Sie wirkungsvoll mit Leimringen ab. Diese legen Sie im Herbst fest um die Baumstämme. In dieser Zeit kriechen die flug­unfähigen Weibchen in die Baumkrone, um dort ihre Eier an Äste zu kleben. Daraus schlüpfen im zeitigen Frühjahr hungrige Raupen. Im Januar nehmen Sie den Leimring ab: Raupen können sogar aus den Eiern festgeklebter Falter schlüpfen.

Zum Lagern von Äpfeln und Birnen fehlt oft ein geeigneter Raum mit niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Alternativ lagern Sie die Früchte draußen auf der überdachten Terrasse oder in der Gartenlaube. Decken Sie sie in diesem Fall zum Schutz vor Mäusen und Frost ab!

Bei der Walnussernte brauchen Sie nur zu warten, bis Ihnen die Früchte von selbst vor die Füße fallen. Täglich aufsammeln, damit die Nüsse schnell trocknen und nicht schimmeln. Gesunde Früchte von den Resten der fleischigen Schale befreien. Nicht waschen, sondern gleich an einem warmen Ort zum Trocknen ausbreiten. Zwei Wochen lang täglich mehrmals wenden. Zur Lagerung eignen sich luftdurchlässige Säcke oder Netze, die in einem trockenen, kühlen und dunklem Raum aufbewahrt werden. So halten die Nüsse gut vier bis sechs Monate, zuweilen sogar länger.

Nach der Brombeerernte schneiden Sie die abgetragenen Ruten bodennah heraus. Lassen Sie pro Pflanze vier bis sechs lange Jungtriebe stehen. Wählen Sie nur die kräftigsten ­Bodentriebe bzw. tief ansetzenden Seitentriebe aus. Sie sorgen im nächsten Jahr für eine reiche Ernte.

nach obenGemüse

Die Ernte von Rosenkohl erstreckt sich, je nach Sorte und Pflanzzeit, von September bis März. Es ist sinnvoll, mehrmals durchzupflücken. Dabei brechen Sie stets die größten Röschen aus. Durchfrorene Röschen sollte man nach dem Auftauen rasch verarbeiten: Sie halten dann nur noch kurze Zeit.

Die Grünkohlernte beginnt einen Monat später, kann aber ebenfalls bis März dauern, wenn Sie nicht gleich die ganze „Palme“ ernten. Brechen Sie so viele der untersten Blätter mit der Mittelrippe am Strunk ab, wie Sie gerade benötigen. Bleibt der Strunk stehen, treibt im Frühjahr aus den alten Blatt­ansätzen frisches, delikates Gemüse aus: der „Sprossenkohl“.

Wer Wühlmäuse im Garten hat, sollte Wurzelgemüse, wie Knollensellerie, Möhre, Pastinake, Rote Bete und Schwarzwurzel, gut im Blick haben. Vor den gefräßigen Tieren schützt nur, das Gemüse schneller zu ernten als sie.

Schaden richten auch Nachtfröste an. Mit einer doppelten Lage Gemüsevlies vermögen Sie zwar ein oder zwei Minus­grade abzuwehren. Sicherer ist es jedoch allemal, diese Gemüse-Arten vor dem ersten Frost ernten.

Pastinaken, Meerrettich und Schwarzwurzeln dagegen sind frostfest und überdauern den Winter ohne Probleme. Dennoch ist es zweckmäßig, den Boden um die Pflanzen mit einer dicken Laubschicht oder einer Strohpackung frostfrei zu halten. Dann können Sie nämlich jederzeit ernten.

Rot- und Weißkohl bleibt bis Anfang November auf den Beeten. Danach lagern Sie ihn ein.

Falls die Wuchsfreude von ausdauernden Küchenkräutern, Teepflanzen und Rhabarber nachlässt, hilft eine Verjüngungskur. Dafür teilen Sie die Wurzelstöcke. Um den Teilstücken einen guten Start zu garantieren, pflanzen Sie diese an einen anderen Platz und verbessern den Boden mit Komposterde.

Frostempfindliche Kräuter wie Estragon, Oregano und ­Rosmarin überstehen den Winter meistens unversehrt, vorausgesetzt, sie wurden mit Nadelholzreisig abgedeckt. 

nach obenJetzt umgraben?

Umgraben im Herbst ist allenfalls auf schweren Böden nötig. Graben Sie erst, wenn der Boden ausgekühlt ist, also nicht vor Ende November. Bei einem früheren Termin würden noch Nährstoffe, vor allem Stickstoff, freigesetzt werden. Dann gingen sie den Pflanzen verloren und würden das Grundwasser belasten.

Wenn Sie die Gartenerde mit Humus versorgen und Gründünger, Stalldung oder Pflanzenreste untergraben möchten, dann ist das zeitige Frühjahr, sobald der Boden abgetrocknet ist, der optimale Zeitpunkt.

Vor den Unbilden des Winters schützen Sie nackte Gartenerde am besten mit einer Mulchschicht, die Sie im Frühjahr in den Boden einarbeiten.

nach obenKaltkeimer mögen es frostig

Es gibt Pflanzen, deren Samen erst keimen, wenn sie eine gehörige Portion Kälte abbekommen haben. Dazu zählen unter den Stauden Christrose (Helleborus niger), Diptam (Dictamnus albus), Enzian (Gentiana-Arten), Eisenhut (Aconitum carmichaelii), Prachtspiere (Astilbe-Arten), Schwertlilien (Iris-Arten), Duft-Veilchen (Viola odorata) sowie Zierlauch (Allium-Arten).

Säen Sie, wie üblich, in eine mit Vermehrungssubstrat gefüllte Saatschale aus. Bedecken Sie anschließend die Saat mit einer dünnen Sand- oder Erdschicht, gießen vorsichtig, aber durchdringend an und stellen das ­Gefäß, möglichst unter einem Dach, ins Freie. Für die meisten Kaltkeimer sind Temperaturen zwischen +4 °C und -4 °C ideal. Etwa ab April werden die ersten Keim­linge, die während der gesamten Zeit nicht austrocknen ­dürfen, sichtbar. Haben Sie Geduld: z. B. kann bei Pfingstrosen (Paeonia) die Keimung zwei Jahre dauern.

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ADR-Rose 'Novalis' (von Kordes)
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Apfelwickler, Blumenzwiebeln, Container, Dahlienblüten, Kleinen Frostspanner, Pflanzzeit, Rosen, Stauden, Walnuss, Ziergräser, Überwintern

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