Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Gartenjahr > Grüne Tipps im September
← vorheriger BeitragGrüne Tipps im August
nächster Beitrag → Grüne Tipps im Oktober

Grüne Tipps im September

September 2018 Gerade war noch Sommer und schon rückt der Herbst heran – kalendarisch am 23. September. Aber wehmütig muss deshalb niemand werden, denn auch diese Jahreszeit hat viele positive Seiten. Der September ist der reichste Ernte­monat, die milde Witterung schafft ideale Voraussetzungen zum Setzen neuer Pflanzen, und die kraftvollen Farben der Dahlien und Herbst-Astern sind zum Genießen schön.


Dahlien sind beliebte Schmuckstauden im Garten und wegen ihrer langen Haltbarkeit in der Vase geschätzte Schnittblumen. Die Blüten sind schnittreif, wenn sie sich vollständig geöffnet haben.
© Roth
Dahlien sind beliebte Schmuckstauden im Garten und wegen ihrer langen Haltbarkeit in der Vase geschätzte Schnittblumen. Die Blüten sind schnittreif, wenn sie sich vollständig geöffnet haben.

nach obenZierpflanzen

Das Gras wächst jetzt langsamer und muss nicht mehr so häufig und so kurz gemäht werden. Optimal ist eine Schnitthöhe von 4 bis 6 cm, damit das Gras ausreichend Reservestoffe bilden und einlagern kann. Eine abschließende Düngung im September mit einem kalibetonten Mehrnährstoffdünger, im Handel Rasen-Herbstdünger genannt, unterstützt die Pflanzen bei der Bildung stabiler Zellwände und schützt vor Frost und Krankheiten. Falllaub schwächt den Rasen, weil es Schatten wirft und durch anhaltende Feuchtigkeit Pilzbefall fördert. Harken Sie es deshalb möglichst oft ab.

Wenn erforderlich, vertikutieren Sie bei trockenem Boden den Rasen. Lücken lassen sich jetzt ebenfalls noch durch eine Nachsaat schließen. Bewährt haben sich Spezialmischungen, die aus rasch keimenden und wachsenden Grassorten bestehen. Sie sind schneller als das konkurrierende Unkraut.

Durch ihre leuchtenden Farben sehen die Blüten der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) sehr attraktiv aus. Es sind langlebige Zwiebelblumen, die kaum Pflege beanspruchen. Vorsicht, alle Pflanzenteile sind giftig.
© Roth
Durch ihre leuchtenden Farben sehen die Blüten der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) sehr attraktiv aus. Es sind langlebige Zwiebelblumen, die kaum Pflege beanspruchen. Vorsicht, alle Pflanzenteile sind giftig.
Ein Frühjahrserwachen ohne Krokusse oder Narzissen ist unvorstellbar: Jetzt kommen die Zwiebelblumen in die Erde. Wenn Ihr Garten eine natürliche Atmosphäre ausstrahlen soll, dann pflanzen Sie Zwiebelblumen, die sich selbst vermehren und leicht verwildern. Geeignet sind u. a. Blaustern (Scilla siberica), Botanische Narzissen und Botanische Tulpen, Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Märzenbecher (Leucojum vernum), Traubenhyazinthe (Muscari latifolium), Wildkrokus (Crocus-Arten) und Winterling (Eranthis hyemalis).

Selbst unter Laubbäumen gedeihen Frühjahrsblüher, weil sie die wärmenden Sonnenstrahlen vor dem Blattaustrieb für ihren oberirdischen Wachstumszyklus nutzen.

Bart-Nelke (Dianthus barbatus), Fingerhut (Digitalis-Arten), Goldlack (Cheiranthus cheiri), Horn-Veilchen (Viola cornuta), Marien-Glockenblume (Campanula medium), Stiefmütterchen (Viola-Wittrockiana-Hybriden), Stockrose oder Stockmalve (Alcea ficifolia), Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) und andere zweijährige Sommerblumen sollten Sie jetzt pflanzen.

Auch für früh blühende Stauden wie Gämswurz (Doronicum orientale), Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Schlüsselblume (Primula-Arten) und Kissen-Primel (Primula vulgaris) ist die optimale Pflanzzeit gekommen. Dann können die Stauden bis zum Winter genügend Wurzeln für den frühen Start in die neue Saison bilden.

nach obenObst

Der Rückschnitt der Obstbäume kann beginnen. Bei Steinobst ist ohnehin gleich nach der Ernte die beste Zeit dafür. Auch in die Kronen der Apfel- und Birnbäume können Sie beim letzten Erntegang die Säge mitnehmen, um gleich die Äste mit den unerreichbaren Früchten zu entfernen.

Bei stark wachsenden Bäumen schneiden Sie spätestens jetzt die noch belaubten Wasserreiser ab.

Nur selten ist es erforderlich, Walnussbäume auszulichten. Wenn Sie doch nach der Säge greifen wollen, dann gleich nach der Ernte, um das gefürchtete „Bluten“ im Frühjahr zu vermeiden. Bei jungen, noch nicht tragenden Walnussbäumen sind dafür die Monate von August bis Oktober optimal.

Die Triebe stark rankender Kiwis schneiden Sie auf 50 cm Länge zurück.

Falls noch nicht geschehen, entfernten Sie bei einmaltragenden Himbeeren alle abgeernteten Ruten so tief wie möglich. Dadurch bekommen die neuen Ruten genügend Raum, um sich gesund zu entwickeln. Je laufendem Meter behalten Sie etwa zwölf der kräftigsten Triebe.

Obst schmeckt am besten, wenn Sie es reif pflücken und gleich verzehren. Bei einer größeren Erntemenge kann es sinnvoll sein, die Früchte zu lagern. Dafür eignen sich nur Obstarten, die nachreifen können wie Apfel, Aprikose, Birne, Feige, Kiwi, Nektarine, Pfirsich und Zwetsche. Lagerobst wird einige Tage vor der vollständigen Reife gepflückt.

Beerenobst lässt sich nicht lagern, weil sich dessen Reifegrad nach dem Pflücken nicht mehr verändert.

Äpfel geben während der Lagerung viel Ethylen ab, ein Reifungsgas. Es wirkt sich negativ auf die Haltbarkeit von anderem Obst und Gemüse aus. Besonders empfindlich reagieren Kiwi und Kohlarten. Gute Lagerbedingungen schaffen Sie mit niedrigen „Kühlschrank-Temperaturen“ und hoher Luftfeuchtigkeit in einem dunklen, häufig durchlüfteten Raum.

Äpfel lassen sich auch in größeren Folienbeuteln aus Polyethylen (PET) lagern. Die gefüllten Beutel können Sie liegend oder hängend aufbewahren. Die Folie verhindert, dass die Früchte austrocknen und verzögert den Alterungsprozess. Ein geringer Luftaustausch ist aber nötig, weshalb Sie die Folienbeutel mit einigen Stricknadelstichen perforiert sollten.

nach obenGemüse

In kalten Lagen müssen Sie sich bereits auf Nachtfröste einstellen. Zuvor sollte die Ernte von Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbissen und Bohnen beendet sein. Mit aufgelegtem Gemüsevlies lassen sich leichte Nachtfröste abwehren.

Ausgereift geerntete Kürbisse sind, je nach Sorte, einige Wochen oder sogar monatelang im kühlen Keller haltbar. Sichere Zeichen für die Reife sind die sortentypische Farbe, der hohle Klang, wenn Sie gegen die Schale klopfen, und der verkorkte bzw. verholzte Stiel. Für die Lagerfähigkeit ist wichtig, dass ein Stück Stiel an der Frucht verbleibt.

Für Knoblauch ist sowohl im Frühjahr, als auch im Herbst Pflanzzeit. Wenn Sie die einzelnen Zehen im September setzen, können Sie im nächsten Sommer früher ernten. Knoblauch mag einen sonnigen Standort, mäßig gedüngte und nicht zu schwere Böden.

Noch ist es nicht zu spät, Postelein (Claytonia perfoliata) – auch Tellerkraut, Winterportulak oder Kubaspinat genannt –, Radieschen, Salatrauke (Eruca sativa), Asia- sowie Feldsalat auszusäen.

Wer geduldig ist, kann bis Anfang Oktober die Samen von Spinat ausbringen. Mit der Ernte müssen Sie dann bis zum Frühjahr warten. Für diese durchaus reizvolle Kulturzeit sind aber nur spezielle Sorten geeignet wie 'Winterriesen/Verdil', 'Matador' und 'Monoppa'.

Ein in Vergessenheit geratenes Blattgemüse ist der Schnitt- oder Scheerkohl (Brassica napus ssp. napus). Wenn Sie ihn im September ins Freiland oder ungeheizte Gewächshaus säen, können Sie im Winter ernten. Dieses Gemüse eignet sich ebenfalls als erstes Gemüse der Saison für den frühen Anbau im März.

Tomaten vertragen Feuchtigkeit nur im Wurzelbereich. Trocknen die Blätter über eine längere Zeit nicht ab, kann sich die Kraut- und Braunfäule epidemieartig ausbreiten. Im Freien schützt ein Foliendach vor Nässe. Im Gewächshaus sorgt ständiges Lüften für niedrigere Luftfeuchtigkeit. Bei Pflanzen unter Tomatenhauben rollen Sie bei trockenem Wetter die Haube ein Stück nach oben.

Vor Nässe geschützt, überwintern mediterrane Kräuter, wie Thymian, Currykraut und Rosmarin, sicher im Gewächshaus.

Bei tiefen Minusgraden ist zusätzliches Abdecken der Pflanzen mit Gemüsevlies unverzichtbar.

Bei mildem Herbstwetter kann es sich Anfang des Monats noch lohnen, auf freigewordenen Beeten Gründünger wie Senf, Sommerraps oder Ölrettich zu säen. Soll der Gründünger überwintern, müssen Sie zu Winterroggen oder Dinkel greifen. Letzter Aussaattermin ist der 15. Oktober.

← vorheriger BeitragGrüne Tipps im August
nächster Beitrag → Grüne Tipps im Oktober
Tulpen in einer Frühlingswiese
Pflege: Nährstoffversorgung der Zwiebelblumen
Rankhilfe: Kletterrose an Obelisk
Kletterplanzen auf einen Blick
Cocktailtomate 'Picolino'
Veredelte Gemüse

Schlagworte dieser Seite:

Düngung, Gründünger, Herbstdünger, Kiwi, Kohl, Krokusse, Kürbisse, Mehrnährstoffdünger, Narzisse, Nelke, Rückschnitt, Salatrauke, Tomate, Walnussbaum

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2018

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de