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Bodenfruchtbarkeit im Gewächshaus erhalten

Vor der Pflanzung von Tomaten wird bei der Bodenbearbeitung zugleich verrottetet Rinderdung eingegraben.
© Niller, Ernst
Vor der Pflanzung von Tomaten wird bei der Bodenbearbeitung zugleich verrottetet Rinderdung eingegraben.

Februar 2007 Wenig bekannt ist, dass der Gewächshausboden durch den oft ganzjährigen Anbau in stärkerem Maße beansprucht wird, als der Freilandboden.


In dem meist optimalen Klima gedeihen nicht nur die Pflanzen besonders gut; es werden durch die höheren Bodentemperaturen auch die Umsetzungen im Boden günstig beeinflusst. Insbesondere sind es die organischen Stoffe, die rascher abgebaut werden. Bei fehlender Humusnachlieferung kann es deshalb innerhalb kurzer Zeit zu einer Verschlechterung der Bodenstruktur und Verminderung des Bodenlebens, schließlich zu einer Beeinträchtigung der Bodenfruchtbarkeit kommen. Nicht selten wird das Erdreich im gemüsebaulich genutzten Gewächshaus im Turnus von einigen Jahren erneuert, d. h. die Erde wird bis zu einer Tiefe von 40 bis 50 cm ausgefahren.

Ursachen sind ein Nachlassen des Wachstums, verstärktes Auftreten von Krankheiten sowie verminderte Ernteergebnisse. Um den Boden fruchtbar zu erhalten, kann man sich in vielen Fällen das mühselige Auswechseln der Erde ersparen; bei richtiger, fachgerechter Pflege des Bodens ist es durchaus möglich, zehn Jahre und länger gleichbleibend gute Ernten zu erzielen. Neben einer ausreichenden Wasserversorgung kommt vor allem der jährlichen Humusversorgung größte Bedeutung zu.

An erster Stelle sei der strohreiche Stalldung genannt. Er ist der ideale organische Humuslieferant für den Gewächshausboden. Am besten eignet sich dafür gut verrotteter Rindermist. Er wird jährlich in Mengen von etwa 6 kg je Quadratmeter Bodenfläche vor der Pflanzung der Sommerkulturen wie Gurken, Paprika, Tomaten u. a., eingegraben. Selbstverständlich kann man ihn auch im Spätherbst ausbringen; doch sind um diese Zeit die Flächen meist noch mit Endivie, Feldsalat, Spinat und Winterportulak für die Ernte im Winter und zeitigem Frühjahr bestellt.

Pferdemist muss vor der Verwendung im Gewächshaus etwa ein Jahr zusammen mit Torf oder guter Landerde gelagert werden. Erst dann kann er im Haus ohne Bedenken wie verrotteter Rindermist Verwendung finden. Es zeigt sich immer wieder, dass stallmistgedüngte Böden auch bei intensiver Nutzung lange fruchtbar bleiben, wodurch sich ein Auswechseln der Gewächshauserde erübrigt.

nach obenKompost plus Kalkstickstoff

Steht weder Rinderdung noch Pferdemist zur Humusversorgung zur Verfügung, verwende man mehrjährigen, gut aufbereiteten, nicht gesiebten Kompost. Er kann vor jeder Bestellung eingearbeitet werden. Man muss allerdings mit verstärktem Auflaufen von Wildkräutern und manchmal auch mit Auftreten von Krankheiten rechnen. Deshalb ist es ratsam, beim Kompostieren durch mehrmaligen Zusatz von etwa 150 g Spezial-Kalkstickstoff je Quadratmeter Kompostfläche für eine Teildesinfektion zu sorgen.

Einfach und bequem ist die Humusanreicherung mit sogenanntem Düngetorf (Torf ohne Zusatz von Nährstoffen). Sowohl leichte als auch schwere Böden können davon viel vertragen. Die Torfdüngung entbindet jedoch keineswegs von der Anreicherung des Bodens mit Stalldung. Jahrelange einseitige Torfgaben führen nicht selten zu einer Vermullung des Bodens; er lässt bald in seiner Fruchtbarkeit nach und nimmt sehr schwer Wasser auf. Hinzu kommen muss eine sorgfältige und tiefgründige Bodenbearbeitung, die Beachtung einer Vernässung oder Austrocknung im Unterboden sowie die Versalzung durch unfachgerechte Nährstoffgaben. Vor der Bestellung, besonders vor Pflanzarbeiten, den Boden nicht zu fein bearbeiten! Nicht der feine Boden ist der fruchtbare, sondern der krümelige.

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Schlagworte dieser Seite:

Bodenfruchtbarkeit, Gewächshaus, Humus, Kompost, Pferde-Dung, Rinderdung

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