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Grüne Tipps im April

April 2018 Das April-Wetter ist berüchtigt: Auf Sonnenschein können kurze Zeit später Schnee und Hagel folgen. Heimische Pflanzen haben sich darauf eingestellt. Aber Gewächse aus warmen Klimazonen brauchen Unterstützung.


Ungewöhnlicher Gleichklang unterschiedlicher Pflanzen: Sowohl in der Tulpenblüte als auch in den Blättern des Fächerahorns spiegelt sich das feurige Rot und die flammenartige Form wider.
© Roth
Ungewöhnlicher Gleichklang unterschiedlicher Pflanzen: Sowohl in der Tulpenblüte als auch in den Blättern des Fächerahorns spiegelt sich das feurige Rot und die flammenartige Form wider.

nach obenZierpflanzen

Wegen ihrer vielseitigen Verwendung und andauernden Blühfreude bis zum Frost, ist die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) etwas ganz Besonderes:

So ist die einjährige Pflanze in der Küche begehrt. Ihre jungen Blätter geben Salaten eine feurige Note und mit den essbaren Blüten können Sie Speisen dekorieren. In Essig oder Salzlake eingelegt, schmecken sogar ihre Blütenknospen und unreifen Samen lecker.

In der Volksmedizin wird die Kapuzinerkresse, aufgrund des enthaltenen Wirkstoffs Benzylsenföl, zur Behandlung von Atemwegs- und Harnwegserkrankungen genutzt.

Da die Kapuzinerkresse für Blattläuse unwiderstehlich ist, können Gartenbesitzer sie auch als Lockpflanze unter Obstgehölzen einsetzen.

Säen Sie Kapuzinerkresse im April in Töpfe oder ab Anfang Mai direkt ins Beet aus.

Wenn Sie Rhododendron-Sträucher stark zurückschneiden möchten, ist Anfang April die beste Zeit. Der Saftdruck im Frühjahr ist optimal, damit auch altes Holz erneut austreibt. Erleichtern Sie den Neustart der Pflanzen mit einer Düngung, bei anhaltender Trockenheit mit zwei wöchentlichen Wassergaben und eventuell mit einer Schicht Spezialsubstrat für Rhododendren. Nach zwei Jahren Regenerationszeit blühen die Sträucher wieder normal.

Ab Mitte April können die Knollen von Gladiolen, Montbretien (Crocosmia spp.) und Tigerblumen (Tigrida pavonia) gepflanzt werden. Dahlien, Freesien, Sommerhyazinthen (Galtonia candicans) und Sterngladiolen (Acidanthera bicolor) folgen drei Wochen später.

nach obenObst

Für immertragende Erdbeeren, deren Erntezeit von Juni bis Oktober reicht, ist die Pflanzzeit im April ideal. Einen besonders guten Start haben die Setzlinge, wenn zuvor verrotteter Stallmist untergegraben oder Komposterde auf das Pflanzbeet verteilt wurde. Auf kargen, ausgelaugten Böden sollten es zehn Liter Komposterde je Quadratmeter sein. Ansonsten genügt die halbe Menge.

Pflanzen Sie die Setzlinge so, dass sich der Wurzelhals unmittelbar unter der Erdoberfläche befindet und die Herzblätter knapp aus der Erde ragen. Jede Pflanze fest andrücken und zum Schluss ausreichend mit Wasser versorgen. Entfernen Sie die Blüten laufend bis Ende Mai.

Auch einmaltragende Erdbeeren können Sie im Frühjahr pflanzen, vorausgesetzt, die Setzlinge sind gut entwickelt und haben einen kräftigen Wurzelballen. Die optimale Pflanzzeit ist jedoch von Mitte Juli bis Ende August.

Achten Sie auf Kälteeinbrüche und schützen Sie die Blüten der Beerensträucher und kleineren Obstbäumen mit einer Vliesabdeckung vor dem Erfrieren.

Ein frühzeitiges Erkennen von Krankheitsherden verhindert oft die Ausbreitung einer Infektion. So kündigt sich der Apfelmehltau an den jungen Blättern mit einem mehlartigen Belag oder durch kahnartig gefaltete Blätter an. Der Amerikanische Stachelbeermehltau ist an den mehligen Triebspitzen von Stachel- und Schwarzen Johannisbeersträuchern zu erkennen. Monilia Spitzendürre lässt an Mandelbäumchen, Sauer- und Süßkirschen die Blüten vorzeitig verbräunen und die Triebspitzen kurz nach der Blüte welken. Bei allen drei Krankheiten schneiden Sie die befallenen Zweige großzügig ab.

Blattläuse beginnen oft im Schutz eingerollter Blätter Kolonien zu gründen. In der Anfangszeit lassen sich die wenigen Läuse noch zerdrücken oder mit kaltem Wasser abspritzen.

nach obenGemüse

„Wehret den Anfängen“ ist ein hilfreiches Motto bei der Unkrautbekämpfung: Wer wöchentlich zwischen den Gemüsereihen den Boden mit einer langstieligen Unkrauthacke flach lockert, wird wenig Probleme mit Unkraut haben. Außerdem mindert häufiges Hacken die Verdunstung des Bodenwassers, erhöht bei Regen die Aufnahmekapazität des Bodens und fördert den Luftaustausch zwischen Atmosphäre und Boden.

Sie möchten noch Jungpflanzen von Gurken, Kürbis, Melone oder Zucchini heranziehen? Dann aber schnell! Die Anzucht kann auf der Fensterbank bei mindestens 20 °C erfolgen. Damit die Pflanzen einen festen Wurzelballen bilden, säen Sie die Samen am besten einzeln in Töpfe oder Anzuchtplatten. Wenn sich nach zehn Tagen die Keimblätter zeigen, ist ein heller Platz bei etwa 16 °C ideal.

Auch bei Stangenbohnen lohnt die Anzucht von Jungpflanzen, weil sie dann beim Auspflanzen in den Garten ein so festes Gewebe haben, dass sie den gefräßigen Schnecken kaum noch schmecken.

Zusätzlich zu den Gemüsearten, die schon im März ausgesät werden konnten, folgen nun Mangold, Mark- und Zuckererbsen, Rote Bete, Sommerzwiebeln und Küchenkräuter wie Blattkoreander, Bohnenkraut, Borretsch und Dill.

Gepflanzt werden im April unter anderem vorgetriebene Dicke Bohnen, Blumenkohl, Brokkoli, Grünspargel, Kohlrabi, Kopfkohl, Kopfsalat, Knoblauch, Steckzwiebeln, Topinambur und mehrjährige Küchenkräuter.

Ab 9 °C Bodentemperatur können Sie auch Kartoffeln pflanzen. In den meisten Regionen wird das Mitte bis Ende April der Fall sein. Setzen Sie die Kartoffeln nicht tiefer in die Erde, als die Knolle dick ist. Der Abstand von Reihe zu Reihe beträgt 75 cm und in der Reihe 30–35 cm. Als Starthilfe eignet sich reife Komposterde. Wenn die Pflanzen 10 cm groß sind oder Minusgrade drohen, wird das erste Mal angehäufelt.

In unbeheizten Gewächshäusern sind Salatgurken, Paprika und Tomaten bei stärkeren Nachtfrösten gefährdet. Sicherer ist es, kälteempfindliches Fruchtgemüse erst nach dem 15. Mai zu pflanzen. Bedingten Schutz vor Frost gewährt, sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus, das Abdecken mit Gemüsevlies.

Erntezeit: Blattsalate, Spinat und Frühlingskräuter wie Bärlauch, Kerbel, Kresse, Pimpinelle oder Sauerampfer schmecken am besten, wenn die Blätter noch jung und zart sind. Das gilt auch für Wildkräuter wie Brennnessel (Urtica dioica), Giersch (Aegopodium padagraria) oder Löwenzahn (Taraxacum officinale).

Rhabarber lässt sich mit einem übergestülpten Eimer verfrühen. Die im Dunklen herangewachsenen Stiele sind besonders zart.

Ab Anfang des Monats sollte Bleichspargel 30–40 cm hoch und an der Basis 40 cm breit aufgewallt werden. Wenn sich die Spitzen des Grünspargels ans Licht schieben, erhält auch er einen flachen, 10 cm hohen Damm.

nach obenHilfe für Insekten

Die Anzahl Blüten bestäubender Insekten nimmt dramatisch ab. Ursache ist u. a. der flächendeckende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und das knappe Nahrungsangebot wegen der ausgeräumten Kulturlandschaft. Diesen Trend können wir nicht stoppen, aber doch mildern, wenn in den Gärten keine Pestizide eingesetzt werden und die Artenvielfalt an blühenden Pflanzen noch stärker zunimmt.

Unwiderstehlich für Honigbienen und andere Blütenbestäuber sind beispielsweise Küchenkräuter wie Borretsch, Dost (Origano) und Schnittlauch. Auch viele Zierpflanzen, wie Disteln, Mohn, Stockrose, Ringel- und Sonnenblume, sowie Gehölze mit ungefüllten Blüten und nahezu alle Gründünger-Pflanzen.

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Bienen, Blattläuse, Erdbeeren, Frost, Gladiolen, Jungpflanzen, Kapuzinerkresse, Kälteeinbruch, Pflanzenschutzmitteln, Rhododendron, Stachelbeermehltau, Stangenbohnen, Volksmedizin

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