Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Gartenjahr > Grüne Tipps im Februar
← vorheriger BeitragGrüne Tipps im Januar
nächster Beitrag → Grüne Tipps im März

Grüne Tipps im Februar

Februar 2019 Noch herrscht Winter, aber in Landstrichen mit mildem Klima lässt sich der Frühling bereits erahnen. Doch erfahrungsgemäß kann es im Februar bitter kalt werden. Deshalb ist bei der Gartenarbeit entspanntes Abwarten eine richtige ­Strategie. Eine gute Zeit zum Planen.


Alle früh blühenden Zwiebelblumen (wie die Krokusse) sind auf einen erneuten Wintereinbruch eingestellt.
© Roth
Alle früh blühenden Zwiebelblumen (wie die Krokusse) sind auf einen erneuten Wintereinbruch eingestellt.

nach obenZierpflanzen

Hecken geben dem Garten Struktur. Sie markieren Grenzen, fassen Beete ein und schützen Sitzplätze vor Wind und neugierigen Blicken. Aber welche Gehölze sind geeignet? Es lohnt sich, gut darüber nachzudenken. Bis zum Pflanzen im März ist dafür noch viel Zeit.

Zur Grenzmarkierung reicht eine niedrige Hecke bis zu einem Meter Höhe. Diesen Zweck erfüllen blühende Gehölze wie Spierstrauch (Spirea bumalda und S. japonica), Fingerstrauch (Potentilla fruticosa) oder Johanniskraut (Hypericum patulum). Für Hecken ohne Blütenschmuck empfehlen sich unter anderem Buchsbaum (Buxus sempervirens), Berberitze (Berberis thunbergii) oder Stechpalmen (Ilex aquifolium, I. crenata und I. meserveae).

Als Sichtschutz kommen hochwachsende Gehölze wie Feld-Ahorn (Acer campestre), Liguster (Ligustrum vulgare), Hainbuche (Carpinus betulus) und Rotbuche (Fagus sylvatica) infrage. Im Wachstum kaum zu bändigen sind Lebensbaum (Thuja), Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) und Eibe (Taxus media).

Hecken, die regelmäßigen Schnitt erfordern, stehen frei wachsende gegenüber. Letztere beanspruchen viel Platz und taugen deshalb nicht für kleinere Gärten.

Einige Ziersträucher, wie Kartoffel- bzw. Apfel-Rose (Rosa rugosa), Ranunkelstrauch (Kerria japonica), Sanddorn (Hippophae rhamnoides) und Spierstrauch (Spiraea-Arten) sowie die Himbeere (Rubus idaeus), bilden bewurzelte Ausläufer, die Sie unkompliziert zur Vermehrung nutzen können. Sobald der Boden aufgetaut ist, trennen Sie die Ausläufer mit dem Spaten von der Mutterpflanze ab. Größere Ausläufer können direkt an den neuen Standort umziehen, während man kleinere besser erst in einem separaten Beet aufpäppelt.

Hartriegel (Cornus), Schneeball (Viburnum), Wilder Wein (Parthenocissus quinquefolia), Zier-Johannisbeere (Ribes) und (Cotoneaster) lassen sich erfolgreich durch Absenker vermehren. Die Vorgehensweise ist einfach: Sie biegen einen wüchsigen Zweig zur Erde. Wo seine Mitte den Boden berührt, graben Sie ein kleines Pflanzloch und fixieren dort den Zweig mit einem Stein oder einem Haken. Der Absenker bildet an der Stelle im Pflanzloch Wurzeln und kann im Herbst abgetrennt und verpflanzt werden.

Die Tage werden länger und das Lichtangebot nimmt täglich zu. Wenn möglich, sollten die Kübelpflanzen im Über­winter­ungs­quar­tier davon profitieren und einen möglichst hellen Platz bekommen.

Kontrollieren Sie die Pflanzen auf Krankheiten und Schädlingsbefall. Stecken diese noch in den Anfängen, lassen sie sich ohne größeren Schaden abstreifen bzw. herausschneiden. Auch für den Rückschnitt ist die Zeit günstig. Entfernen Sie kranke und trockene Zweige sowie lange und schwache Austriebe.

Alle paar Jahre topfen Sie die Gewächse um in frisches Kübelpflanzen-Substrat mit strukturstabilisierenden Stoffen wie Lava, Bims und/oder Ton. Schneiden Sie dabei die alten und kranken Wurzeln ab.

nach obenObst

Sobald der Boden aufgetaut und etwas abgetrocknet ist, beginnt die Pflanzzeit für die kälteunempfindlichen Obstgehölze. Grundsätzlich pflanzen Sie Gehölze so tief, wie sie zuvor in der Baumschule standen. Bei Containerware schließt also die Oberfläche des Topfballens mit der Beetoberfläche ab. Mit Ausnahme von Johannis-, Josta- und Stachelbeeren: Die setzen Sie 5 cm tiefer, damit sie am Wurzelhals zusätzliche Wurzeln bilden. Eine weitere Ausnahme sind Rebstöcke, die in ein etwa 40 cm tiefes Loch gesetzt werden, wobei die Veredlungsstelle oberhalb des Bodens bleiben muss. Halten Sie bei der Gehölzpflanzung die empfohlenen Abstände ein: Sie müssen schließlich die endgültige Größe berücksichtigen.

Wenn Sie noch keine Zeit für den Rückschnitt der Obstgehölze hatten, sollten Sie jetzt zu Baumschere und Säge greifen. Warten Sie dafür eine trockene Phase ab, wenn Pilzsporen schlechtere Bedingungen zur Verbreitung und Infektion haben. Für uns sind frostfreie Tage für die Schnittarbeiten angenehm, es darf aber kälter sein: Gehölze nehmen dabei bis zu minus 5 °C keinen Schaden.

Früh reifende Erdbeersorten ernten Sie bis zu acht Tage eher, wenn Sie die Pflanzen jetzt mit Vlies abdecken – wobei kein Schnee liegen sollte. Sobald es wärmer wird, spätestens zu Beginn der Blüte, muss die Abdeckung wieder herunter. Sollte ein später Kälteeinbruch drohen, legen Sie das Vlies erneut auf: Der Entwicklungsvorsprung macht die Pflanzen empfindlicher.

nach obenGemüse

In milden Wintern sind Ende des Monats unter dem Schutz von Gartenvlies Aussaaten von Spinat, Feldsalat und Kerbel möglich.

Risikofreudige Gärtner säen auch Puffbohnen (Vicia faba) bereits Ende Februar, um dem Befall durch die Schwarze Bohnenlaus im Sommer vorzubeugen. Bei Einzelkornablage beträgt der Abstand 12 bis 15 cm, während sich bei Horstsaat zu je zwei bis drei Bohnen zwischen den Saatstellen ein Abstand von 25 bis 30 cm empfiehlt. Die Saattiefe beträgt 3 bis 5 cm und der Abstand von Reihe zu Reihe 50 bis 60 cm. Sicherer ist die Vorkultur in Töpfen auf der Fensterbank. Die Sämlinge im März erst einige Tage stundenweise ans Freie gewöhnen (abhärten) und schließlich ins Beet pflanzen.

Zur Anzucht von Jungpflanzen können Sie ab Ende Februar frühe Sorten von Blumenkohl, Kohlrabi, Spitz- und Wirsingkohl in Topfpaletten oder kleine Blumentöpfe aussäen. Verwenden Sie dafür eine spezielle Anzuchterde. Zum Keimen brauchen die Samen 18 bis 20 °C. Die heranwachsenden Pflanzen wollen hell bei 12 bis 14 °C stehen. Ab Ende März ist die Zeit fürs Auspflanzen in den Garten gekommen.

Drei Gründe sprechen für den Anbau von Kartoffeln: Die Kultur ist einfach, sie erfordert wenig Arbeit und die eigenen Kartoffeln schmecken am besten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Kultur ist der Fruchtwechsel: Bauen Sie Kartoffeln nur alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche an, sonst steigt das Risiko für Abbauerscheinungen, Virusbefall und andere Krankheiten. Wichtig ist zudem die Qualität der Pflanzkartoffeln. Das geringste Risiko gehen Sie bei zertifiziertem Pflanzgut ein.

Vorkeimen lohnt bei frühen Sorten und bringt einen Vorsprung von 8 bis 14 Tagen gegenüber unbehandelten Pflanzkartoffeln.

Vorkeimen von Pflanzkartoffeln

  • Beginn sechs Wochen vor dem Pflanztermin, also Ende Februar.
  • Weckruf aus der Winterruhe: 2 bis 3 Tage bei 18 bis 20 °C Wärme.
  • Dann Knollen einlagig in Kisten schichten und bei 10 bis 15 °C aufstellen.
  • Tageslicht ab Beginn der Keimbildung. Das Ziel sind kompakte, 10 bis 15 mm kurze und je nach Sorte grün oder rot ausgefärbte „Lichtkeime“.
  • Einige Tage vor dem Pflanzen die Knollen bei 5 bis 8 °C abhärten.

Jetzt, wo nichts Dringendes zu erledigen ist, bietet sich das Großreinemachen des leeren Gewächshauses an. Von innen und außen gereinigte Scheiben garantieren den für die Frühkulturen so wichtigen maximalen Lichteinfall. Und das Schrubben der Gewächshauskonstruktion mit Seifenwasser entfernt nicht nur Schmutz und Algen, sondern auch Krankheitskeime.

Wenn das Wetter mitspielt und die Bodenoberfläche abgetrocknet ist, kann die Vorbereitung der Gemüsebeete beginnen. Wer den Boden umgraben möchte, arbeitet Mulchschicht, Gründünger bzw. Ernterückstände direkt in den Boden ein, vorausgesetzt, die Pflanzenteile sind genügend zerkleinert. Lockern Sie den Boden lieber nur mit dem Kultivator oder Sauzahn statt mit dem Spaten umzugraben, räumen Sie grobe Pflanzenteile zuvor ab und bringen Sie sie auf den Kompost.

Das Beet hat nun einige Wochen Zeit, um sich zu setzen. Direkt vor der Aussaat oder dem Pflanzen harken Sie noch einmal, damit die Oberfläche plan und feinkrümelig wird. Mit diesem Arbeitsgang können Sie zusätzlich Komposterde flach einarbeiten.

Maulwürfe sind effizient und werfen oft etliche Hügel nacheinander auf – gerne auf Rasenflächen. Selbst in der kalten Jahreszeit, denn Maulwürfe machen keinen Winterschlaf. Die Tiere sind geschützt und dürften nicht ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde verfolgt oder gar getötet werden. Vergrämen ist jedoch erlaubt. Übrigens: Maulwürfe lieben die Ruhe und meiden häufig begangene und bespielte Flächen.

nach obenVollwert-Kost für Pflanzen

Damit Pflanzen sich gesund entwickeln, brauchen sie Nährstoffe. Dazu zählen Stickstoff, Phosphor, Kali, Kalk und Magnesium. Ebenfalls unverzichtbar sind Spurennährstoffe, die nur in kleinen Mengen aufgenommen werden, wie Eisen, Zink oder Molybdän.

Umgangssprachlich bezeichnen wir Düngemittel, die Stickstoff (N), Phosphor (P), Kali (K) und Magnesium (Mg) enthalten, als Volldünger, weil sie Pflanzen vollwertig ernähren. Für Arten mit besonderen Ansprüchen gibt es Volldünger mit speziell abgestimmten Nährstoffgehalten wie Rasen-, Beerenobst- oder Rhododendron-Dünger.

Volldünger setzen sich aus organischen oder mineralischen Bestandteilen zusammen und werden entsprechend als „organische Volldünger“ oder „mineralische Volldünger“ vermarktet. Bei organischen Düngern müssen die Nährstoffe erst durch Bodenorganismen freigesetzt werden, damit sie den Pflanzen zur Verfügung stehen. Nach dieser Verzögerung versorgen sie die Pflanzen über einen längeren Zeitraum so, wie diese es brauchen. Mineralische Dünger dagegen wirken schnell, sind aber auch schnell aufgebraucht bzw. gehen durch Auswaschung verloren. Viele Produkte enthalten organische und mineralische Bestandteile, um die Vorteile beider Gruppen miteinander zu verbinden.

← vorheriger BeitragGrüne Tipps im Januar
nächster Beitrag → Grüne Tipps im März
Buchsbaumschere HS-B von Wolf-Garten
Pflege Strauch und Hecke wie dich selbst
Rotbuche mit glänzendem Laub. Wächst stark, daher für höhere Hecken geeignet.
Hecken als lebende Wände
Beim immergrünem Liguster färben sich die Blätter im Winter auch oft violettbraun.
Hecken als lebende Wände

Schlagworte dieser Seite:

Anzucht, Berberitze, Buchsbaum, Eibe, Fingerstrauch, Gemüsebeet, Gewächshaus, Himbeere, Johanniskraut, Lebensbaum, Liguster, Puffbohne, Rose, Rotbuche, Rückschnitt, Schneeball, Sichtschutz, Spierstrauch, Stechpalme, Vorkeimen, Wilder Wein

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de