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Stachelbeeren

Januar 2005 Die Heimat der Stachelbeere reicht weit über Europa hinaus. Deswegen wundert es nicht, dass sie zu den alten Kulturpflanzen gehört und sich unsere Vorfahren schon mit der Selektion und Züchtung befasst haben. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählte man mehrere hundert Sorten, die heute durch wenige aber bessere ersetzt sind.


Züchterisch wird daran gearbeitet, Resistenzen gegen Krankheiten wie z. B. Mehltau und Blattfallkrankheit einzukreuzen. Charakteristisch für diese Fruchtart ist der sehr frühe Austrieb und die frühe Blüte. Darin liegt eine Begrenzung des Anbaus: Nur spätfrostsichere Lagen mit tiefgründigen gut wasserführende Böden kommen für einen erfolgreichen Anbau in Frage. Halbschatten verträgt sie recht gut, denn bei einigen Sorten kommt es bei intensiver Sonneneinstrahlung zu Sonnenbrand auf der Frucht. Über die Erziehungsformen gibt es mehr zu diskutieren, sodass dieses Thema einen eigenen Beitrag verlangt.

Wie bei den anderen Obstarten gibt es auch hier keine Idealsorte. Bei der Auswahl wird man gewisse Prioritäten in den Eigenschaften setzen um dann diejenige zu nehmen, die die meisten erfüllt. Abgesehen davon wird das Angebot an Sorten eine gewisse Rolle mitspielen.

'Hönings Früheste' gilt als die früheste Sorte überhaupt. Ihr kräftiger Wuchs verlangt regelmäßigen Schnitt, der auch für etwas größere Früchte sorgt. Ihr Ertrag ist mittelmäßig, zumal durch die sehr frühe Blüte der Ansatz gelegentlich leidet. Geschmacklich gehört sie zu den besten, doch ihr Wert liegt allein in der Frühzeitigkeit und gehört, wenn man Platz für mehrere Büsche hat in den Garten. Leider wird sie sowohl vom Mehltau als auch von der Blattkrankheit leicht befallen.

'Lauffener Gelbe' und 'Gelbe Triumph' gehören wegen der Anfälligkeit für Krankheiten nicht mehr in den Anbau.

Die früh reifende 'Remarka' gilt als widerstandsfähig gegen Krankheiten.
Die früh reifende 'Remarka' gilt als widerstandsfähig gegen Krankheiten.
Als Alternative sei die ebenfalls frühblühende und frühreifende und recht widerstandsfähige 'Remarka' genannt. Ihre Triebe neigen zum Überhängen. Auslichten und kräftiger Schnitt sowie gute Düngung und Wässerung gehören bei dieser Sorte zur Pflege.

Aus dem englischen Züchtungszentrum East Malling stammt die 'Invicta'. Bei ihrer Einführung sprach man von einer Resistenz gegen Mehltau, doch können bei hohem Infektionsdruck die Triebspitzen infiziert werden. Früchte werden jedoch selten befallen. Die hellgrünen großen Früchte sind vornehmlich für die Verarbeitung geeignet. Nur vollreif schmecken sie gut. Abgesehen von der Neigung zum Platzen in Regenperioden zählt sie zu den gesunden ertragreichen Sorten.

Eine gute alte Bekannte in vielen Hausgärten ist die 'Grüne Kugel'. Wegen der hohen, aber nicht immer stetigen Leistung war sie weit verbreitet. Aber wegen der Anfälligkeit nicht nur für die wichtigsten Krankheiten, sondern auch für das Platzen kann sie heute durch andere Sorten ersetzt werden.

nach obenHöhere Widerstandsfähigkeit wird angestrebt

In dem Bestreben, weniger Chemie im Hausgarten einzusetzen bekam die 'Mucurines' eine gewisse Bedeutung. Sie ist ähnlich widerstandsfähig wie die vorige, hat gewisse Ähnlichkeiten mit ihr, reift jedoch später. Außerdem wird ihr eine gute Leistung nachgesagt.

Zur mittelfrühen Gruppe zählt die gute altbekannte 'Weiße Triumph', auch unter den Namen 'Grüne Hansa' und 'Whitesmith' bekannt. Solide Erträge und gute Pflückbarkeit waren Gründe für ihre Beliebtheit. Auch heute noch wird sie für den Erwerbsanbau empfohlen. Der kräftig wachsende Strauch muss intensiv geschnitten werden. Vom Mehltau wird sie mehr befallen als von der Blattfallkrankheit. Die Früchte sind groß, glatt und häufig auf der Sonnenseite rötlich überlaufen. Sie eignet sich besonders gut für die Verarbeitung.

Eine alte Bekannte: die 'Rote Triumph'.
Eine alte Bekannte: die 'Rote Triumph'.
Die 'Rote Triumph', auch als 'Whinham's Industry' bekannt, könnte man als eine "Schwesternsorte" betrachten, denn in einigen Eigenschaften gleichen sie sich. In der Reife ist die 'Rote Triumph' jedoch später. Sie reift unregelmäßig aufgrund der ebenfalls langgezogenen Blüte. Im Haushalt ist sie für alle Zwecke zu gebrauchen. Die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten lässt zu wünschen übrig.

Nicht nur im Hausgarten, sondern auch im Erwerbsobstbau hat 'Achilles' ihren festen Platz.
Nicht nur im Hausgarten, sondern auch im Erwerbsobstbau hat 'Achilles' ihren festen Platz.
Nur wenige Tage nach der 'Roten Triumph' reift die ebenfalls rote 'Achilles', die im Erwerbsanbau wegen ihrer guten Geschmackseigenschaften weit verbreitet ist. Sie wächst nicht sehr stark, muss aber dennoch stark geschnitten werden und bringt dann große gutaussehende Früchte. Leider wird sie von beiden Krankheiten befallen; früh austreibend.

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Als später reifende Sorte sei die in Deutschland gezüchtete 'Reflamba' genannt, deren Wert in der Gesundheit liegt. Ihre eiförmige Fruchtform ist einmalig im Sortiment. Ertragssicherheit und hohe Pflückleistung zeichnen die vielseitig verwendbare Sorte aus.

Vom selben Züchter stammt die 'Rolonda' mit einer sehr ansprechenden hellroten Fruchtfarbe und den guten Geschmackseigenschaften. Als weitgehend gegen Mehltau widerstandsfähige Sorte ist sie eine wertvolle Ergänzung zum Saisonende.

Stachelbeersorte 'Lady Delamere'
Die alten Sorten 'Lady Delamere' und 'Weiße Volltragende' (nächstes Bild) sind durch neue ersetzt worden.
Stachelbeersorte 'Weiße Volltragende'
'Weiße Volltragende'
Als überholt gilt die alte Sorte 'Lady Delamere', spät reifend, grün und glattschalig, ein Massenträger, der aber anfällig für die bekannten Krankheiten ist. Ähnliches trifft auch für die 'Weiße Volltragende' zu.

Stachelbeersorte 'Golda'
Neu und vielversprechend sind die Sorten 'Golda' und …
Stachelbeersorte 'Rosko'
© von Soosten
… 'Rosko'.
Zu den Neuen auf dem Markt gehören die 'Golda', die vollreif goldgelb ist. Rot dagegen ist die 'Rosko'. Beide Sorten stehen in mehreren Vergleichsversuchen um ihre Eigenschaften mit dem Standardsortiment zu vergleichen. Endgültige Beurteilungen sind noch nicht möglich.

Leider ist die Beliebtheit dieser Beere recht zurückgegangen, eigentlich ungerecht, denn sie ist eine frühreifende Obstart. Und auf kleinem Raum kann Obst erzeugt werden, welches auf unseren Märkten immer weniger angeboten wird.

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Leuchtende Blütenfarben zeichnen den Island-Mohn ­(Papaver nudicaule) aus. Er blüht von Mai bis August. Der Island-Mohn ist eine relativ kurzlebige Staude, erneuert sich aber immer wieder durch Selbstaussaat.
Grüne Tipps im Mai
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