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Gründüngung und Mulch im Nutz- und Ziergarten (II)

Oktober 2004 Bei regelmäßigem Anbau von Gründüngungspflanzen-Mischungen wird das Bodenleben aktiviert. Es findet eine natürliche Eindämmung bodenbürtiger Schaderreger statt und Bodenmüdigkeitserscheinungen treten nicht auf.


Die Kultur von Gründüngungspflanzen kann ganzjährig erfolgen, weil es auch winterharte und überwinternde Arten gibt. Je nach Pflanzenart sind Aussaaten von Februar bis Oktober möglich. Welche Gründüngungspflanzenart man anbaut und wie man sie verwendet, ist von der Art der Flächennutzung eines Gartens abhängig. Auf besonders intensiv genutzten Kulturflächen wird man Gründüngung nur zum Vegetationsende und als Unter- oder Zwischenkulturen anbauen können, während ein extensiv bewirtschafteter Garten mit längeren Brachezeiten mehr Möglichkeiten zum Anbau von Gründüngung zulässt.

Mit Rindenhumus abgemulchte Wechselflorflächen. Bis zum Ende der Sommerblumenzeit ist der Rindenhumus so weit angegriffen, dass er ohne Probleme in den Boden eingearbeitet werden kann und so eine wertvolle Humusversorgung ist.
© Treiling
Mit Rindenhumus abgemulchte Wechselflorflächen. Bis zum Ende der Sommerblumenzeit ist der Rindenhumus so weit angegriffen, dass er ohne Probleme in den Boden eingearbeitet werden kann und so eine wertvolle Humusversorgung ist.
Abgängiger Wechselflor oder überständige Nutzpflanzen (geschossener Salat, nicht geernteter Spinat usw.) und Ernterückstände beim Gemüse sind einer eingesäten Gründüngung gleichzusetzen, wenn man sie wie Gründüngungspflanzen nutzt, statt sie von den Beeten zu räumen.

Die Verarbeitung der angebauten Gründüngung kann je nach Kulturpflanzenspektrum und Nutzungsintensität eines Gartens auf verschiedene Art und Weise durchgeführt werden:

  • Die vollentwickelten Gründüngungspflanzen werden abgemäht und in frischem Zustand in die obere Bodenkrume eingearbeitet. Je schwerer der Boden, desto flacher!
  • Die vollentwickelten Gründüngungspflanzen werden abgemäht und erst in angetrocknetem oder getrocknetem Zustand in die obere Bodenkrume eingearbeitet.
  • Die vollentwickelten Gründüngungspflanzen werden abgemäht und bleiben als Mulchdecke liegen. Sie schützen so den Boden vor dem sommerlichen Austrocknen und fördern die Bodengare. Die krümelige Struktur des Bodens bleibt auf diese Weise erhalten.
  • Oder man lässt die vollentwickelten Gründüngungspflanzen über Winter abfrieren und arbeitet diese im Frühjahr in die obere Bodenkrume ein. Diese Maßnahme ist ein guter Schutz des Bodens gegen Verschlämmung und Erosion in den Wintermonaten.

Wird Gründüngung als Untersaat in Dauerkulturen oder Gehölzen angebaut, mäht bzw. hackt man sie bei entsprechender Größe ab, lässt sie als Mulch liegen oder arbeitet sie leicht in den Boden ein. Als Zwischensaat füllt sie Flächen zwischen den Kulturreihen oder übernimmt die Funktion eines Platzhalters für nachfolgende Kulturen, wobei die Dauer der Begrünung von der Gründüngungspflanzenart abhängig ist. Blühende Gründüngung lockt außerdem Nützlinge in nichtblühende Kulturen.

Gründüngungspflanzen können aber auch zur direkten Gewinnung von Mulchmaterial angebaut werden. Das ist besonders dann interessant, wenn leicht verrottbare organische Masse zum Mulchen benötigt wird (z. B. in Gemüsekulturen).

Je vielseitiger die Mischung, um so besser der gesundende Effekt für den Boden und die nachfolgenden Kulturpflanzen. Sehr von Vorteil ist es, wenn man darauf achtet, dass flach- und tiefwurzelnde Arten miteinander kombiniert sind. Auf diese Weise werden auch bereits in tiefere Bodenschichten ausgewaschene Nährstoffe "recycelt".

Gemüsebeete lassen sich auch sehr gut mit Ernterückständen abmulchen. Hier wurde der Rückschnitt einer Liebstöckel-Pflanze zwischen die Reihen gelegt.
© Treiling
Gemüsebeete lassen sich auch sehr gut mit Ernterückständen abmulchen. Hier wurde der Rückschnitt einer Liebstöckel-Pflanze zwischen die Reihen gelegt.
Auf Gemüseanbauflächen sollte man Gründüngungspflanzen, die in die Familie der Kreuzblütler gehören, grundsätzlich meiden, weil der größte Teil der von uns genutzten Gemüsepflanzen zu dieser Pflanzenfamilie gehören. Dazu zählen alle Kohlarten (Weiß-, Rot-, Blumen-, Rosenkohl, Kohlrabi, Chinakohl, Brokkoli, usw.), Rettich, Radieschen, Kresse u. a., sodass eine erforderliche weitgestellte Fruchtfolge nicht einzuhalten wäre.

Tipp: Eine Beschreibung und Hinweise zum Anbau der Gründüngungspflanzen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Sie erhalten eine Auflistung der wichtigsten Gründüngungspflanzen mit Kulturhinweisen kostenlos:
  • per Email unter johannes.treiling@siedlerbund.info
  • oder senden Sie einen an sich selbst adressierten und frankierten Briefumschlag an:

    Siedlerbund Westfalen-Lippe e. V.
    Kennwort: Gründüngung
    Himpendahlweg 2
    44141 Dortmund

Johannes Treiling
Gartenfachberater des Siedlerbundes Westfalen-Lippe

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