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Grüne Tipps im Januar

Januar 2019 Eigentlich ruht die Gartenarbeit. Wer sich dennoch betätigen möchte, kann mit der Pflege der Gartengeräte beginnen, denn ein Start in die neue Saison mit intaktem Werkzeug steigert die Lust am Gärtnern. Überdenken Sie auch die Zweckmäßigkeit der Geräte. Könnten einige ausrangiert oder durch ergonomischeres Werkzeug ersetzt werden?


Zu den ersten Frühjahrsboten zählen Winterlinge ­(Eranthis hyemalis). In geschützten Lagen schieben sie im Januar ihre leuchtend gelben Blüten durch den Schnee.
© Roth
Zu den ersten Frühjahrsboten zählen Winterlinge ­(Eranthis hyemalis). In geschützten Lagen schieben sie im Januar ihre leuchtend gelben Blüten durch den Schnee.

nach obenZierpflanzen

Es ist wie ein Zauber, wenn im Januar Sträucher ihre Blüten öffnen. Die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox) trägt kleine attraktive Blüten und überrascht mit starkem Duft. Einen ebenfalls angenehmen Duft verströmen die rosafarbenen, in Rispen angeordneten Blüten des Duftschneeballs (Viburnum × bodnantense). Als kleiner Baum oder großer Strauch präsentiert sich die reich blühende Winterkirsche (Prunus subhirtella 'Autumnalis'). Ein Hingucker sind auch die leuchtend gelben Blüten des Winterjasmins (Jasminum nudicaule), einem Spreizklimmer mit langen, bogenförmigen Ruten, die sich an einem Rankgerüst stützen.

Die optimale Zeit für den Rückschnitt der im Sommer blühenden Ziersträucher ist in den Wintermonaten bei trockenem und mildem Wetter. Die Frühlingsblüher hingegen schneiden Sie erst nach der Blüte.

Vergreiste und nur noch spärlich blühende Sträucher können Sie durch starkes Kürzen der Zweige zu neuem Wachstum anregen. Um dicht gewachsene Sträucher zu verjüngen und deren Blühfreudigkeit zu erhöhen, nimmt man oft ganze Äste direkt am Boden heraus.

Regelmäßig geschnittene Sträucher brauchen nur alle zwei Jahre einen Pflegeschnitt. Ausgenommen sind Arten, die ihre Blütenknospen am einjährigen Holz, also nur an den im selben Jahr gewachsenen Zweigen bilden. Diese Sträucher schneiden Sie jährlich – noch vor dem Austreiben – tief zurück. Dadurch bilden sie viele neue Triebe, an denen sich im Sommer ein reicher Blütenflor entwickelt. Hierzu zählen: Bartblume (Caryopteris × clandonensis), Beet-, Edel- und Zwergrosen (Rosa), Fingerstrauch (Potentilla fruticosa), Säckelblume (Ceanothus delilanus), Schmetterlingsstrauch (Buddleja-Arten und -Sorten), Sommerspiere (Spirea bumalda), Strauch-Eibisch (Hibiscus syriacus) und strauchartig wachsendes Johanniskraut (Hypericum-Arten und -Sorten).

Die verschiedenen Hortensien möchten individuelle Schnitte: Bei Bauern-Hortensien (Hydrangea macrophylla) entfernen Sie nur die vertrockneten Blütenbälle. Schneeball-Hortensien (H. arborescens) bilden ihre flachrunden Blütenbälle am einjährigen Holz. Um den Neuaustrieb zu fördern, schneiden Sie alle alten Triebe auf 15 cm Länge zurück. Rispen-Hortensien (H. paniculata) wachsen zu mittelgroßen Sträuchern heran. Nehmen Sie die vorjährigen Triebe bis auf einen kurzen Stummel (Zapfen) heraus.

Möchten Sie die Wohnungsnot vieler Gartenvögel verringern, hängen Sie jetzt Nistgelegenheiten auf. Kästen, die im vergangenen Jahr bewohnt waren, machen Sie besser sauber, sonst stecken sich die Vögel mit Milben oder Flöhen an. Es genügt, die Nisthöhlen „besenrein“, also sorgfältig ausgebürstet, in die neue Saison starten zu lassen.

Viele Weihnachtsbaum-Arten überstehen den Aufenthalt in der Wohnung ohne nennenswert zu nadeln, zum Beispiel Nordmann-Tanne, Edel-Tanne, Blau-Fichte und Douglasie. Ihre Zweige lassen sich danach gut zur Abdeckung kälteempfindlicher Pflanzen verwenden.

nach obenGehölze selbst vermehren

Etliche sommergrüne Gehölze sind einfach durch Steckholz zu vermehren. Dazu zählen die verschiedenen Arten von Hartriegel (Cornus), Heckenkirsche (Lonicera), Liguster (Ligustrum), Deutzien (Deutzia), Pfeifenstrauch bzw. Bauernjasmin (Philadelphus), alle Weiden-Arten (Salix) sowie Zier- und Garten-Johannisbeere (Ribes).

Um Steckhölzer zu gewinnen, schneiden Sie nach dem Laubfall im frühen Winter ausgereifte, einjährige Triebe von der Mutterpflanze. Diese Triebe teilen sie in etwa 20 cm lange Teilstücke, die sogenannten Steckhölzer. Jedes sollte über einige Blattknospen verfügen, die sich bereits im Herbst gebildet haben.

Die Steckhölzer stecken Sie senkrecht bis kurz unterhalb der obersten zwei Blattknospen in den Boden. Dort bilden sie Wurzeln, treiben aus und sind im Herbst fertig zum Verpflanzen.

Bei gefrorenem Boden können Sie die Triebe für die Steckholzgewinnung, wie bei den Veredlungsreisern (siehe unten) beschrieben, bis März lagern.

nach obenObst

Auch im Januar bietet der Garten beeindruckende Motive. Hier ist es ein Brombeerblatt in der Morgensonne.
© Roth
Auch im Januar bietet der Garten beeindruckende Motive. Hier ist es ein Brombeerblatt in der Morgensonne.
Manche Gartenliebhaber sehnen strenge Winter mit klirrender Kälte herbei, weil dann angeblich die Heerscharen von Schädlingen vernichtet werden. Nur: Unsere heimischen Insekten, Milben und Spinnen haben sich längst an das Klima angepasst und Strategien zum Überleben bitterer Kälte entwickelt. Das betrifft Nützlinge und Schädlinge gleichermaßen, denn diese Einteilung in Gut und Böse existiert nur in unserer menschlichen Vorstellung.

Fehlt während einer längeren Frostperiode der Schnee, bewahren Sie Erdbeerpflanzen mit Strohmulch vor Kälteschäden. Damit sich der Boden im zeitigen Frühjahr schnell wieder erwärmt, räumen Sie die isolierende Strohschicht rechtzeitig ab. Anfang Mai ist der Strohmulch unter den Pflanzen sinnvoll, um die Früchte vor Schmutz und Grauschimmel zu schützen.

Baumpflege: Kontrollieren Sie, ob Drähte, Schnüre oder Etiketten eingewachsen sind. Durch das Dickenwachstum der Stämme und Zweige strangulieren sich die Gehölze mit dem Bindematerial und brechen an diesen Stellen leicht.

Nagetiere können Baumstämme gefährlich verletzen, wobei sie junge Exemplare bevorzugen. Eine Kunststoffmanschette oder ein Drahtgeflecht hält hungrige Mäuler auf Abstand. Sollten bereits Verletzungen vorhanden sein, fördert das Bestreichen mit einem Wundverschluss-Mittel die Heilung.

Fruchtmumien, also schwarz verfärbte, ledrige und eingetrocknete Früchte, müssen restlos von den Bäumen gepflückt, bzw. vom Boden aufgelesen und entsorgt werden. Auf diese Weise beugen Sie einer Neuinfektion durch Monilia-Fruchtfäule im Frühjahr vor.

Es wird Zeit, Veredlungsreiser für die Frühjahrsokulation, Winterhandveredlung (Kopulation oder Geißfußpropfung) oder fürs Rindenpfropfen zu schneiden. Damit zum Zeitpunkt der Veredlung die Reiser noch frisch und in Winterruhe sind, bewahren Sie sie in feuchtem Sand an einem kühlen, aber frostfreien Ort auf.

nach obenGemüse

Liebäugeln Sie mit einem Hochbeet oder Frühbeetkasten? Dann haben Sie bis zum Frühjahr noch genügend Zeit zum Planen, zum Entwerfen eines Bauplans oder zur Bestellung eines Bausatzes.

Wer seine eigenen Paprikapflanzen heranziehen möchte, kann Ende des Monats mit der Aussaat beginnen. Paprika liebt Wärme. Zum Keimen sind 20 bis 25 °C und für die weitere Kultur 18 bis 22 °C erforderlich. Die Jungpflanzen sind außerdem lichthungrig, vertragen aber keine pralle Sonne. Ein Platz am Ost- oder Westfenster ist ideal.

Rhabarber treibt deutlich früher aus, wenn Sie den Wurzelstock vor Frost schützen. Packen Sie eine dicke Laubschicht auf den Boden, bevor er durchfrieren konnte. Das hält auch tiefe Minusgrade fern.

nach obenStandortwechsel unverzichtbar

Wer aus seinem Garten stets gesundes Gemüse ernten möchte, muss den Anbau sorgfältig planen. Damit der Boden gesund bleibt und sich keine Pflanzenkrankheiten anreichern, wechselt jede Gemüseart alljährlich den Standort. Das gilt auch, sobald verschiedene Gemüsearten aus derselben Familie angepflanzt oder ausgesät werden sollen. Ein erneuter Anbau sollte erst nach einer Pause von drei Jahren erfolgen. Bei artenreichen Familien, wie den Kreuzblütlern, ist das gar nicht so einfach, denn zu dieser Familie zählen Gartenkresse, Rettich, Kohlrabi, alle Kohlarten und die Gründünger Raps, Senf und Ölrettich.

In Mischkulturen, bei denen sich die Pflanzenarten in jeder Reihe ändern und häufig nur wenige Exemplare einer Art wachsen, sind Anbaupausen oft überflüssig.

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Alle früh blühenden Zwiebelblumen (wie die Krokusse) sind auf einen erneuten Wintereinbruch eingestellt.
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Schlagworte dieser Seite:

Baumpflege, Duftschneeball, Erdbeerpflanzen, Heckenkirsche, Hochbeet, Hortensie, Johannisbeere, Liguster, Rhabarber, Rispen-Hortensie, Rückschnitt, Veredlungsreiser, Weihnachtsbaum, Winterkirsche

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