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Düngefehler bei Rasenflächen

August 2004 Bedingt durch ein geändertes Freizeitverhalten hat sich der Rasen zur beliebtesten und größten Fläche im Garten entwickelt.


Interessanterweise steht dies aber im krassen Gegensatz zur Pflege, wie die vielen Beispiele vor Ort oder auch die Bodenuntersuchungen in den Siedlergärten zeigen. Moos ist in vielen Rasenflächen stärker vertreten als die Gräser selbst. Und auch Un- bzw. Wildkräuter machen sich breit, die die Fläche zwar schön bunt aussehen lassen, die Rasengräser dabei aber immer mehr zurückdrängen.

Ein regelmäßiger Schnitt und die Düngung sind in den meisten Fällen die Wege zum dichten Grün. Doch gerade bei der Düngung werden Fehler gemacht, die den gewünschten Erfolg nicht eintreten lassen, schlimmstenfalls sogar zur Schädigung der Gräser führen.

Zur Bildung einer gesunden, dichten Rasendecke benötigen die Rasengräser die Hauptnährstoffe:
  • Stickstoff (N) – zur Bildung von Trieben und Blättern
  • Phosphor (P) – Wurzelbildung
  • Kalium (K) – für gesunde und widerstandsfähige Pflanzen
  • Magnesium (Mg) – zur Bildung des Photosynthesepigments
  • Eisen (Fe) – für eine kräftig-grüne Rasenfarbe
  • Calcium (Ca) – für die Zellwand- und auch die Wurzelhaarentwicklung

Daneben spielt bei der Entwicklung der Gräser eine ganze Reihe von Spurennährstoffen eine Rolle. Ein angemessenes Verhältnis der Nährstoffe ist ebenso wichtig. Das Idealverhältnis liegt für unsere Gräser für N:P:K bei 1:0,3:0,8.

Wieviel Dünger jeweils benötigt wird, zeigt eine Bodenuntersuchung, die am besten im Herbst durchgeführt wird. Im Verhältnis zu den übrigen Nährstoffen wird also extrem viel Stickstoff benötigt. Normale Garten- oder auch Blaukorndünger scheiden damit aus. Spezielle Rasendünger sind gefragt. Am gängigsten sind Mehrnährstoffdünger. Die Nährstoffgehalte sind in den unterschiedlichen Düngern verschieden, wodurch sich auch eine unterschiedliche Aufwandmenge ergibt.

Die Ausbringung kann mit der Hand oder einem Streuwagen erfolgen. Man sollte aber auf eine möglichst gleichmäßige und exakte Verteilung achten. Die für die Fläche vorberechnete Düngermenge wird dazu in zwei Teile geteilt und in zwei Arbeitsgängen über Kreuz ausgebracht. Ansonsten drohen, wie auf dem Foto zu sehen, nicht zu übersehende "Fahrspuren".

nach obenFehler bei der Ausbringung mit dem Streuwagen

Wie oft gedüngt wird, hängt vom jeweiligen Dünger ab. Dünger mit schnell verfügbarem Stickstoff erzeugen sofort eine Wachstumswirkung, wobei viele kleine Einzelgaben die gleiche Wirkung wie ein Langzeitdünger erzielen können. In Abhängigkeit von Witterung und Standort kann eine Frühjahrsdüngung ab März bis Mitte April erfolgen. Diese Nährstoffe werden rasch verbraucht.

Eine zweite Gabe folgt im Frühsommer. Das reduziert möglichen Trockenheits- oder Hitzestress. Ende August erfolgt die dritte Gabe. Sie bildet das Nährstoffdepot in den Gräsern für den Winter.

Grundsätzlich gilt: Bei der einzelnen Gabe nicht zu viel Dünger verabreichen. Je mehr Einzelgaben der Gesamtnährstoffmenge auf das Jahr verteilt werden, desto niedriger ist der Wachstumsschub, der mit der Düngung zwangsläufig einhergeht. Ab Ende September sollten keine Gaben mehr erfolgen.

Neben der gleichmäßigen Verteilung ist bei diesen schnell wirksamen Düngern das Einregnen direkt nach der Ausbringung besonders wichtig. Verlässt man sich auf den natürlichen Niederschlag, der dann oftmals ausbleibt, kommt es in Verbindung mit einer starken Sonneneinstrahlung zu massiven Schäden an der Grasnarbe.

nach obenVerbrennungen durch zu viel Dünger ohne Einregnung

Mit dem Einsatz von Langzeitdüngern kann diese Gefahr ausgeschlossen werden. In diesen Düngern stecken die Nährstoffe nämlich in einer speziellen Harzhülle, aus der sie nur langsam ausdringen können. Sie geben kontinuierlich Nährstoffe über einen genau bestimmten Zeitraum ab; unabhängig von Temperatur oder Witterung. Langzeitdünger erlauben höhere Einzelgaben, ohne zu Verbrennungen der Gräser oder starken Wachstumsschüben zu führen. Die langsame Stickstofffreisetzung sorgt für kontinuierliches Graswachstum. Es muss also nur ein- bis zweimal gedüngt werden, da die Nährstoffversorgung für bis zu 180 Tage (je nach Produkt) gesichert ist.

Hält man sich – auch unter Berücksichtigung der Bodenuntersuchung – an die Empfehlungen der Hersteller, ist der Rasen über das ganze Jahr optimal versorgt und umweltgerecht ernährt. Die Nährstoffe werden restlos von den Pflanzen aufgenommen. Die Rasennarbe bleibt dicht und gesund. Die Gräser regenerieren sich nach jedem Schnitt und bleiben konkurrenzstark gegen Moos und Unkräuter.

Ihr Bundesgartenfachberater
Martin Breidbach
Bundesgartenfachberater des Landesverbandes Hessen e. V.

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Dünger, Düngung, Rasen, Rasendüngung, düngen

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