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Schädlinge

Juli 2003 Tierische Schädlinge verursachen bei den Pflanzen Gewebeverluste, sei es durch Saug-, sei es durch Fraßtätigkeit. Es kommt hier nicht auf die Größe des Tieres oder die seiner Mundwerkzeuge an. Die kleinsten Tierchen sind dabei meistens die gefährlichsten, weil sie sich bei günstigen Wetterverhältnissen, ungestört durch Nahrungsknappheit, natürliche Feinde oder den Gartenbesitzer oft in relativ kurzer Zeit zu Millionen vermehren können. Und darauf kommt es an. Der Verlust des Pflanzengewebes durch Fraß- oder Saugtätigkeit ist nicht der einzige, obwohl sicherlich der Hauptschaden. Durch Verletzungen trocknet die Pflanze aus. Die Wunden werden zu Eintrittspforten für die in früheren Folgen beschriebenen Krankheiten. Nachfolgend einige Tiergruppen, die im Garten schädlich werden können:


nach obenNagetiere

© Celaflor
Der bedeutendste Nager ist die Wühlmaus, auch Schermaus genannt. Die Wurzeln, selbst die dickeren, werden stark benagt oder abgefressen. Die jungen Bäume sterben plötzlich ab. Sie stehen locker im Boden und lassen sich leicht aus dem Boden herausziehen. Im Gemüsegarten können auch die Feldmäuse zu erheblichen Schäden führen. Die Bekämpfung ist mit Fallen, Giftködern oder durch Begasen möglich. Auch Hasen und Kaninchen können durch Benagen der Stämme, besonders bei jungen Bäumen, erhebliche Schäden verursachen. Durch einen Drahtzaun oder Drahtkörbe, in den die Bäume gepflanzt werden, können die Bäume am erfolgreichsten geschützt werden.

nach obenVögel

Die Vögel sind im allgemeinen nützliche Tiere, die aber während der Fruchtreife ihre Essgewohnheiten in Richtung Kirschen oder Beeren wechseln können. Auch gerade keimende Gemüsepflänzchen können durch Vögel "herausgepickt" werden. Durch Schutznetze oder Vogelscheuchen, vor allem aber durch die Anwesenheit von Menschen in gefährdeten Perioden kann am erfolgreichsten Abhilfe geschaffen werden.

nach obenSchnecken

Spanische Wegschnecken
© Metaldehyd
Spanische Wegschnecken
Besonders in feuchten Jahren werden die Erdbeeren, aber auch Gemüse- und Zierpflanzen durch verschiedene Schneckenarten geschädigt. In erster Linie, aber nicht nur, handelt es sich dabei um Nacktschnecken, die nachts ihren Loch- bis Kahlfraß ausüben. Silbern glänzende Schleimspuren erleichtern eine eindeutige Diagnose. Alle in Frage kommenden Schnecken sind zwar Zwitter, eine Begattung findet aber trotzdem statt. Die Eier werden in speziell dafür geschaffenen Höhlen in der Erde oder im Komposthaufen abgelegt. Harte Winter können praktisch nur die Eier überleben, weshalb im folgenden Frühjahr erst später mit einer starken Population zu rechnen ist. Da schwache Winter zusätzlich noch von alten und jungen Tieren überstanden werden können, ist danach eine sehr früh beginnende Schädigung zu erwarten. Die Schnecken haben viele natürliche Feinde, die in der Natur für ein Gleichgewicht sorgen. Um die Pflanzen aber vor größeren Schäden zu schützen, kann sich in feuchten Jahren die Anwendung von Schutzzäunen, Bierfallen oder sogar von zugelassenen chemischen Ködermitteln als notwendig erweisen.

nach obenNematoden

Nematoden sind 0,5 bis 1 mm (bei einzelnen Arten bis 14 mm) lange, dünne unsegmentierte Fadenwürmer. Sie leben aktiv nur im wässrigen Medium und bewegen sich durch Schlängeln fort. Die kleinsten Arten werden deshalb "Älchen" genannt. Aufgrund ihrer Saugtätigkeit an oder in der Pflanze und dem dabei ausgeschiedenen toxischen Speichel werden Schäden in Form von verschiedenen Missbildungen der Wurzel, Stängel oder Blätter (Blattälchen) verursacht. Manche, besonders wandernde Wurzelnematoden, können Viruskrankheiten übertragen.

Alle im Garten vorkommenden Nematoden vermehren sich durch Eiablage. Vor allem Eier in den Zysten, aber auch Larven und sogar Erwachsene können bei ungünstigen Verhältnissen und vor allem beim Fehlen der Wirtspflanze mehrere Jahre (bei Zysten 10 und mehr) im Boden überdauern. Weil die meisten Nematoden nicht nur auf eine Nutzpflanzenart angewiesen sind und sich auch an vielen Unkräutern weiter ernähren und entwickeln können, ist ihre Ausrottung durch die Beachtung der Fruchtfolge nur bei mehrjährigem und sehr konsequentem Vorgehen erreichbar. Sie können durch befallenes Pflanzenmaterial, verseuchte Erde, Kompost sowie durch Werkzeuge und Schuhe übertragen werden, was zu äußerster Vorsicht beim Umgang mit den Pflanzen zwingt, um die gefährlichen und widerstandsfähigen Schädlinge nicht in den Garten einzuschleppen und die evtl. vorhandenen Populationen einzudämmen bzw. sogar zu bekämpfen. Eine Kompostierung der befallenen Pflanzen (ohne vorheriges Dämpfen) wäre hier töricht. Die sogenannten "Feindpflanzen", wie z. B. Tagetes, wirken sich negativ nur auf einzelne Nematodenarten aus, bei anderen können sie neutral oder sogar Wirtspflanze sein. Vorbeugung ist bei diesem Schädling im Garten das allerbeste Prinzip. Chemische Bekämpfungsmaßnahmen stehen dem Freizeitgärtner in den nächsten Jahren sicherlich nicht zur Verfügung. Heißes Wasser für eine punktuelle Entseuchung der Befallsnester und dort, wo es technisch möglich ist, die Dämpfung der verseuchten Beete sind die radikalsten und vernünftigsten Möglichkeiten.

Den Milben und Insekten, die die bedeutendste Schädlingsgruppen darstellen, widmen wir die nächste Folge unserer Serie.

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Gartenspaß statt Schneckenfraß
Bild 2: Dieses Schadbild ist beispielhaft für die Fraßtätigkeit der Wühlmaus, in manchen Regionen auch Schermaus genannt.
Gefahr aus dem Untergrund
Hier der Fruchtkörper des Feuerschwammes, nur ein kleiner Teil des im Baum befindlichen Pilzes.
Wie und wo überwintern Schädlinge?

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Feldmaus, Griegels Pflanzenschutzschule, Hase, Kaninchen, Nacktschnecken, Nagetiere, Nematoden, Pflanzenschutz, Schermaus, Schnecken, Schädling, Vögel, Wühlmaus

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