Die
Quitte ist ein Rohdiamant unter den Obstarten. Wie bei Edelsteinen wird erst durch die Bearbeitung der Wert bzw. das edle Aroma erlebbar. Aus den gekochten Früchten lassen sich leckeres Kompott, edle Marmelade, Gelee, Saft, Likör oder auch Most herstellen.
Die bereits vor 4.000 Jahren in Babylon kultivierte Quitte fühlt sich auch bei uns wohl. Sie ist winterhart und bevorzugt sonnige Standorte in humusreichen nicht zu trockenen Böden. Quitten wachsen strauch- bis baumartig und bleiben eher niedrig. Sie sind weitgehend selbstfruchtbar. Dennoch führt das Pflanzen zweier Quittenbäume unterschiedlicher Sorten zu noch besseren Erträgen. Das Sortiment gliedert sich in die als etwas gehaltvoller geltenden birnenförmigen Sorten und in apfelförmige Sorten.
Die Früchte sind im Oktober pflückreif, wenn die hellgrüne Farbe in sattes Gelb umschlägt. Früchte, die am Baum voll ausreifen, enthalten wenig Pektin, aber mehr Aroma. Sie sind deshalb besonders zur Herstellung von Saft geeignet. Die Pflanzzeit beginnt im März. Die wichtigste Maßnahme zur
Gesunderhaltung unserer Obstgehölze ist der fachgerechte Rückschnitt. Ein luftiger Kronenaufbau bedingt schnelles Abtrocknen der Zweige, Blätter und Früchte. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass Pilzsporen, beispielsweise des Apfelschorfs oder der Monilia-Fruchtfäule, keimen und in die Pflanze eindringen können. Zum vorbeugenden Pflanzenschutz zählen auch das Entfernen erkrankter Pflanzenteile, wie durch Obstbaumkrebs entstandene Wucherungen, durch Birnenschorf verursachter Schorfgrind an Zweigen oder gekrümmte Triebspitzen als Folge von Mehltaubefall, und das Pflücken aller Fruchtmumien. Beim Rückschnitt junger Obstbäume genügt meistens das Abschneiden der Konkurrenztriebe und der nach innen wachsenden Zweige. Starke Triebbildung und geringer Ertrag sind häufig ein Hinweis auf zu starkes Schneiden. Um das Triebwachstum zu mindern und den Blütenansatz zu fördern, sollten die Langtriebe in die Waagerechte gebunden oder mittels Gewichte beschwert werden.
Benutzen Sie beim Baumschnitt scharfes Werkzeug, damit möglichst glatte Schnittflächen entstehen. Nach dem Sägen können die Wundränder zusätzlich mit einem Messer glatt geschnitten werden. Schutz gegen das Eindringen von Krankheitserregern gewähren Wundverschlussmittel. In einem naturnah bewirtschafteten Garten ist die so genannte Winter- oder Austriebsspritzung abträglich, weil die zugelassenen nicht selektiv wirkenden Pflanzenschutzmittel auch Nützlinge töten. Es ist effektiver, wenn wir Artenvielfalt fördern und sich dadurch ein natürliches Gleichgewicht einstellen kann. Wer dennoch die Winterspritzung durchführen möchte, sollte es nur tun, wenn im Vorjahr ein starker Befall von Spinnmilben, Schildläusen oder ähnlichen Schädlingen stattgefunden hat.
Beerenobststräucher können noch geschnitten werden. Um die Sträucher zu verjüngen, setzen wir die Ast- oder Baumschere möglichst dicht über dem Boden an. Alte, an der dunklen Rinde zu erkennende Äste, entfernen wir ganz. Auch die nach innen wachsenden oder nach außen tief zum Boden geneigten Zweige werden entfernt. Von den nachwachsenden Jungtrieben lassen wir nur die kräftigsten stehen. Für eine ergiebige Ernte genügen acht bis zehn Triebe je Strauch.
Die vorjährigen Ruten
herbsttragender Himbeeren werden so weit unten wie möglich abgeschnitten. Der nachwachsende Austrieb trägt dann im kommenden Herbst Früchte.
Allgemeines / BodenbearbeitungGärtnern liegt im Trend. Darüber herrscht in Zukunftsinstituten und beiMarktforschern weitgehend Einigkeit. EinMotiv für die verstärkte Hinwendung zum Garten ist neben dem wachsenden ökologischen Bewusstsein die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung. DieMöglichkeit, etwas selbst gestalten zu können, gibt vielenMenschen Freude und ein erfülltes Lebensgefühl. Gerade im Garten finden wir viele Gelegenheiten, die eigene Kreativität auszuprobieren.