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th

Blattfallkrankheit und Säulenrost termingerecht bekämpfen!



Februar 2000 Die Blattfallkrankheit befällt vornehmlich rot- und weißfrüchtige Johannisbeersorten. Schwarze Johannisbeer- und Stachelbeerkulturen werden seltener heimgesucht. Der Säulenrost befällt fast ausnahmslos Schwarze Johannisbeeren.

nach obenBlattfallkrankheit

Schadbild

Das Laub rollt sich nach oben ein und fällt ab. Die Pflanzen können ab August völlig kahl sein, so dass – wenn nichts geschieht – enorme Ernteeinbußen in den Folgejahren zu verbuchen sind.

Biologie

Der Pilz überwintert in kranken abgefallenen Blättern am Boden und infiziert durch seine Wintersporen das junge Laub. Die Sommersporen sorgen für eine Weiterverbreitung. Die Erkrankung ist bereits im Frühjahr auf den Blättern erkennbar. Im Mai findet man sowohl auf der Blattober- als auch auf der Blattunterseite kleine braune Tupfen; bei gehäuftem Auftreten zeigen sich zahlreiche runde Blattflecken. Widerstandsfähig sind die alten Sorten 'Heros', 'Rote Holländische' sowie 'Erstling aus Vierlanden'.

Bekämpfung

Wie oben betont, überwintert der Pilz im Fallaub, so dass hier der Hebel anzusetzen ist. Die Förderung der Regenwurmtätigkeit durch organische Düngung steht an erster Stelle. Ebenso sind jegliche Kupferspritzungen zu unterlassen, da sie regenwurmgiftig sind.

Kommt man hiermit nicht zurecht, helfen termingerechte Spritzungen mit nützlingsschonenden Mitteln. Ab Austrieb haben sich drei bis vier Behandlungen mit Euparen WG, nach Gebrauchsanweisung, bestens bewährt; sie sind im Zeitraum von Mai bis Juni durchzuführen.

nach obenSäulenrost

Säulenrost auf Schwarzer Johannisbeere. Hellgelbe bis orangefarbene Sporenlager auf der Blattunterseite.
Säulenrost auf Schwarzer Johannisbeere. Hellgelbe bis orangefarbene Sporenlager auf der Blattunterseite.

Schadbild

Das Schadbild zeigt sich an der Unterseite der Blätter vor allem von Schwarzen Johannisbeeren, die im Frühjahr mit hellgelben Pusteln besetzt sind.

Biologie

Bei der Krankheit handelt es sich um einen echten Rostpilz, der einen Wirtswechsel benötigt, d.h. er geht auf die Weymouthkiefer über und verursacht dort den Blasenrost. Im Sommer entwickeln sich auf der Blattunterseite viele winzige, goldbraune Zäpfchen. Bei starkem Befall erfolgt ein vorzeitiges Abstoßen des Laubes.

Die an den Johannisbeerpflanzen im Herbst vorkommenden Sporen keimen nur auf Weymouth- und Zirbelkiefer. Dort werden Anschwellungen der Stämme und Zweige verursacht, so dass die Rinde aufplatzt und schwefelgelbes Sporenpulver hervorbringt, das wiederum nur auf Schwarzen Johannisbeerkulturen auskeimt.

Bekämpfung

Mechanisch ist sie nur durch die Beseitigung das Zwischenwirtes möglich. Kommt diese rigorose Methode nicht in Betracht, bleibt nur die chemische Bekämpfung des Schadpilzes.

Zu empfehlen ist das nützlingsschonende Präparat Saprol-Neu nach Gebrauchsanweisung. Wichtig sind die richtigen Behandlungstermine:
1.) Sofort beim Auftreten der Krankheit (etwa Juni).
2.) Im Anschluss an die Ernte. Dabei vornehmlich die Blattunterseite bahandeln.

Pflanzen
Schadbild der Viruserkrankung: Brennesselblättrigkeit. Dieser Strauch trägt keine Früchte!
© May
Diese gefährliche Pilzkrankheit bevorzugt Rote sowie Schwarze Johannisbeersorten und auch Stachelbeeren. Zur Zeit der Beerenreife zeigen sich auf der Blattoberseite zahlreiche rundliche, unregelmäßige, ein bis drei Millimeter große Flecken, die von dunklen Höfen umgeben sind. Die verfärbten Blätter rollen sich nach oben ein und fallen vorzeitig ab, so dass die Beerensträucher schon im August völlig entlaubt dastehen.
Pflanzen
Im Gegensatz zu einem Baum treibt ein Strauch aus seinen Basalknospen stärker aus als mit den Spitzenknospen. Hier das Beispiel an der Hasel.
© von Soosten, Rolf
Versuchen wir uns einmal vorzustellen, wo wir in einer naturbelassenen Landschaft die Vorfahren unserer Obstgehölze finden würden. Sicher sind die lichtbedürftigen Kern- und Steinobstarten an den Waldrändern, Strauchbeeren im buschigen Gelände, die Nussarten in der freien Landschaft und Erdbeeren und die kleinen Sträucher Heidel- und Preiselbeeren dagegen im waldfreien Gelände zu finden. In ihrer Entwicklungsgeschichte haben sie einen Standort gefunden, der ihrem Habitus entspricht.
Pflanzen
Der Veredlungsknoten darf nicht in die Erde geraten.
© May
Es macht sich immer bezahlt, Obstgehölze im Herbst möglichst früh zu pflanzen, weil ihre Wurzeln dann bis Winterbeginn gut Verbindung mit der Erde aufnehmen. Als Ergebnis davon treiben sie im Frühjahr kräftig aus. Das ist wichtig, damit die Gehölze recht bald blühen und fruchten. Wer spät pflanzt, verschenkt unter Umständen ein Jahr.

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Schlagworte dieser Seite:

Blasenrost, Blattfallkrankheit, Johannisbeere, Stachelbeere, Säulenrost, Weymouthkiefer, Zirbelkiefer

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