Ein falscher Platz macht Rosen krank
Praktisch alle wichtigen Rosenkrankheiten werden von weniger zusagendem Standort entscheidend gefördert. Das gilt für den weit verbreiteten Echten Mehltau, für Sternrußtau, Rost und Grauschimmelbefall. Echter Mehltau breitet sich bei hohen Temperaturen über 20 Grad, gekoppelt mit hoher Luftfeuchtigkeit rasant aus. Wenn Rosen zu dicht stehen, wenn sie durch andere Pflanzen, häufig Gehölze, beengt werden, wenn der Garten insgesamt vollgestopft ist mit Pflanzen, besteht erhöhte Gefahr. In dieser Hinsicht sollten sich Gartenbesitzer immer wieder mal selbst fragen, ob der Garten im Laufe der Zeit nicht so zugewachsen ist, dass dringend wieder Luft geschaffen werden muss. Das wäre eine Wohltat für alle dort wachsenden Pflanzen, nicht nur für Rosen. Schon allein mit der Änderung der Umweltverhältnisse lässt sich bei Rosen viel erreichen, selbstverständlich auch mit der Wahl widerstandsfähiger Sorten.
Sternrußtau befällt bevorzugt Rosen auf wasserhaltigen, schweren Böden über undurchlässigem Untergrund, die möglicherweise zusätzlich in eine niederschlagsreiche Periode kommen und deren Blätter ständig feucht sind.
Ähnliches gilt für
Rost. Der Grauschimmelpilz fühlt sich in geschlossener, feuchter Lage besonders wohl. Mitunter schafft keine einzige Knospe das Aufblühen. Das betrifft vor allem Rosen im Tropfenfall von benachbarten Gehölzen. Wer in einer ständig mehr oder weniger feuchten Gegend wohnt, muss noch mehr als andere darauf achten, dass die Pflanzen frei, sonnig und offen stehen.
Vorbeugemaßnahme Eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme gegen Krankheitsbefall besteht darin, im Herbst alle abfallenden Blätter sorgfältig zu sammeln und so zu entsorgen, dass sie als Ansteckungsquelle ausscheiden. Bei erhöhter Befallsgefahr empfiehlt sich nach kräftigem Rückschnitt bereits im Herbst oder im Nachwinter/Vorfrühling vor Knospenschwellen eine Spritzung mit einem Kupfermittel. Ausreichende Versorgung des Bodens mit Kali erhöht die Widerstandskraft der Pflanzen, wogegen hohe einseitige Stickstoffgaben die Anfälligkeit verstärken.
Tierische Widersacher Von Tieren schaden Rosen vor allem Blattläuse, Rosenzikaden und Schildläuse. Im Herbst legen befruchtete Blattlausweibchen Eier an die Rosentriebe. Aus diesen überwinternden Eiern schlüpfen im Frühjahr junge Blattläuse, denen im Laufe der Vegetationszeit mehrere Generationen folgen. Rosenzikaden sind beweglicher als Blattläuse. Besonders die erwachsenen, geflügelten Tiere sind nicht so träge wie jene. Sie fliegen bei der leisesten Berührung der Pflanze auf. Daran kann man sie leicht erkennen. Schildläuse finden sich bevorzugt an stark verholzten Trieben von Kletterrosen und Strauchrosen, braune, runde Schilder von Napfschildläusen und dunkelbraune, kommaförmige der Kommaschildlaus. Unter den Schildern überwintern Eier und Larven. An heißen, trockenen Plätzen machen sich mitunter Spinnmilben breit.
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Alle diese tierischen Schädlinge suchen wie Krankheitserreger eher durch irgendwelche Umstände geschwächte Pflanzen heim als solche, die von Grund auf gesund allen Angriffen erheblichen Widerstand entgegensetzen. Darum prüfe man immer zunächst, ob nicht die Umweltverhältnisse verbesserungsbedürftig sind und spritze erst dann, wenn alle Möglichkeiten in dieser Richtung ausgeschöpft sind, mit Mitteln, die der Fachhandel zur Bekämpfung tierischer Schädlinge anbietet. Geheimnisvolle, wuschelige Verdickungen an den Trieben sind das Werk von
Rosengallwespen und vergleichsweise harmlose Beeinträchtigungen. Einfach abschneiden und verbrennen!
Ilse Jaehner
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