Was sich Rosen wünschen
Häufig ergibt es sich, dass die eine oder andere bereits etwas ältere Rose nicht mehr so gut blüht und treibt wie anfangs, ohne dass tierische Schädlinge oder Krankheitsbefall festzustellen wären.
Rosen nicht nach Rosen pflanzen Im nächsten Jahr mehren sich die Anzeichen, dass mit dieser Rose etwas nicht stimmt: schwache Triebe, kleine Blätter, gelb verfärbte Blätter, wenig Blüten. Die Pflanze wirkt regelrecht müde. Diese so genannte Bodenmüdigkeit hat verschiedene Ursachen. Rosen scheiden wie alle Pflanzen Abbauprodukte ihres eigenen Stoffwechsels aus. Diese gelangen in den Boden, halten sich dort eine Weile, nehmen zu. Geht das über Jahre, wie ohne weiteres möglich bei langlebigen Pflanzen wie Rosen, steht die betreffende Pflanze gewissermaüen in ihrem eigenen Mist. Das bekommt ihr schlecht, sie kümmert und geht schließlich ein.
Eine andere Ursache für Bodenmüdigkeit sind winzig kleine Fadenwürmer, Älchen oder Nematoden, die an oder in den Wurzeln leben, Pflanzensaft saugen und so die Rosen schwächen. Mit bloßem Auge sind sie nicht erkennbar. Verdächtig wirken jedoch befallene Wurzeln, die unregelmäßige Verdickungen oder auch Knoten haben, dagegen praktisch keine Faserwurzeln mehr. Es scheint, als ob diese ülchen sich in mit Abfallprodukten angereicherter Erde besonders wohl fühlen und entsprechend aggressiv vorgehen.
Aus dem Geschilderten ergeben sich zwei Dinge: 1. können auch stehende Rosen ermüden, 2. dürfen auf keinen Fall Rosen nach Rosen gepflanzt werden, es sei denn, die Erde wird mindestens zwei Spatenstich tief und 50 cm im Quadrat gegen einwandfreie, frische Erde ausgewechselt. Nach neueren Erkenntnissen wirken Studentenblumen (Tagetes) Nematodenbefall und damit Bodenmüdigkeit entgegen. Es empfiehlt sich daher, öfter zwischen Rosen diese schönen Sommerblumen zu pflanzen.
| Der richtige Schnitt ist gar nicht so schwer |
Einmaleins der Pflege Sie umfasst Schnitt, Düngung, Winterschutz. Der Schnitt scheint manchem Gartenbesitzer zunächst ein Buch mit sieben Siegeln. Ist er aber nicht, wenn man beachtet: 1. der Schnitt richtet sich vorrangig nach der Wuchskraft der betreffenden Pflanze. Starke Triebe schneidet man weniger stark zurück als schwache, denn letztere werden durch starken Rückschnitt zu kräftigem Durchtrieb angeregt. Bei Strauch-, Park-, Wild- und Kletterrosen entfernt man jährlich einige der ältesten Triebe ganz, so dass Platz wird für junge. Der Schnitt erfolgt vor dem Winter oder im Nachwinter bis zum Zeitpunkt des Knospenschwellens. Letzteres empfiehlt sich vor allem in Gegenden mit strengeren Wintern, damit man übersehen kann, welche Triebe wie weit zurückgefroren sind. Im Sommer sollte vor allem bei Edel- und Beetrosen alles Verblühende entfernt werden, damit unverzüglich neue Blütenknospen entstehen. Man schneidet dabei mindestens auf das erste voll entwickelte Blatt unterhalb der verblühten Blüte oder des verblühten Blütenstandes zurück. Unbedingt zu entfernen sind Wildtriebe aus der Veredlungsunterlage, kenntlich am 7fiedrigen Blatt im Gegensatz zum 5fiedrigen der Edelsorte. Nicht über dem Boden abschneiden, sondern bis zur Entstehungsstelle an den Wurzeln freilegen und dort abreißen.
Rosen brauchen verhältnismäßig viel Nährstoffe. Man düngt das erste Mal im Nachwinter vor Austrieb, das letzte Mal spätestens Ende Juni/Anfang Juli. Danach unterbleibt Düngung, damit die Pflanzen rechtzeitig mit dem Trieb abschließen. Andernfalls gehen sie mit noch weichen Trieben in den Winter und sind dadurch frostgefährdet. Nur Kali kann eventuell noch einmal im Herbst zur Stärkung der allgemeinen Widerstandskraft verabreicht werden. Als Dünger eignet sich jeder übliche Volldünger. Man braucht nicht unbedingt einen Spezialdünger.
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Winterschutz dient vorrangig dem Schutz der Veredlungsstelle am Wurzelhals beziehungsweise bei Stammrosen am Kronenansatz. Buschrosen häufelt man mindestens handhoch an, wobei darauf zu achten ist, dass beim Anhäufeln nicht zuviel Erde aus dem Wurzelbereich genommen wird, weil dann die Wurzeln nicht mehr ausreichend geschützt sind. In solchem Fall müssten die Häufelfurche mit kompostiertem Mist oder Kompost aufgefüllt werden. Locker übergelegte Fichtenzweige schützen die Triebe bei Kahlfrost vor den schädlichen Strahlen der Wintersonne und dem damit verbundenen gefährlichen wiederholten Gefrieren und Wiederauftauen. Stammrosen werden entweder vorsichtig über die natürliche Biegung am Wurzelhals hinweg zu Erde gebogen und dort entsprechend geschützt, oder man ummantelt Krone sowie Stamm der aufrecht stehenden Pflanze mit Heidekraut, trockenem Farnkraut und Fichtenzweigen. Keine Folientüten überstülpen, weil sich darin Fäulnis bilden könnte.
I.J.
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