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Wildrosen - ursprüngliche Schönheit


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Kartoffelrose, Rosa rugosa "Monte Rosa".

Rosen begegnen uns im Garten in vielerlei Gestalt. Bei der Fülle der Sorten von Edelrosen, Beetrosen, Kletterrosen und Strauchrosen kommen zweifellos Wildrosen etwas kurz. Nur wenige Gartenbesitzer wissen mit dem Begriff überhaupt etwas anzufangen. Wie könnten sie auch, da sie keine rechte Vorstellung von diesen Rosen haben!

Wildrosen sind ursprüngliche Rosen, die keinerlei oder kaum züchterische Bearbeitung erfuhren, sondern so sind, wie Gott sie schuf, um es ein wenig salopp auszudrücken. Trotzdem verdienen sie mehr als bisher Beachtung, denn diese ihre Ursprünglichkeit macht eben im Vergleich zu den züchterisch bearbeiteten Rosen ihren besonderen Reiz aus. Der zweite wesentliche Unterschied zu den anderen Rosen besteht darin, dass sie wurzelecht sind, während jene ja meist als Veredlungen auf fremden Unterlagenwurzeln stehen.

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Kartoffelrose,
Rosa rugosa.

Wildrosen blühen im allgemeinen nur einmal zur Hauptblütezeit von Rosen im Juni/Juli. Hin und wieder entwickeln sich einige Nachblüten, aber diese fallen nicht wesentlich ins Gewicht. Aus den von Insekten bestäubten Blüten entstehen nachfolgend Früchte, die bei Rosen prinzipiell Hagebutten heißen. Sie erscheinen oft in großer Zahl und schmücken die Sträucher im Spätsommer und Herbst, mitunter bis in den Winter hinein. Der Fruchtschmuck ergänzt den Blütenschmuck aufs Vortrefflichste.

Eine Repräsentation von Wildrosen Bevor auf die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten eingegangen werden soll, seien einige der wichtigsten Wildrosen vorgestellt, zuerst die Hundsrose (Rosa canina), die in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist. Ihre Ansprüche sind gering, und sie verträgt strengsten Rückschnitt. Der Strauch wird gut 2 m hoch mit straff aufrecht wachsenden Grundtrieben, deren Seitentriebe bogig überhängen, so dass er auch ziemlich in die Breite geht, während der Ausdehnungsdrang durch Wurzelausläufer begrenzt ist. Hauptblütezeit ist im Juni für mehrere Wochen. Den hellrosa, einfachen Blüten folgen orangerote Hagebutten, die sich erfreulich lange an den Trieben halten. Im Schwäbischen wird aus ihnen sogenanntes Hägemark hergestellt. Man kann dem nacheifern, doch die verhältnismäßig kleinen Hagebutten von Hundsrosen machen dies zu einem ziemlich mühsamen Unterfangen. Fleischige, größere von anderen Rosenarten eignen sich daher besser für diesen Zweck. Abgesehen davon ist die Hundsrose eine der bedeutendsten heimischen Heilpflanzen. Wer täglich Hagebuttentee aus Samenkörnern oder ganzen Früchten trinkt, tut nachhaltig etwas für die Gesundheit. Der Tee wirkt harntreibend sowie blutreinigend und enthält viel Vitamin C. Übrigens gibt es von Hundsrosen mehrere kaum bedornte oder ganz dornenfreie Auslesen, die in den Baumschulen als Unterlagen dienen, wie die Canina-Hybride ‘Kiese’, die natürlich im Umgang einiges angenehmer ist als stark bedornte Pflanzen.

Eine Rose mit blauen Blättern Die Hechtrose heißt botanisch Rosa glauca wegen ihres nicht alltäglichen, bläulich-purpurn bereiften Laubes. Im Juni bringt der Strauch für 3 bis 5 Wochen büschelig zusammensitzende, karminrosa Blüten mit weiß aufgehellter Mitte hervor. Die Hechtrose blüht nicht ganz so reich wie manch andere Wildrose, wirkt dafür aber um so mehr durch die tatsächlich ausgefallene Laubfärbung. Den Blüten folgen verhältnismäßig kleine, runde, leuchtendrote Hagebutten, die bis Oktober halten. Der Strauch wird über 2 m hoch und braucht volle Sonne sowie durchlässigen Boden.

Heimat EuropaWeitere europäische Wildrosenarten sind Zimtrose (Rosa pendulina), Schottische Zaunrose (Rosa rubiginosa), Apfelrose (Rosa villosa), alle relativ anspruchslos, anpassungsfähig, pflegeleicht und gesund. Ab und an wird durch Entfernen der ältesten Triebe zwischen Herbst und Nachwinter ausgelichtet und verjüngt. Sollte es nötig sein, kann auch komplett stärker zurückgeschnitten werden.

Heimat Asien: Kartoffelrose Aus dem ausländischen Repertoire ist wohl die Kartoffelrose (Rosa rugosa) am bekanntesten. Dünenbefestigungen an der Nordseeküste und Straßenbegleitgrün ohne Kartoffelrosen kann man sich kaum noch vorstellen, obwohl diese Wildrose nicht bei uns heimisch ist. Sie stammt aus gemäßigten, nördlichen Teilen Ostasiens. Strenge Verfechter der Theorie, dass in den Gärten nur einheimische Gewächse was zu suchen hätten, forderten vor einiger Zeit sogar, diese Rose ganz aus ihnen zu verbannen. Aber die Zugereiste ist schon längst Staatsbürgerin und Ausweisung bei soviel Schönheit und Nutzen nicht sinnvoll. Außerdem wurden aus dieser Wildrose inzwischen durch Auslese einige schöne Sorten gewonnen. Solche Pflanzen blühen mit enorm großen, mehr oder weniger gefüllten Blüten, die voll aufgeblüht dennoch Staubgefäße und Stempel freigeben. Die so überaus nützlichen Schwebfliegen und Bienen, außerdem Hummeln stellen sich prompt auffallend zahlreich ein. Die Blüten erscheinen in erfreulicher Vielzahl ab Ende Mai/Anfang Juni mit Nachblühern bis Herbst. Ihnen folgen dicke, fleischige, rote Hagebutten, die sich gut in der Küche verwerten lassen. Blütenfarben sind Rot, Rosa und Weiß. Ilse Jaehner



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