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Autor:
Stein, Dagmar

Mit Fruchtwechsel zu mehr Erfolg im Gemüsegarten



Fruchtfolgeplan
© Stein, Dagmar
Fruchtfolgeplan
Februar 2013 Wer viel Gemüse von seinen Beeten ernten möchte, kommt um eine durchdachte Planung nicht herum. Ein stetiger Wechsel der Beetpflanzung zahlt sich aus − die Nährstoffe werden optimal genutzt, der Boden bleibt gesünder und die Ernte fällt üppiger aus.

Wer auf seinem Beet immer das Gleiche anbaut, riskiert einseitigen Nährstoffentzug, Pflanzen, die sich an den eigenen Ausscheidungen vergiften oder Krankheiten und Schädlinge, die sich anhäufen − Bodenmüdigkeit tritt ein. Dabei kommt es vor allem auf die Familienzugehörigkeit an, die nicht nur Gemüse, sondern auch Blumen und Gehölze umfasst. So zählen zu den Kreuzblütlern nicht nur Kohlgewächse, Kräuter wie Kresse und Löffelkraut, Gründünger wie Raps und Senf, sondern auch bekannte Gartenblumen wie Goldlack, Duftsteinrich, Levkoje und Judaspfennig. Zu den Gänsefußgewächsen gehören Spinat, Mangold, Rote Rüben, Melde und Futterrüben, zu den Doldenblütlern Möhren, Sellerie, Petersilie, Dill, Kerbel, Pastinaken, Koriander und Liebstöckel und zu den durch Nematoden gefährdeten Rosengewächsen Erdbeeren, Stauden wie Fingerkraut und Frauenmantel, außerdem Ziergehölze wie Rosen und viele Obstgehölze wie Aprikosen, Pfirsiche, Äpfel, Birnen, Kirschen, Quitten und Himbeeren, nicht aber Heidelbeeren, Johannis- und Stachelbeeren.

Sehr wichtig ist es, auf diese Zusammenhänge zu achten, damit im Boden ansässige Erreger, wie beispielsweise die der Kohlhernie, nicht immer wieder neue Zwischenwirte finden. Abhilfe schafft neben der bewussten Planung auch Gründüngung, die diesen Zyklus durchbricht. Wertvoll ist insbesondere der blau blühende Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) aus Nordamerika, der mit keiner der hiesigen Nutzpflanzen verwandt ist.

nach obenFruchtwechsel im 4-Jahresrhythmus

Den idealen Rhythmus von 6 bis 7 Jahren, der auch bodenbürtige Pilzkrankheiten aushungert, kann man auf den Beeten im kleinen Garten jedoch selten durchhalten. Besser ist es daher, sich am Prinzip der im Bioanbau bewährten Vierfelderwirtschaft zu orientieren, bei dem die Gemüse nach ihrem Nährstoffgehalt gruppiert werden.

Düngung (Gründüngung, Mist oder organische Dünger, Anbau nährstoffsammelnder Leguminosen) im 1. Jahr.

Starkzehrer im 2. Jahr (Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf auf der im Vorjahr gedüngten Parzelle).

Mittelzehrer im 3. Jahr (Gemüse mit mittlerem Nährstoffbedarf).

Schwachzehrer im 4. Jahr (Gemüse mit niedrigem Nährstoffbedarf).

Anschließend beginnt der auch in unserem Modell gezeigte Rhythmus von neuem.

Dauergemüse wie Rhabarber, Spargel oder Meerrettich, die über viele Jahre an derselben Stelle wachsen, passen nicht in dieses Schema und sollten gesondert gepflanzt werden.

  • Fruchtfolge im Frühjahr | © Stein, Dagmar
  • Fruchtfolge im Sommer | © Stein, Dagmar
  • Fruchtfolge im Herbst | © Stein, Dagmar

nach obenEin Anbauplan hilft

Wie ein solcher Fruchtwechsel im Vierjahresturnus abläuft, haben wir in der Praxis ausprobiert. Die Zeichnung zeigt den Pflanzplan mit Abständen und Reihen für jeweils 1 m². Wenn Ihre Beete größer sind, verlängern Sie einfach die Reihen. Das Sä- und Pflanzschema verschiebt sich von links nach rechts nach jeweils einem Jahr auf die nächste Parzelle und beginnt dann von Neuem.

nach oben1. Jahr: Gründüngung

Organischer Dünger, Lupinen oder Kleearten reichern den Boden mit Humus und natürlichem Stickstoff aus der Luft an. Damit dies Effekt hat, werden die Rückstände samt Wurzeln nicht entfernt, sondern immer wieder eingearbeitet.

nach oben2. Jahr: Starkzehrer

Im nächsten Jahr folgen Starkzehrer auf dieser mit Nährstoffen angereicherten Parzelle. Kohlrabi und Brokkoli in Mischkultur mit Rettich, Kohl und Spinat folgen im nächsten Frühjahr. Noch während der Ernte können Sie vorkultivierte Ballenpflanzen von Tomaten und Zucchini dazwischen pflanzen. Im Herbst bringen Endivien, Chinakohl und Lauch weitere Ernten.

nach oben3. Jahr: Mittelzehrer

Das Beet brachte im Frühjahr reiche Ernten von Radieschen und Schnittsalat. Anschließend wachsen darauf Karotten, schmackhafte Stangenbohnen und leckerer Zuckermais. Die Schwarzwurzeln kann man im Spätherbst und über den Winter ernten.

nach oben4. Jahr: Schwachzehrer

Petersilie und Salatrauke kann man rund ums Jahr ernten, ebenso den schnellen Lückenfüller Schnittsalat. Mark- und Zuckererbsen bringen viel Ertrag und auch etwas Stickstoff in den Boden. Im Herbst folgen Winterrettiche, Endivien und Feldsalat, der ab Herbst bis zum Frühjahr abgeerntet werden kann.

Das Modell können Sie nach eigenem Geschmack variieren, entweder nach Bauerngarten-Art in Kreuzform anlegen oder im Stadtgarten vor einem Rankgerüst mit blühenden Kletterpflanzen säen oder pflanzen. Wenn Sie eine niedrige Reihe Buchs davor setzen und mitten ins Beet mit Hochstämmen von Johannisbeeren oder Stachelbeeren eine zweite Ebene einziehen, nutzen Sie selbst kleinste Flächen optimal. Obendrein sieht Ihr Garten gefällig aus.

nach obenGemüseernten von 1 m2

GemüseErtrag
Buschbohnen1,2-1,8 kg
Stangenbohnen2,3-3,5 kg
Erbsen0,7-0,9 kg
Gurken2,0-3,5 kg
Gewächshausgurken / Pflanze15-30 Stück
Möhren4,0-6,0 kg
Paprika von 4-5 Pflanzen2,5-4,0 kg
Rettiche10-14 Stück
Rote Bete4-5 kg
Sellerie4-6 kg
Tomaten von 3 Pflanzen7-10 kg
Kopfsalat12-16 Stück
Eissalat9-12 Stück
Zucchini von 2 Pflanzen10 − 40 Stück
Zwiebeln3 − 4 kg

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Pflanzen
Bohnenfliegenbefall
© Stein, Dagmar
Gemüse, die richtig gepflegt, ernährt und gewässert sind, auf humosem, durchlässigem Boden stehen und genügend Licht genießen, leiden selten unter Krankheiten. Sie werden erst dann von Schädlingen angegriffen, wenn sie Anzeichen von Schwäche zeigen.
Gartenjahr
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) ist eine vielseitige Gartenpflanze. Das Grün und die Blüten geben vielen Speisen eine pikante Note. Die Blüten sind außerdem eine Zierde im Garten, als Schnittblume lange haltbar und für Insekten eine ergiebige Nahrungsquelle.
© Roth, Wolfgang
Die Schafskälte in der Mitte des Monats ist ein häufig auftretendes Wetter­phänomen und kann empfindliche Pflanzen schädigen. Deshalb sollte zu deren Schutz Gemüsevlies bereit ­liegen.
Gartenjahr
Der Raue Sonnenhut (Rudbeckia hirta) besticht mit Duft und attraktivem Aussehen. Diese pflegeleichte Pflanze passt gut in Bauerngärten, ist ein Blickfang auf jedem Blumenbeet und haltbar als Schnittblume.
© Wolfgang Roth
Im Oktober verfärbt sich das Laub und gibt dem Garten ein neues Gewand. Die kürzer werdenden Tage künden den Wechsel der Jahreszeit an. Aber noch gilt es, die schönen Stunden bei mildem Sonnenlicht im Garten zu genießen.

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1
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29. Juli 2014

Gartenfreund

Hallo das ist ja ein super plan danke. ziehen sie die pflanzen vor? lg

2
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5. Juni 2015

Daniela

Hallo,
ist die Pfeilrichtung im obersten Bild nicht falsch rum? Müsste es nicht von der Gründüngung zu den Starkzehrern zeigen?

3
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8. September 2015

Gartenfreundin

Echt sehr gute und vorallem infomative und übersichtlich gestaltete Seite. Prima! Weiter so!

4
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15. Dezember 2015

Mo Mo

Daniela hat Recht: Der Pfeil geht in die falsche Richtung. Nach der Grüdüngung kommen die Starkzehrer zum Zug u.s. f...

5
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14. Januar 2016

Gemüse

Die Pfeile stimmen schon, die Starkzehrer wandern den Pfeilen nach auf das Feld der Gründüngung ect.
Ist wohl eine Frage der Betrachtung... :-)


Schlagworte dieser Seite:

4-Jahresrhythmus, Beetpflanzung, Bodenmüdigkeit, Ernte, Fruchtfolgeplan, Fruchtwechsel, Gemüse, Gründünger, Gänsefußgewächse, Krankheit, Kreuzblütler, Nährstoffentzug, Pilzkrankheit, Planung, Schädling, Zyklus

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