Bereits im Januar können wir wirkungsvoll für eine
gesunde Obsternte vorsorgen:
Der Pflegeschnitt an Sträuchern und Baumkronen ist eine wesentliche Voraussetzung für gesunde Gehölze. Optimal ausgelichtetes Astwerk trocknet schnell ab und verringert die Gefahr von Pilzinfektionen, die immer an Feuchtigkeit gebunden sind. Der Rückschnitt regt ferner die Bildung junger, widerstandsfähiger Zweige an und fördert das Wachstum von Fruchtholz.
Gefährliche Infektionsquellen sind Fruchtmumien und kranke Zweige, die selbstverständlich entfernt werden müssen. Erkrankungen sind beispielsweise Wucherungen, die durch Obstbaumkrebs oder Blutläuse entstehen. Eingetrocknete Zweigspitzen weisen unter anderem auf den Befall durch Amerikanischen Stachelbeermehltau oder MoniliaSpitzendürre hin. Apfelund Birnenschorf lassen an den Triebspitzen die Rinde schorfig aufplatzen.
Viele Schaderreger überwintern auf den abgefallenen Laubblättern. Deshalb sollte Falllaub unter den Bäumen mit dem Erwachen des Frühlings verschwinden.
Die
Kräuselkrankheit an Pfirsich, Aprikosenund Nektarinenbäumen, verursacht durch den Pilz Taphrina deformans, kann großen Schaden anrichten. Die Infektion beginnt beim Anschwellen der Blattknospen. Das kann bereits im Januar geschehen, wenn die Temperaturen zehn Grad erreichen. Für den Einsatz im Hausgarten ist derzeit kein Pflanzenschutzmittel zugelassen. Eine gewisse Wirkung wird durch die Anwendung von Pflanzenstärkungsmitteln wie "NeudoVital ObstPilzschutz" von Neudorff erreicht. Eine luftige Baumkrone, die richtige Sortenwahl und das Entfernen erkrankter Blätter sind wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Kräuselkrankheit.
Wer seinem Apfelbaum eine weitere Apfelsorte hinzufügen möchte, sollte jetzt die Vorbereitungen treffen. Eine gängige Veredlungsmethode ist das
Rindenpfropfen, das aber erst Ende April oder Anfang Mai durchgeführt werden kann. In der Winterruhe bereiten wir die Umveredlung vor. Dazu schneiden wir einige bleistiftdicke Jahrestriebe vom Apfelbaum unserer Wunschsorte und lagern sie in feuchten Sand eingebettet an einem kühlen, schattigen Ort. Diese "Edelreiser" müssen zum Zeitpunkt der Veredlung frisch und noch in Winterruhe sein.
An dem zu veredelnden Baum wählen wir einen oder mehrere Äste für das spätere Pfropfen aus und sägen sie auf einen bis eineinhalb Meter Länge ab. Die Schnittstelle sollte einen Durchmesser von zehn Zentimetern nicht wesentlich überschreiten. Zum Zeitpunkt des Veredelns werden diese Äste nochmals um etwa zwanzig Zentimeter gekürzt, um frische, nicht angetrocknete Rinde für das Einbetten der Edelreiser verfügbar zu haben. An den ausgewählten Ästen entfernen wir jetzt alle Seitenäste bis auf einen, den so genannten "Zugast". Dieser wird im Frühjahr und Sommer den erforderlichen Saftstrom aufrecht halten, und sollte daher dicht an der zukünftigen Veredlungsstelle sitzen. Anschließend werden alle Wunden mit einem Wundverschlussmittel verstrichen.
Allgemeines / BodenbearbeitungJetzt im Winter ist es kaum vorstellbar, dass wir durch die Klimaerwärmung in neunzig Jahren im Süden und Osten Deutschlands unter Dürre leiden und Tagestemperaturen von fast fünfzig Grad erreichen können. Das sagt der Kieler Klimaforscher Mojib Latif voraus, wenn die Erwärmung um vier bis fünf Grad bis zum Jahr 2100, wie vom UNKlimarat als möglich vorhergesagt wird, einträfe. Was wird dann in unseren Gärten wachsen?