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Jaehner, Ilse

Lieblingsblume Usambaraveilchen



Aus dem ursprünglich lockeren Wuchs mit wenig Blüten wurden stattliche Exemplare.
© Jaehner, Ilse
Aus dem ursprünglich lockeren Wuchs mit wenig Blüten wurden stattliche Exemplare.
Februar 2012 In deutschen Wohnungen ist das Usambaraveilchen seit Jahrzehnten heimisch. Ursprünglich jedoch kommt die beliebte Zimmerpflanze nicht aus unseren Breiten, sondern ist eine waschechte Afrikanerin.

Wildwachsende Usambaraveilchen finden sich in Ostafrika, hauptsächlich im Tanganjika-Gebiet. Ihr Entdecker war um die Wende zum 20. Jahrhundert Walter von Saint-Paul-Illaire, seinerzeit in Deutsch-Ostafrika Bezirkshauptmann von Usambara. Das erklärt den deutschen Namen Usambaraveilchen und den botanischen Saintpaulia mit dem angehängten Artnamen ionantha, der für violett- oder veilchenblühend steht.

Die Art kommt hauptsächlich in waldreichen Gegenden der warm-feuchten Küstenregion des heutigen Tansanias vor. Alle anderen wilden Arten stammen ebenfalls aus diesem Gebiet. Es bleibt zu erwähnen, dass Usambaraveilchen nichts mit unseren blauen Frühlingsveilchen zu tun haben. Diese gehören zur selbstständigen Pflanzenfamilie der Violaceen, also der Veilchengewächse, während Usambaraveilchen Gesneriengewächse sind, benannt nach dem Züricher Arzt und Botaniker Konrad Gesner (1516 bis 1565).

Maßgeblich beteiligt am Zustandekommen heutiger Züchtungen war neben ionantha die Art Saintpaulia confusa, das verkannte Saintpaulia. Diese etwas merkwürdige Bezeichnung erhielt die Pflanze, weil es anfangs ein ziemliches Durcheinander mit Namen und Zuordnungen gab.

Usambaraveilchen wie wir sie heute als Zimmerpflanzen kennen, haben wenig Ähnlichkeit mit ihren wilden Vorfahren. Im Laufe vieler Jahrzehnte und mit großem Züchtereifer wurden aus Pflanzen mit lockerem Wuchs und wenig Blüten stattliche Exemplare mit vielen Blüten und langem Flor. Heute schätzt man an Usambaraveilchen besonders die so genannte Biedermeierform: Ein gleichmäßiger Kranz aus Blättern umgibt den Blütentuff in der Mitte – ganz wie bei einem Biedermeiersträußchen. Ihre Herkunft haben Usambaraveilchen trotzdem nicht ganz vergessen, dies schlägt sich vor allem nieder in bestimmten Anforderungen an Standort und Pflege.

Usambara Wildpflanze
© Jaehner, Ilse
Usambara Wildpflanze

nach obenPflegetipps

Usambaraveilchen sind ursprünglich Waldpflanzen. Sie brauchen deswegen Schutz vor direkter Sonne, besonders an Südfenstern. Die Pflanzen stehen richtig, wenn der Schatten einer übergelegten Hand gerade noch zu sehen ist. Dennoch lieben es Usambaraveilchen mollig warm. Selbst im Winter sollte die Temperatur nicht unter 20 °C betragen.

Außerdem benötigen die Pflanzen eine hohe Luftfeuchtigkeit und gleichmäßige Feuchtigkeit im Wurzelbereich. Bei guter Zimmertemperatur sollte man das humose, lockere, warme Substrat im Gefäß ständig ausreichend feucht halten. Usambaraveilchen vertragen weder stauende Nässe noch länger anhaltende Trockenheit. Daher ist ein guter Abzug des überschüssigen Wassers nach dem Gießen wichtig. Man kann sowohl von oben wie von unten gießen, beim Gießen von oben jedoch darf die Pflanze selbst nicht nass werden. Wer in Untersetzer oder Übertöpfe gießt, muss überschüssiges Wasser nach längstens einer Stunde wegschütten. Und nur zimmer-oder luftwarmes, weiches Wasser verwenden!

Zum Düngen nimmt man am besten einen flüssigen Volldünger in schwacher, das heißt 1-prozentiger Konzentration und verabreicht ihn von Frühjahr bis Herbst wöchentlich, im Winter alle 14 Tage. Wahlweise kann nach einer Hauptblüte eine kurze Ruhezeit mit geringeren Wassergaben und Düngestopp eingeschoben werden, damit sich die Pflanze etwas erholt.

nach obenZeichen für Pflegefehler

Bilden sich auf den Blattspreiten hellgelbe, meist scharf begrenzte, unregelmäßig runde oder längliche Flecke, geschlängelte oder parallel laufende Linien oder ringförmige Zeichnungen und Figuren, reißt die Oberhaupt an diesen Stellen auf, verkorkt und entstehen braune, etwas eingesunkene, rissige Stellen, kann die Pflanze krank sein, ist es jedoch nicht immer. Manchmal stand sie einfach zu sonnig und wurde eventuell zusätzlich in erhitztem Zustand über die Blätter gegossen. Exemplare, die klein bleiben und harte, helle Blätter haben, stehen gewöhnlich zu hell.

Nicht nur die Blütenfärbung, auch die der Blätter ist facettenreich.
© Jaehner, Ilse
Nicht nur die Blütenfärbung, auch die der Blätter ist facettenreich.

nach obenVermehrung durch Teilung

Gut gepflegte Exemplare bilden mit der Zeit Tochterpflanzen. Solche sollten geteilt und einzeln in frisches Substrat umgesetzt werden. Dabei darf die Pflanzenmitte, das "Herz", nicht im Substrat verschwinden und sich nicht tiefer als der Topfrand befinden, damit dieser die Blätter stützt. Das fördert die Bildung einer schönen Blattrosette und die Pflanzen fangen schneller zu blühen an. Gefördert wird das Ganze auch dadurch, dass man in verhältnismäßig kleine Töpfe setzt, zunächst überhaupt nicht düngt und nach Verlauf von 6 bis 8 Wochen immer noch recht zurückhaltend. Erst wenn sich Knospen bilden, muss gut gedüngt werden.

nach obenVermehrung mit Stecklingen

Eine Vermehrung mit Hilfe von Blattstecklingen gelingt theoretisch das ganze Jahr, am besten aber im Frühjahr und Sommer. Dafür taugen vornehmlich etwa 4 cm breite, fast oder gerade ausgewachsene Blätter kräftiger Pflanzen. Man füllt ein kleines Töpfchen mit einem Gemisch aus Anzuchtsubstrat oder Torf ohne Nährstoffzusatz und grobem Sand zu gleichen Teilen plus eventueller Styroporkügelchen, die die Mischung noch luftiger und durchlässiger machen. Nun trennt man ein geeignetes Blatt mitsamt Stiel von der Mutterpflanze, kürzt jedoch den Stiel vor dem Stecken auf 1 bis 2 cm ein. Dann wird so tief gesteckt, dass das verbliebene Stielstück und der Blattansatz im Substrat verschwinden. Gut andrücken und einmal angießen. In der Folge sollte es 20 bis 25 °C warm sein, zwar hell, doch vor Sonne geschützt und die Luftfeuchtigkeit hoch, beispielsweise mit Hilfe eines Zimmergewächshauses oder behelfsweise unter einer Folientüte.

Im günstigen Fall bilden sich nach vier Wochen Wurzeln, nach sechs Wochen Triebe – im Sommer mehr als im Winter. Je mehr Triebe ein Blatt entwickelt, umso mehr junge Usambaraveilchen gibt es.

Die angestrebte Biedermeierform mit dem Laubblätterkranz und dem Blütentuff entwickelt sich nur aus eintriebigen Pflanzen. Man teilt die jungen Triebe also auf. Setzt man den ganzen Pulk der Adventivtriebe ungeteilt in einen Topf, ergibt das die unregelmäßige, weniger gewünschte Buschform. Für eintriebige Pflanzen genügen als Endtöpfe 8 bis 9-cm-Töpfe, für mehrtriebige nimmt man 9 bis 11-cm-Töpfe. Selbstverständlich muss jetzt auch ein normal nährstoffreiches Substrat her. Falls alles wunschgemäß verläuft, zeigen sich etwa drei bis vier Monate nach dem Eintopfen der jungen Pflanzen die ersten Blüten. Weil dann der Nährstoffvorrat im Substrat ziemlich verbraucht ist, fängt nun das Nachdüngen an.

Da die vegetative Vermehrung so gut gelingt, scheidet eine Vermehrung durch Samen praktisch aus – jedenfalls für Hobbygärtner. Es gibt im Fachhandel so viele verschiedene Usambaraveilchensorten, dass es ausreicht, wenn man sich auf diese konzentriert und vermehrt. Da ist einmal die ganze Farbpalette von Weiß bis Rosa und Rot bis zu hellem und dunklerem oder ganz dunklem Blau und Violett. Es gibt Sorten mit marmorierten oder anderweitig gezeichneten Blättern, die allerdings meist nicht ganz so reich blühen wie herkömmliche Sorten. Außerdem gibt es die besonders beliebten kleinen und ganz kleinen Usambaraveilchen, die Minis und die Superminis. Die sind gerade richtig für die Puppenstube, sehr hübsch als Tischdekoration oder als kleines Mitbringsel. So vermehrt sich mit den Usambarapflanzen auch die Schar der Usambarafans.

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Schlagworte dieser Seite:

Blattstecklingen, Luftfeuchtigkeit, Pflege, Pflegefehler, Standort, Usambaraveilchen, Veilchengewächse, Vermehrung, Volldünger, Waldpflanzen, Zimmerpflanze, Zimmertemperatur

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