Unsere Rosen
Selbstverständlich sind alle Rosen mit ihren holzigen Trieben Sträucher. Was also ist unter dem Sonderbegriff "Strauchrosen" oder "Zierstrauchrosen" zu verstehen? Strauchrosen sind, vereinfacht ausgedrückt, besonders wüchsige Rosen. Die Grenzen zwischen Strauchrosen und niedrigen Rosen sind fließend. Jedenfalls ist das verbindende Merkmal aller Zierstrauchrosen ihre Höhe von 1 bis 1,5 m, mitunter auch bis 2 m. Es gibt wüchsige Floribundarosen, die als Strauchrosen durchgehen, ebenso niedrige Kletterrosen, die ebenfalls als Strauchrosen verwendet werden können.
| Kletterrose als Rosenbogen |
Strauchrosen der ersten Stunde Stark beteiligt an der Entwicklung von Zierstrauchrosen ist die Moschusrose (Rosa moschata), die wahrscheinlich aus Kleinasien zu uns kam. Sie gab ihre Bereitschaft, bis weit in den Herbst zu blühen, dankenswerter Weise an die Nachkommenschaft weiter. Infolgedessen nannte man die erste Generation von Zierstrauchrosen Moschata-Hybriden oder nach ihrem Züchter Lambertianarosen. Die nächste Generation entstand ab etwa 1930 mit der Einkreuzung von Teehybriden.
Einige schöne alte Strauchrosen Es ist sicherlich sinnvoll, Strauchrosen in "alt" und "neu" zu unterteilen. In die Rubrik "Alt" gehören außer Moschata-Hybriden vor allem die bei uns immer noch oder wieder beliebten Zentifolien, ferner Moosrosen, die Nelkenrose und wüchsige Remontantrosen. Diese alten Strauchrosen blühen entweder nur einmal oder, falls sie remontieren, nicht so reich wie moderne Züchtungen. Trotzdem sind sie schön, weil sie besonderen Reiz verströmen.
Das gilt unter anderem für Moosrosen, die so heißen, weil vor allem die Kelchblätter und die Stiele, oft auch die Blätter, dicht mit Drüsenhaaren besetzt sind, so dass sie wie mit Moos überzogen scheinen. Moosrosen werden durchschnittlich 150 cm hoch.
Hübsch ist ferner die Nelkenrose 'Pink Grootendorst', ebenfalls etwa 150 cm hoch werdend. Sie bekam ihren Namen wegen Farbe und Form der Blüten, die tatsächlich Nelken ähneln, hervorgerufen durch das kräftige, im Verblühen etwas aufhellende Rosa der halbgefüllten Blüten und deren stark gefranste Blütenblattränder, wie sie sonst bei keiner Rose anzutreffen sind. Die 3 bis 4 cm großen Blüten erscheinen zahlreich im Juni/Juli, danach folgernd. Das rotblühende Gegenstück ist 'F.J. Grootendorst'.
Zentifolien erhielten ihren Namen "Hundertblättrige Rosen", weil sie dicht gefüllte Blüten mit vielen Blütenblättern entwickeln. Diese Rosen werden mit lockerem, unregelmäßigem Wuchs bis 2 m hoch. Die Triebe hängen teilweise über und brauchen entweder leichte Stütze oder werden im Frühjahr um ein Drittel gekürzt. Zentifolien verströmen jenen unvergleichlichen Duft, den wir an Rosen so sehr lieben und so oft vermissen, vor allem bei modernen Rosenzüchtungen.
Mit Rosen in den Frühling Unbedingt erwähnt werden müssen ferner sogenannte Spinosissima-Hybriden, weil mit ihnen der Rosenflor bereits im Mai beginnt. Die bei uns wichtigsten Sorten gehen auf die Züchtungsarbeit von Wilhelm Kordes mit Rosa pimpinellifolia zurück. Diese "Frühlings"-Sorten entstanden zwischen 1937 und 1951 und heißen 'Frühlingsgold' (cremegelb), 'Frühlingsmorgen' (reinrosa), 'Frühlingsduft' (apricot-cremerosa) und 'Frühlingsanfang' (elfenbeinweiß). Die Pflanzen werden zwischen 150 und 250 cm breit wie hoch. Sie gehören unbedingt in das Strauchrosenrepertoir für den Garten.
Neuere Strauchrosen Neuere Züchtungen von Strauchrosen können am besten als wüchsige Floribunda- oder Floribunda-Grandiflora-Rosen geschildert werden. Sie profitieren von den bisherigen Züchtungserfolgen, bestechen mit Blütenreichtum und Dauerflor. In den Katalogen der Rosenbaumschulen werden die Höhen der einzelnen Sorten angegeben, so dass man danach seine Wahl treffen kann. Es gibt genügend Sorten in allen Farben und Farbtönen. Die vorliegende Aufzählung an Strauchrosen ist längst nicht vollständig, aber sollte ausreichen, um Gartenbesitzer neugierig auf diese Rosen zu machen und zu veranlassen, sie zu wählen und zu pflanzen.
Verwendung von Strauchrosen im Garten Die Bezeichnung Zierstrauchrosen soll darauf hinweisen, wie diese Rosen vorteilhaft im Garten zu verwenden sind, nämlich als regelrechte Ziersträucher in möglichst freiem Stand, damit sie von allen Seiten voll zur Geltung kommen. Daraus ergibt sich, dass Zierstrauchrosen nie in so großen Mengen oder massiert gepflanzt werden wie etwa Beetrosen. Man setzt in erster Linie einzelne Exemplare oder gruppenweise jeweils drei Pflanzen einer Sorte. Geeignete Plätze finden sich an bevorzugten Stellen des Vorgartens, seitlich der Terrasse oder eines Sitzplatzes innerhalb des Gartenraumes, frei auf dem Rasen, im Vordergrund eines Gehölzstreifens, als Blickfang in einem Heidegarten oder in einer großflächigen Pflanzung niedriger Stauden. Zierstrauchrosen ergeben außerdem, in Reihe gepflanzt, wunderschöne Blühhecken.
Ilse Jaehner
Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).