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Velux LichtAktiv-Haus
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Januar 2011 Jetzt ist es fertig: das LichtAktiv Haus von Velux. Mitten in der Siedlergemeinschaft Finkenriek (Hamburg) wohnt es sich nun CO2-neutral. Am 19. November 2010 wurde das modernisierte Haus feierlich eröffnet.
Nach fünf Monaten Bauzeit ist die Verwandlung perfekt: Das mehr als 50 Jahre alte, typische Siedlerhaus in Hamburg-Wilhelmsburg wurde umfassend modernisiert und durch einen großzügigen Anbau ergänzt. Es ist nun ein helles, zeitgemäßes Familienhaus, das höchsten Ansprüchen an Energieeffizienz, gesundes Raumklima und Wohnkomfort gerecht wird.
Ausgangssituation
Das Areal im Katenweg 41 hat eine Fläche von 1.110 m
2. Die darauf errichtete Doppelhaushälfte des 1954 erbauten Siedlerhauses besaß vor der Sanierung eine Grundfläche von 8 x 8 m sowie einen kleinen Anbau. Dabei bestand das Wohngebäude aus schmalen gedrungenen Räumen mit insgesamt nur 18 m
2 Fensterflächen, die wenig Tageslicht hinein ließen. Bedingungen also, die gemeinsam mit der veralteten Dämm- und Heizungstechnik nicht mehr heutigen Komfortansprüchen und Wohnbedürfnissen genügen. Ein Pluspunkt des Grundstücks war jedoch der große Nutzgarten, der früher den Bewohnern die Selbstversorgung durch den Anbau von Obst und Gemüse ermöglichte, der Anbau diente einst als Stall.
Zukunftsweisende Ideen
Inspiriert durch diese Tradition der Selbstversorgung entstand in Zusammenarbeit von VELUX und dem Expertenteam um Professor Manfred Hegger (Lehrstuhl für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, TU Darmstadt) ein Projekt, das zukunftsweisend die Idee der Energie-Autarkie in den Mittelpunkt rückt. Das Wohngebäude sollte weitgehend erhalten, aber modernisiert werden. Mit einem Erweiterungsbau für den alten Anbau wurden die Wohn- und Nutzflächen deutlich vergrößert, andererseits eröffnet er zusätzliche Möglichkeiten für das Energiekonzept.
Das Ergebnis ist ein Gebäude "von dem sich auch unsere Mitglieder für das eigene Haus inspirieren lassen können, sei es in der Gesamtplanung oder in Teilbereichen", betonte Rolf-Rü- diger Seidel, Vorsitzender des Verbands für Haus- und Wohneigentum Hamburg e.V. in seiner Rede zur Eröffnung des LichtAktiv-Hauses.
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Nutzungs-Energiebilanz
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Das Energiekonzept
Das Energiekonzept des LichtAktiv Hauses verfolgt das Ziel, CO2Neutralität im Betrieb zu realisieren. Die im Gebäude benötigte Energie deckt sich vollständig durch erneuerbare Energien, ohne auf eine attraktive Architektur mit hohem Wohnwert verzichten zu müssen.
Neben der optimierten Wärmedämmung bieten insbesondere die Dachfenster durch ihren hohen Anteil an der Gesamtfensterfläche ein großes Energie-Einsparpotenzial sowie zusätzliche solare Energiegewinne. Architektonisches Ziel war es, die Fenster weitgehend in das Energiekonzept zu integrieren. Hinzu kommt ein hohes Maß an Tageslicht - Dachfenster ermöglichen gegenüber gleich großen Fassadenfenstern etwa die doppelte, gegenüber Gauben sogar die dreifache Menge Tageslicht. Dies reduziert nicht nur den Einsatz von elektrisch erzeugtem Kunstlicht, sondern trägt auch zum Wohlbefinden der Bewohner bei.
Autarke Energieversorgung
Für die ganzjährige Energieversorgung auf Basis regenerativer Erzeugung sorgt als Herzstück der Gebäudetechnik eine Solar Compleet-Anlage. Sie kombiniert Solarthermie mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe und deckt den größten Teil des Bedarfs an Heizwärme und Warmwasser. Die Wärmepumpe mit Solareinbindung nutzt sowohl die Sonne als auch die Umweltwärme aus der Luft zur Energiegewinnung. Ein Ventilator saugt die Außenluft an und leitet sie durch die Außeneinheit. Die Wärme wird an die Wärmepumpe abgegeben anschließend direkt in das Heizungssystem geleitet. Auch der Energieertrag der integrierten 22,5 m
2 großen solarthermischen Anlage läuft direkt in die Wärmepumpe, wodurch keine Übertragungsverluste entstehen.
Eine Besonderheit des Solar Compleet-Systems: Die Wärmepumpe heizt im Heizbetrieb nicht erst auf den Puffer, sondern fährt direkt in die Heizkreise. Lediglich der erzeugte Wärmeüberschuss wird in einem Speicher eingelagert. Die Wohnräume werden über eine Fußbodenheizung temperiert. Die benötigte Restmenge an Energie für Haushaltsstrom, Beleuchtung, Hilfsstrom für Wärmepumpe und ähnliches beträgt nur noch etwa ein Drittel des gesamten Energiebedarfs. Alle verursachten CO2-Emissionen erfahren durch regenerative Energieerzeugung eine vollständige Neutralisierung.
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Regenerative Energien decken den kompletten Energiebedarf des LichtAktiv Hauses. Somit kann das modernisierte Siedlerhaus CO2-Neutralität im Betrieb erreichen.
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Natürlich Klimatisieren
Um den nachträglichen Einbau von Lüftungsschächten zu vermeiden, wird der notwendige Luftwechsel automatisch geregelt. In dem aus energetischen Gründen luftdichten Gebäude öffnen und schließen die Fenster je nach Temperatur, CO2-Konzentration und Luftfeuchtigkeit automatisch, sodass ein gesundes Raumklima entsteht. Durch das intelligente Zusammenspiel von temperatur- und lichtabhängig gesteuerten Rollläden und Sonnenschutzelementen mit den Fenstern wirkt das gesamte System wie eine natürliche Klimaanlage.
Energetische Sanierung
Zentraler Bestandteil des Energiekonzepts war, den Altbau nach modernsten Erkenntnissen zu dämmen. Aufgrund der niedrigen Geschosshöhe und der fehlenden Unterkellerung, wurde auf der vorhandenen Betonsohle oberseitig eine Polyurethandämmung verlegt und darauf das Fußbodenheizungssystem angeordnet. Eine 200 mm dicke mineralische Dämmung aus Steinwolle sorgt für die energetische Optimierung der Fassade. Die Sparren des neuen Kehlbalkendachs mit einer Höhe von 220 mm wurden vollständig ausgedämmt. Die Stärke der außenseitig angeordneten Holzfaserdämmstoffplatten beträgt 35 mm. Aus der Geometrie und weiteren Randbedingungen ergab sich ein Primärenergiebedarf nach EnEV von 42,28 kWh/m
2a für das Gesamtgebäude. Der Wert entspricht nur 24,6 Prozent des für das EnEV-Referenzgebäude zulässigen Energiebedarfs.
Architektur
Die dem energetischen Ziel verpflichtete, aber dennoch hoch anspruchsvolle Architektur sorgte für völlig neue Aufenthalts- und Verkehrsflächen. Hierbei konnte auch der Verband Wohneigentum seine Erfahrungen für zukunftsweisende Wohnen einbringen: So wurden auf unseren Vorschlag die untere Ebene des sanierten Wohnhauses samt Anbau barrierearm gestaltet. Auf diese Weise ermöglicht das Haus hindernisarmes Wohnen und Leben bis ins hohe Alter.
Die Verbindung zum bestehenden oberen Stockwerk des Hauses erfolgt nun durch ein offenes Treppenhaus, das durch großflächige Dachfenster den gesamten Raum mit viel natürlichem Licht versorgt.
Der Erweiterungsbau vereint Energieeffizienz und Wohnwert. Um ein optimales Zusammenspiel zwischen Belichtung, passiven Wärmegewinnen und sommerlichem Wärmeschutz zu erzielen, wurden sowohl die Süd- als auch die Nordfassade teilweise aus transparenten Bauteilen errichtet. Die Giebelseiten blieben weitgehend geschlossen. Die Raumaufteilung ist grundsätzlich flexibel angelegt. Am östlichen Kopfbereich schließt sich eine überdachte Terrasse an den Wohnbereich an, die als Verbindung zwischen Innen und Außen ein hohes Maß an Lebensqualität bietet.
Familienfreundlicher Garten
uch bei der Gartengestaltung bringt sich der Verband Wohneigentum ein: Manuela Herbst Gartenfachberaterin des Landesverbands Hamburg, hat die Gartenplanung des Licht-Aktiv-Hauses übernommen. Neben einem Spiel- und Ziergartenbereich ist hier auch - ganz in alter Siedlertradition - ein Nutzgartenbereich vorgesehen ist.
Das LichtAktiv Haus ist der deutsche Beitrag zum europaweiten VELUX Experiment Model Home 2020, in dessen Rahmen das Unternehmen auf der Suche nach dem Bauen und Wohnen der Zukunft sechs Konzepthäuser umsetzt. Als zukunftsweisendes Modernisierungsbeispiel liefert das LichtAktiv Haus Anregungen und Erkenntnisse für in Deutschland hunderttausendfach zu findende Siedlerhäuser im Speziellen wie auch für unzählige ältere Bestandsgebäude im Allgemeinen.
LichtAktiv Haus 2011
Ab Anfang 2011 steht das LichtAktiv Haus einige Monate für Besichtigungen und Veranstaltungen offen. Danach bewohnt und testet als Bestandteil des Experiments eine Familie das Haus für ein Jahr. Energieverbrauch und die Innenklimabedingungen werden während der Nutzungsphase durch eine aufwendige Haustechnik laufend gemessen und die Ergebnisse dokumentiert - ohne dabei die Bewohner einzuschränken. "Dahinter steht unsere Überzeugung, dass der Mensch als Nutzer eines Gebäudes im Mittelpunkt stehen sollte, um nachhaltiges Wohnen zukunftsfähig zu machen", sagte Dr. Sebastian Dresse, Geschäftsführer der VELUX Deutschland GmbH. "Das LichtAktiv Haus soll ein Gebäude sein, das sich den Bedürfnissen der Bewohner anpasst, nicht umgekehrt."